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Veröffentlicht Jun 10, 2026
Kombinierte Schwerhörigkeit bezeichnet das gleichzeitige Auftreten von Schallleitungsschwerhörigkeit (Außen- und/oder Mittelohr betroffen) und Schallempfindungsschwerhörigkeit (Innenohr betroffen) im selben Ohr. Geräusche können dann zu leise und unverständlich wirken, selbst wenn sie eigentlich laut genug sind.
In diesem Artikel erfahren Sie mehr über Symptome, Ursachen, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten – einschließlich Hörgeräten und Implantaten. Wenn Sie bei sich oder bei einer nahestehenden Person Anzeichen für einen Hörverlust bemerken, lesen Sie weiter, um herauszufinden, was dahintersteckt und was Sie als nächstes tun können.
Kombinierte Schwerhörigkeit ist eine Kombination aus:
Meist ist die Schallempfindungsschwerhörigkeit des kombinierten Hörverlusts dauerhaft. Der schallleitende Anteil (Außen- oder Mittelohr) kann – je nach Ursache – vorübergehend oder heilbar sein.
Um besser zu verstehen, wie sich ein kombinierter Hörverlust von anderen Arten des Hörverlusts unterscheidet, sehen Sie folgenden Vergleich:
| Art des Hörverlusts | Ort des Problems | Was passiert mit dem Schall | Häufige Ursachen | Behandelbar? |
| Schallleitungs- schwerhörigkeit |
Äußeres oder mittleres Ohr | Schall gelangt nicht effizient ins Innenohr | Ohrinfektionen, Flüssigkeit im Mittelohr, Ohrenschmalz, Trommelfellschäden | Oft behandelbar |
| Schallempfindungs-schwerhörigkeit | Innenohr oder Hörnerv | Schall wird nicht klar verarbeitet | Alter, Lärm, Medikamente, genetische Faktoren | Meist dauerhaft |
| Kombinierter Hörverlust | Außen-/Mittelohr + Innenohr/Hörnerv | Schall ist leiser und verzerrt | Kombination aus beiden Ursachen | Teilweise behandelbar |
Die Symptome können leicht bis schwer sein und führen oft zu verringerter Lautstärke und Klarheit.
Häufige Symptome von kombiniertem Hörverlust sind:
Auswirkungen von kombiniertem Hörverlust im Alltag:
Diese Erfahrungen sind häufig – und sie sind auch gute Gründe, sich Unterstützung zu holen. Gut zu hören bedeutet, mit seiner Umwelt verbunden zu sein, sich sicher zu fühlen und dazuzugehören.
Kombinierte Schwerhörigkeit entsteht durch eine Kombination verschiedener Probleme: Manche betreffen Außen– oder Mittelohr, andere das Innenohr oder den Hörnerv. Oft gibt es nicht die eine einzelne Ursache – vielmehr kommen mehrere Faktoren über die Zeit zusammen.
Häufige Ursachen von kombiniertem Hörverlust:
Bei vielen Menschen entwickelt sich kombinierter Hörverlust schleichend. Eine gründliche medizinische Abklärung hilft dabei festzustellen, welche Ursachen vorliegen und welche Anteile des Hörverlusts behandelbar sind.
Ein umfassender Hörtest durch HNO-medizinische Fachpersonen steht bei Verdacht auf kombinierten Hörverlust am Beginn der Diagnose.
Bei der Untersuchung werden Sie typischerweise…
Diese Ergebnisse werden in einem Audiogramm (Hörkurve) dargestellt. Das Audiogramm hilft zu erkennen, welche Art von Hörverlust vorliegt.
Ein wichtiger Hinweis auf kombinierten Hörverlust ist die Luft-Knochen-Differenz:
Wenn die Knochenleitungswerte besser sind als die Luftleitungswerte, deutet dies auf einen schallleitenden Anteil des Hörverlusts hin.
Hörverlust wird außerdem in unterschiedliche Schweregrad eingeteilt – leicht, mittelgradig, schwer, hochgradig, an Taubheit grenzend – basierend auf den Luftleitungsschwellen im Audiogramm.
Nur professionelle Tests können einen kombinierten Hörverlust bestätigen und die Behandlung gezielt steuern.
Grundsätzlich geht es bei der Behandlung eines kombinierten Hörverlusts darum, Schallleitungsstörung und Schallempfindungsstörung getrennt voneinander zu betrachten.
Möglichkeiten, den Schallleitungsanteil zu behandeln:
Nicht immer lässt sich die Schallleitungsstörung als Teil des kombinierten Hörverlusts beseitigen. In solchen Fällen konzentriert sich die Behandlung auf die Verstärkung des Schalls durch Hörsysteme, um eine Verbesserung von Kommunikation und Lebensqualität zu erreichen.
Hörgeräte verstärken Schall und sind für viele Menschen mit kombiniertem Hörverlust eine erste Option. Ihr Nutzen ist jedoch begrenzt, wenn der schallleitende Anteil groß ist oder sich nicht korrigieren lässt, wenn die Ohranatomie durch frühere Operationen verändert wurde oder wenn die Knochenleitungswerte in den hohen Frequenzen zu schlecht sind.
Wenn herkömmliche Hörgeräte nicht ausreichen oder Probleme im Gehörgang oder Mittelohr das Tragen von Hörgeräten erschweren, können implantierbare Optionen in Betracht gezogen werden:
Diese Optionen können bei bestimmten Formen von kombiniertem Hörverlust relevant sein. Ob solche Systeme geeignet sind, wird von Experten anhand von Hörtests und einer medizinischen Beurteilung geprüft.
Wenn die Schallempfindungsschwerhörigkeit stark ausgeprägt ist und Hörgeräte keinen ausreichenden Nutzen bringen, kann ein Cochlea-Implantat eine geeignete Lösung sein. Ein Cochlea-Implantat umgeht die geschädigten Bereiche im Innenohr und stimuliert den Hörnerv direkt. Ob ein Implantat die richtige Therapieoption ist, hängt vom Schweregrad des Hörverlust und vom Hörerfolg mit dem nicht implantierbaren Hörgerät ab.
Die Schallempfindungsschwerhörigkeit (Innenohr oder Hörnerv) ist meist dauerhaft und kann sich mit zunehmendem Alter oder als Folge von Erkrankungen verschlechtern.
Die Schallleitungsschwerhörigkeit (Außen- oder Mittelohr) kann – je nach Ursache – durch konservative oder chirurgische Therapie behoben werden.
Ja, ein kombinierter Hörverlust kann im Laufe der Zeit zunehmen, wenn sich die Schallempfindungsstörung im Innenohr verschlechtert.
Ja, Probleme in der Schallleitung, z. B. Flüssigkeit im Mittelohr oder Entzündungen, können mal leichter und mal schwerer ausgeprägt sein. Das Hören kann also an manchen Tagen besser funktionieren als an anderen.
Auch wenn ein kombinierter Hörverlust dauerhaft ist, können moderne Hörtechnologie und medizinische Versorgung häufig zu einer deutlichen Verbesserung von Kommunikation und Lebensqualität beitragen.
Ein kombinierter Hörverlust kann herausfordernd sein. Wenn Sie diese Anzeichen für kombinierten Hörverlust bemerken, vereinbaren Sie einen Termin bei einem Audiologen oder einer HNO-Ärztin:
Vor dem Termin kann Folgendes helfen:
Langfristige Unterstützung ist ebenso wichtig: Nutzen Sie Reha-Tipps aus vertrauenswürdigen Quellen, gehen Sie zu Kontrollterminen und holen Sie persönliche Erfahrungen von Menschen mit Hörverlust und Hörimplantaten ein.
Ein Hörtest ist ein einfacher erster Schritt zu Diagnose, Behandlung, besserem Hören und mehr Lebensqualität.
Bei Fragen zu den Ursachen von Hörverlust oder zu Behandlungsmöglichkeiten sind wir gerne für Sie da.
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