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Veröffentlicht Jul 01, 2026
Lara ist 18 Jahre alt, kommt aus Österreich und spielt als Stürmerin in einer Fußballmannschaft. Ihre zwei Cochlea-Implantate erhielt sie bereits im Alter von neun Monaten. In diesem Artikel erzählt sie, wie die Implantate ihr Leben insbesondere beim Sport bereichern, und gibt Tipps für das Fußballspielen mit Cochlea-Implantat.
Mein Name ist Lara. Ich komme aus Österreich und spiele Fußball. Meine beiden Cochlea-Implantate unterstützen mich beim Fußballspielen, in der Schule und im Alltag. Sie ermöglichen es mir, mein Leben in vollen Zügen zu genießen.
Ich bin in einer sehr sportlichen Familie aufgewachsen. Schon als kleines Kind stand für mich fest, dass ich Fußball spielen möchte. Meine Eltern waren zunächst nicht begeistert – sie machten sich Sorgen, weil ich auf beiden Ohren taub war. Aber ich blieb hartnäckig und konnte sie schließlich überzeugen.
Als ich neun Monate alt war, entschieden meine Eltern, dass ich beidseitig Cochlea-Implantate bekommen sollte. An diese Zeit kann ich mich natürlich nicht erinnern. Ich kann nur wiedergeben, was mir meine Eltern darüber erzählen. Meine Mutter sagt, dass sie jederzeit wieder so entscheiden würde. Für sie sind die Cochlea-Implantate die beste Entscheidung überhaupt – sie betrachtet sie als ein großes Geschenk.
„Meine Eltern wollten, dass ich die besten Chancen im Leben habe – deshalb haben sie sich für Cochlea-Implantate entschieden.“
Lara
CI-Nutzerin und Fußballerin aus Österreich
Mein Weg war nicht immer einfach, deshalb war mentale Stärke besonders wichtig. Schon im Kindergarten besuchte ich regelmäßig eine Logopädin. So lernte ich, deutlich zu sprechen. Heute fällt es mir leicht, neue Sprachen zu erlernen.
Die Sprachtherapie hat mir unglaublich viel gebracht und war ein wichtiger Teil meiner Entwicklung. Meine Logopädin hat mich immer motiviert und ich habe jeden Termin als Chance gesehen, mein Hören weiter zu verbessern. Dafür bin ich ihr sehr dankbar.
Außerdem haben mich meine Familie, meine Lehrkräfte und meine Mitschülerinnen und Mitschüler von Anfang an unterstützt – überall, wo sie konnten.
Fußball ist ein Mannschaftssport und gute Kommunikation deshalb entscheidend. Damit ich auf dem Spielfeld immer gut hören kann, haben sich für mich drei Dinge bewährt:
Mein wichtigster Tipp ist ein hochwertiges Stirnband, das gut sitzt und nicht verrutscht. Ich habe inzwischen eines gefunden, mit dem ich sehr zufrieden bin. Die Stirnbänder, die ich vorher benutzt habe, sind ständig verrutscht, sodass ich mich nie hundertprozentig sicher gefühlt habe. Ich empfehle außerdem, immer ein zweites Stirnband dabeizuhaben, besonders wenn es zu regnen beginnt und das erste zu nass wird.
Es ist sinnvoll, die Batterien oder Akkus vor dem Spiel zu wechseln, wenn das nicht ohnehin erst kurz zuvor passiert ist. So muss man sie nicht mitten im Spiel tauschen. Früher hatte ich immer Ersatzbatterien auf der Ersatzbank liegen, und eine Mitspielerin, die wusste, wie man sie wechselt, hat das während des Spiels für mich übernommen.
Mein dritter Tipp ist, den Trainer oder die Trainerin zu bitten, taktische Anweisungen während Spielunterbrechungen oder Pausen zu geben. So muss man sich keine Sorgen machen, auf dem Spielfeld wichtige Informationen zu überhören.
Der größte Vorteil beim Fußball ist natürlich, dass ich problemlos mit meinen Mitspielerinnen kommunizieren kann. Kommunikation ist im Fußball enorm wichtig und meine Cochlea-Implantate machen sie deutlich einfacher.
„Es ist ein Geschenk, jeden Tag hören zu können.“
Lara
CI-Nutzerin und Fußballerin aus Österreich
Ein weiterer Vorteil: Wenn mir das Stimmengewirr und der Lärm einmal zu viel werden, kann ich meine Audioprozessoren einfach ausschalten. In der Umkleide ziehe ich mich für ein paar Minuten zurück, komme zur Ruhe und kann mich ganz auf mich selbst konzentrieren. Danach starte ich fokussiert und konzentriert ins Spiel.
Mit einem Cochlea-Implantat kann man Sport genießen. Bei manchen Sportarten ist eine zusätzliche Befestigung für den Audioprozessor sinnvoll, bei anderen reicht bereits die passende Magnetstärke aus. Ich persönlich hatte noch nie das Problem, einen Audioprozessor zu verlieren.
Das Wichtigste ist, eine Sportart zu finden, die einem Freude macht, und sie regelmäßig auszuüben. Und falls es doch einmal ein Problem mit dem Audioprozessor geben sollte, gibt es immer eine Lösung. Also probiert es aus und habt Spaß!
Vielen Dank, Lara!
Fotos mit freundlicher Genehmigung von Philipp Hicker.
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