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Veröffentlicht Nov 26, 2025
Ein Ohr mit Mikrotie sieht vielleicht einfach „anders“ aus – doch dahinter steckt eine angeborene Fehlbildung, die sowohl das Hören als auch die Lebensqualität beeinflussen kann. Manche Kinder werden mit einem sehr kleinen oder ungewöhnlich geformten Ohr geboren, andere haben gar kein Außenohr.
Was sind die Ursachen für Mikrotie? Wie wird sie diagnostiziert? Und welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es für Babys und Kinder mit fehlgebildeten oder nicht vollständig ausgebildeten Ohren?
In diesem Artikel erfahren Sie:
Mikrotie ist eine angeborene Fehlbildung des Außenohrs (auch Ohrmuschel genannt), bei der das Ohr unterentwickelt oder gar nicht vorhanden ist. Sie kann einseitig oder beidseitig auftreten und variiert stark in ihrer Ausprägung. Häufig ist Mikrotie mit einer Fehlbildung des Gehörgangs verbunden – auch bekannt als aurale Atresie, bei der der Gehörgang fehlt oder verschlossen ist.
Die vier Grade der Mikrotie:
Die genauen Ursachen sind nicht immer bekannt. Mikrotie entsteht meist im ersten Schwangerschaftsdrittel, wenn sich das Ohr entwickelt. Mögliche Auslöser sind:
In den meisten Fällen ist Mikrotie nicht erblich, kann aber mit genetischen Syndromen wie dem Goldenhar-Syndrom oder Treacher-Collins-Syndrom verbunden sein.
Mikrotie äußert sich durch eine Reihe von körperlichen und auditiven Symptomen, die je nach Schweregrad der Fehlbildung variieren können. Zu den häufigsten Anzeichen gehören:
In manchen Fällen treten zusätzliche kraniofaziale Fehlbildungen, Augen- oder Wirbelsäulenanomalien oder Atemprobleme auf – besonders bei syndrombedingter Mikrotie. Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend für eine normale Entwicklung.
Die Fehlbildung ist meist direkt nach der Geburt sichtbar. Dennoch ist eine umfassende Untersuchung wichtig:
Eine frühzeitige Diagnose hilft, die richtige Behandlung zu planen und die Hörentwicklung zu fördern.
Die Therapie hängt vom Schweregrad und den individuellen Bedürfnissen ab. Sie reicht von chirurgischer Rekonstruktion bis zu nicht-invasiven Hörlösungen.
Da der Hörverlust meist leitungsbedingt ist (durch fehlenden Gehörgang und Mittelohrfehlbildungen), bleibt das Innenohr oft intakt. Folgende Optionen sind möglich:
ADHEAR – Knochenleitungssystem ohne Operation
BONEBRIDGE – Implantierbares Knochenleitungssystem
Eine chirurgische Rekonstruktion wird meist im Alter von 6–10 Jahren durchgeführt – abhängig von der Methode und der Reife des Rippenknorpels.
Techniken:
Die Eingriffe erfolgen in mehreren Etappen und erfordern ein erfahrenes Spezialistenteam.
Für Personen, die keine Operation wünschen, kann ein kosmetisches Prothesen-Ohr individuell angefertigt werden. Es wird mit Hautkleber oder Implantaten befestigt und bietet ein natürliches Aussehen.
Mikrotie kann Herausforderungen mit sich bringen – doch moderne Lösungen wie Hörimplantate, Ohrprothesen oder rekonstruktive Chirurgie ermöglichen hervorragende funktionale und kosmetische Ergebnisse.
Besonders bei Hörverlust ist eine frühzeitige Versorgung entscheidend für die Sprachentwicklung.
In mehreren Videos berichten Eltern von ihrer Erfahrung auf dem Weg ihrer Kinder mit Mikrotie und Atresie zur Knochenleitungsversorgung (BONEBRIDGE) und geben Einblicke in den Alltag. Gleichzeitig erläutern Fachleute die medizinischen und audiologischen Hintergründe. Jetzt ansehen!
Möchten Sie mehr über Mikrotie und die verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten erfahren? Das lokale MED-EL Team hilft Ihnen gerne weiter.
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