Sehen können Sie diese allerdings nicht.
TICI entdeckenBeliebte Themen
Beliebte Themen
Wir präsentieren die größte Innovation in der Geschichte des Hörens.
Sehen können Sie diese allerdings nicht.
TICI entdeckenVeronika Bliem
Veröffentlicht Nov 06, 2023
Felix Somogyi verlor im Alter von neun Monaten das Gehör – doch das hielt den heute 30jährigen nicht davon ab, ein Leben zu führen, mit dem er gehörlose wie hörende Menschen gleichermaßen inspiriert. Lesen Sie im folgenden Interview, die inspirierende Geschichte vom diesjährigen Gewinner des MED-EL-Stipendiums Felix Somogyi.
Mit neun Monaten hatte ich eine Windpockeninfektion, im Anschluss daran bekam ich eine Meningitis, was zu einem Hörverlust auf beiden Ohren führte. Meine Eltern erfuhren von der Möglichkeit, ein Cochlea-Implantat einsetzen zu lassen; dieses erhielt ich im Alter von knapp sechs Jahren an der Universitätsklinik in Frankfurt/Main. Die Nachsorge erfolgte im Cochlea-Implantat-Zentrum in Friedberg, dort lernte ich Hören und Sprechen.
Das ist richtig, ich war zu jung, sodass noch keine Sprachentwicklung stattgefunden hatte. Ich habe zunächst die Gebärdensprache erlernt, kann mich allerdings durch das Cochlea-Implantat auch mit Lautsprache verständigen. Schon in der Schule habe ich zwischen Hörenden und Gehörlosen vermittelt, auch als Klassensprecher und stellvertretender Klassensprecher. Lange Zeit dachte ich, die Gebärdensprache sei wichtiger, aber als ich anfing zu arbeiten, merkte ich, dass das nicht stimmt. Ich möchte sprechen und mit allen kommunizieren können. Heute wende ich beide Kommunikationswege an.
Mit drei Jahren kam ich zunächst in einen regulären Kindergarten, die Förderung dort reichte aber nicht aus. Aus diesem Grund entschlossen sich meine Eltern, mich mit vier Jahren im Kindergarten der Hermann-Schafft-Schule in Homberg/Efze anzumelden, der speziell für taube und hörgeschädigte Kinder ist. Ich kam später auch auf die dazugehörige Grundschule. Ab 2005 ging ich auf die Johannes-Vatter-Schule für Hörgeschädigte in Friedberg. Hier wurde ich nicht nur in Gebärdensprache, sondern auch parallel in Lautsprache unterrichtet und gefördert, was mir persönlich sehr gut getan hat. Ab diesem Zeitpunkt habe ich große Fortschritte in der Lautsprache gemacht. Bis heute übe ich die Lautsprache regelmäßig mit Logopäden.
Lange Zeit dachte ich, die Gebärdensprache sei wichtiger, aber als ich anfing zu arbeiten, merkte ich, dass das nicht stimmt. Ich möchte sprechen und mit allen kommunizieren können.
Felix Somogyi
CI-Träger
Ja, die internationale Gebärdensprache spreche ich seit etwa zehn Jahren, sie ermöglicht mir, mit hörgeschädigten und tauben Menschen aus der ganzen Welt zu kommunizieren, von Europa bis nach Südamerika. Darunter sind etliche, die wie ich ein Cochlea-Implantat tragen, wir sind sehr gut vernetzt.
Ich dolmetsche auch für Geflüchtete – ich übersetze und erkläre, an welche Ämter und Behörden Sie sich wenden müssen. Zwischen 2014 und 2018 habe ich viel für hörgeschädigte und taube Geflüchtete aus Afghanistan und Syrien gedolmetscht; seit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine mache ich das für ukrainische Geflüchtete, in Zwickau und mehreren kleineren Orten in der Region.
Durch mein Studium aktuell wenig. Ich studiere im sechsten Semester an der Fachhochschule in Zwickau und habe mir zum Ziel gesetzt, meinen Abschluss in der Regelstudienzeit zu machen, ich lerne sehr viel. Zudem bringe ich Kommilitonen die Gebärdensprache bei und die Semesterferien nutze ich, um aktiv Sport zu treiben. Ich spiele Fußball beim GTSV Frankfurt/Main. Vor meinem Studium war ich auch Jugendleiter für hörgeschädigte und taube Nachwuchsspieler beim GTSV Frankfurt; das schaffe ich aktuell leider zeitlich nicht.
Mein Beruf als Elektroniker füllte mich nicht aus, ich merkte, dass ich studieren will. Bei meinen Recherchen fiel mir die Fachhochschule Zwickau durch ihren Internetauftritt auf, denn sie bietet neben dem regulären Lautsprache-Angebot auch eine Unterstützung speziell für Hörgeschädigte an, durch Gebärdendolmetscher in den Vorlesungen.
Es fand alles am Bildschirm statt, diese Zeit war auch für mich nicht einfach. Mir hat der persönliche Austausch sehr gefehlt. Seitdem wir wieder vor Ort unterrichtet werden und kommunizieren können, ist vieles leichter, auch das Lernen finde ich mit Präsenzveranstaltungen einfacher.
Bevor ich begann, in Zwickau Elektrotechnik zu studieren, hatte ich eine Ausbildung zum Elektroniker abgeschlossen und zwei Jahre in meinem Beruf gearbeitet. Aus dieser Zeit habe ich Ersparnisse, auf die ich jetzt im Studium zurückgreifen kann, auch meine Eltern unterstützen mich. Allerdings ist in den letzten Monaten alles sehr teuer geworden. Ich bin sehr glücklich und auch sehr dankbar, ab diesem Semester für ein Jahr das MED-EL-Stipendium zu erhalten! Es hilft mir sehr, mich jetzt in der Endphase meines Studiums ganz auf das Lernen zu konzentrieren.
//
Der Elektrotechnik-Student Felix Somogyi ist MED-EL-Stipendiat 2023 und wird ab diesem Herbst-Winter-Semester ein Jahr lang mit monatlich 300 Euro von MED-EL Deutschland finanziell unterstützt. Die feierliche Übergabe der Stipendiaten-Urkunde an Felix Somogyi fand am 23. Oktober 2023 in Starnberg statt.
Abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter und erhalten Sie direkt bei einer Neuveröffentlichung auf dem MED-EL-Blog eine Benachrichtigung.
Newsletter abonnierenReferenzen
Veronika Bliem
War dieser Beitrag hilfreich?
Vielen Dank für Ihre Rückmeldung!
Abonnieren Sie den Blog unten.
Vielen Dank für Ihre Rückmeldung!
Hinterlassen Sie uns Ihre Nachricht unten.
Vielen Dank für Ihre Nachricht. Wir melden uns ehestmöglich bei Ihnen.
Schicken Sie uns eine Nachricht
Das ist ein Pflichtfeld
John Doe
Das ist ein Pflichtfeld
name@mail.com
Das ist ein Pflichtfeld
What do you think?
© 2023 MED-EL Medical Electronics. Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Webseite dient nur zur allgemeinen Information. Es werden keine medizinischen Ratschläge gegeben. Kontaktieren Sie bitte Ihren Arzt oder Hörspezialisten und lassen Sie sich dort beraten, welche Hörlösung in Ihrem Fall geeignet ist. Nicht alle der gezeigten Produkte, Produktfunktionen oder Indikationen sind in allen Ländern zugelassen bzw. verfügbar.
Veronika Bliem
Inspirierende Geschichten, innovative Entwicklungen und praktische Tipps rund um Hörimplantate – direkt per E-Mail.
Ihre Registrierung war erfolgreich
Wir sind der weltweit führende Hersteller von Cochlea-Implantaten und unsere Mission ist es, Menschen mit Hörverlust zu helfen, die Welt der Klänge wieder genießen zu können.
Finden Sie Ihr lokales MED-EL Team
© 2025 MED-EL Medical Electronics. Alle Rechte vorbehalten. Der Inhalt dieser Webseite dient nur zur allgemeinen Information. Es werden keine medizinischen Ratschläge gegeben. Kontaktieren Sie bitte Ihren Arzt oder Hörspezialisten und lassen Sie sich dort beraten, welche Hörlösung in Ihrem Fall geeignet ist. Nicht alle der gezeigten Produkte, Produktfunktionen oder Indikationen sind in allen Ländern zugelassen bzw. verfügbar.