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Haben Sie sich schon einmal gefragt: „Was ist Innenohrschwerhörigkeit?“ Egal, ob diese Art von Hörverlust bei Ihnen diagnostiziert wurde, oder Sie herausfinden wollen, ob Sie oder jemand, den Sie kennen, davon betroffen sein könnte, dieser Eintrag ist, wonach Sie gesucht haben.

Es gibt 3 Arten von Hörverlust: Innenohr-, Schallleitungs-, und kombinierter Hörverlust, also eine Kombination aus den ersten beiden Arten. Wir erklären Ihnen, was wirklich im Inneren Ihrer Ohren passiert, wenn Sie von Hörverlust betroffen sind, sowie die Ursachen und mögliche Behandlungsmethoden.

Bevor wir Ihnen die Innenohrschwerhörigkeit näher erklären, können Sie sich in diesem Video anschauen, wie der Prozess des Hörens gewöhnlicherweise funktioniert:

Nun wollen wir uns aber auf die Innenschwerhörigkeit konzentrieren. Los geht’s!

 

Was ist Innenohrschwerhörigkeit?

Laut der Weltgesundheitsorganisation sind weltweit 466 Millionen Menschen von deutlichem Hörverlust betroffen. Innenohrschwerhörigkeit – auch Schallempfindungsschwerhörigkeit genannt – ist dabei die häufigste Form von Hörverlust. Diese Art von Hörverlust bezieht sich auf das Innenohr und ist normalerweise dauerhaft. Der Grad des Hörverlusts kann von sehr gering (z. B. normale Konversationen nicht hören können) bis hin zu kompletter Taubheit (nicht in der Lage sein, eine Autohupe zu hören) schwanken. Hörverlust kann den Menschen in vielen verschiedenen Bereichen negativ beeinträchtigen, wie etwa in Beziehungen, auf der Arbeit oder den Lebensstil im Allgemeinen.

 

Was passiert genau im Ohr bei Innenohrschwerhörigkeit?

Innenohrschwerhörigkeit betrifft die zehntausenden, sehr wichtigen, mikroskopisch kleinen Haarzellen, die sich in der Cochlea befinden. Diese Haarzellen erzeugen elektrische Nervensignale, die das Gehirn verwendet, um Geräusche zu interpretieren. Wenn jemand von Innenohrschwerhörigkeit betroffen ist, bedeutet das, dass einige dieser Haarzellen nicht vorhanden oder beschädigt sind und so der Schall nicht bis zum Gehirn weitergeleitet wird. Wie schwerwiegend der Hörverlust ist, kann davon abhängen, wie viele der Haarzellen nicht funktionieren.

 

Was führt zu Innenohrschwerhörigkeit?

Es gibt viele Ursachen für das Auftreten von Innenohrschwerhörigkeit. Altersbedingter Hörverlust und zu oft lauten Geräuschen ausgesetzt zu sein, sind neben Vererbung (Innenohrschwerhörigkeit von Geburt an), die häufigsten Ursachen. Zu oft lauten Geräuschen ausgesetzt sind zum Beispiel Menschen, die für längere Zeit in einer lauten Umgebung arbeiten oder zu laut Musik über ihre Kopfhörer hören. Aber auch eine kurze, aber extrem laute Lärmverletzung, wie z.B. eine Explosion, kann eine Ursache sein. Andere Ursachen für Innenohrschwerhörigkeit können Rauchen, Krankheit oder die Einnahme von bestimmten Medikamenten, die gehörschädigend wirken, sein. Diese Medikamente können für den Patienten zwar möglicherweise unbedingt nötig sein, sie sind jedoch Gift für die Ohren. Daher sollte man sich seiner Hörumgebung bewusst sein und sich um seine empfindlichen Ohren genauso kümmern, wie man es bei jedem anderen Körperteil machen würde. Oder sogar noch mehr, denn seine Haarzellen kann man nicht wie gebrochene Knochen heilen – der Schaden ist dauerhaft und irreversibel!

 

Und wie hört sich das an?

Innenohrhörschwerhörigkeit erschwert das Hören von leisen Tönen, wie leise Stimmen oder das Rascheln von Laub. Geräusche hören sich leiser, dumpfer, unklarer oder undeutlich an. Innenohrschwerhörigkeit kann entweder alle Frequenzen oder nur ein paar davon betreffen. Sie kann sich auch schleichend entwickeln, wodurch es schwierig sein kann, eine Veränderung wahrzunehmen. Innenohrschwerhörigkeit kann auch als plötzlicher Hörverlust in einem kurzen Zeitraum oder sogar als Taubheit über Nacht auftreten.

 

Symptome:

Es kann manchmal schwer sein festzustellen, ob Sie oder jemand anderes an Innenohrschwerhörigkeit leidet, besonders wenn es ein Hörverlust im Hochtonbereich ist. Das bedeutet, Sie können hohe Töne, z.B. die Stimme eines Kindes oder einer Frau, nicht mehr hören. Sie können den Hörverlust daran erkennen, dass die Person sich schwer tut, Konversationen in lauten Umgebungen, wie einem Restaurant, zu folgen. Jemandem, der an Innenohrschwerhörigkeit leidet, kann das Hören über Telefon oder das Erkennen, aus welcher Richtung Geräusche kommen, schwer fallen. Zusätzlich können Menschen mit Innenschwerhörigkeit auch von Tinnitus, Schwindel oder Schwindelanällen betroffen sein.

Auch wenn Sie nur eine kleine Vorahnung haben, dass Sie an Hörverlust leiden, sollten Sie Ihr Gehör am besten von einem Spezialisten testen lassen. Das wäre im Normalfall ein Audiologe, der einen Hörtest durchführt, um ein Audiogramm zu erstellen. Ein Audiogramm ist eine Grafik, die Ihr Hörvermögen veranschaulicht. Wenn Sie von Hörverlust betroffen sind, wird Ihnen Ihr Audiologe die möglichen Optionen, wie etwa ein Cochlea-Implantat, erklären.

 

Was kann ein Cochlea-Implantat?

Es gibt eigentlich keine wirkliche „Heilung“ für Menschen mit partiellem Hörverlust oder sogar Taubheit, da die Haarzellen nicht ersetzt werden können. Hilfsmittel wie Hörgeräte oder Cochlea-Implantate können die Lautstärke erhöhen und die Qualität der Geräusche verbessern. Manchmal sind Haarzellen zu beschädigt oder in zu geringer Anzahl vorhanden, um Hören mit einem Hörgerät zu ermöglichen. Hier liegt der Vorteil eines Cochlea-Implantat-Systems.

Ein Cochlea-Implantat kann dem Nutzer ein verbessertes Hören ermöglichen, da es die Aufgabe der geschädigten oder nicht vorhandenen Haarzellen übernimmt. Sobald das Cochlea-Implantat eingeschaltet wird, nimmt der Audioprozessor den Schall auf und wandelt ihn in elektrische Signale um. Die Signale werden anschließend an das Cochlea-Implantat im Inneren des Kopfes gesendet. Das Cochlea-Implantat hat einen Elektrodenträger, der in die Cochlea eingeführt wird und kleine elektrische Signale verwendet, um die Haarzellen zu imitieren. Diese elektrischen Signale werden dann zum Hörnerv weitergeleitet und dieser sendet Signale zum Gehirn. Das Gehirn nimmt diese Signale als Töne wahr. So funktioniert Hören mit einem Cochlea-Implantat! Natürlich ist Rehabilitation essentiell, um diese Töne richtig verarbeiten zu können und Ihr neues Gerät bestmöglich einzusetzen.

 

Weitere Informationen:

Denken Sie daran, dass es wichtig ist, ihr Hörvermögen professioniell testen zu lassen. Wenn Sie oder eine Person, die Ihnen nahe steht, von Hörverlust betroffen ist, kann Ihnen Ihr nächstgelegener MED-EL Vertreter helfen, mit einem Spezialisten in Kontakt zu treten. Klicken Sie hier, um Details über Ihren nächstgelegenen MED-EL Partner zu erfahren.

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