Sehen können Sie diese allerdings nicht.
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Sehen können Sie diese allerdings nicht.
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Veröffentlicht Feb 18, 2019
Wir nutzen unser Gehör tagtäglich – Welche großartigen und komplexen Prozesse sich im inneren des Ohrs abspielen, wird vielen oft erst bewusst, wenn sich Anzeichen eines Hörverlusts bemerkbar machen. Unternehmen Sie mit uns eine Reise in das Innenohr und im Speziellen in die Hörschnecke (Cochlea). Viele faszinierende Fakten erwarten Sie dort (im Bild am Anfang dieses Artikels sehen Sie die Cochlea von innen).
Wir sind nahezu immer von Schallwellen umgeben. Doch auch wenn unser Gehirn ein unglaublich leistungsfähiges Organ ist – ohne Hilfe kann es keine Schallwellen verarbeiten. Und hier kommt die Cochlea ins Spiel! Die Cochlea befindet sich ganz im Inneren des Ohres und ist direkt mit dem Gehirn verbunden.
Nachdem das Außenohr Schallwellen aufgenommen hat, werden sie durch die verschiedenen Teile des Ohrs transportiert und schließlich an die Cochlea übertragen. Man kann sich das wie bei einem Trichter vorstellen, in den Wasser geschüttet und in weiterer Folge in einen enger werdenden Kanal geleitet werden. In der Cochlea werden die Schallvibrationen in elektrische Signale umgewandelt, die über den Hörnerv zum Gehirn gelangen. Dort werten die Nervenzellen des Gehirns die Signale aus und lassen uns „hören“. Und all das geschieht sofort und unmittelbar, ohne Zeitverzögerung.
Die Hörschnecke ist unglaublich klein. Sie hat in etwa die Größe einer Erbse und sieht von außen aus wie ein kleines Schneckenhaus. Im Inneren dieses kleinen Wunderwerks gibt es verschiedene Gänge und Strukturen, die eng zusammenwirken, um Schallvibrationen in Hörimpulse umzuwandeln. Die Gänge sind spiralförmig aufgerollt und haben dadurch in der kleinen Hülle Platz. Würde man aber eine durchschnittliche Cochlea „auseinanderrollen“, wäre der Schlauch ca. 31,5 mm lang. Zu Beginn misst dieser Schlauch ein paar Millimeter im Durchmesser. Er verengt sich zur Mitte des „Schneckenhauses“ hin kontinuierlich, bis sein Durchmesser schließlich nur mehr einen Bruchteil eines Millimeters beträgt. In dieser kleinen Schnecke sind alle Mechanismen angesiedelt, die das Ohr benötigt, um Schallvibrationen in Höreindrücke umzuwandeln.
Auch wenn die Cochlea sehr klein ist, steckt doch ganz viel in ihr drin. So sind über 20.000 Haarzellen in ihr angesiedelt, die dafür zuständig sind, die Schallwellen aufzunehmen und in elektrische Impulse umzuwandeln, die zum Gehirn geleitet werden können.
Auf dem Foto am Beginn dieses Artikels sehen Sie, wie es im Inneren der Cochlea aussieht. Grün eingefärbt können Sie in Form von Stäbchen ein paar der 20.000 Haarzellen erkennen. Um Ihnen eine Vorstellung von der Größe zu geben: Jede Haarzelle ist kleiner als 20 Mikrometer (= 0,02 mm). Die kleinen Härchen oben auf den Stäbchen werden von den Vibrationen der Schallwellen in Bewegung versetzt. Diese Bewegungen werden in den Stäbchen in elektrische Signale umgewandelt. Gelb eingefärbt sehen Sie Teile des Hörnervs. Dieser leitet die elektrischen Signale direkt an das Gehirn weiter.
Die 20.000 Nervenzellen sind entlang der gesamten Cochlea verteilt, also auf einer Länge von 31,5 mm. Je nachdem, welche Zellen durch die elektrischen Signale stimuliert werden, hören wir tiefere oder höhere Töne. Werden etwa Haarzellen an zwei unterschiedlichen Orten in der Cochlea befeuert, hört man zur selben zwei unterschiedliche Töne. Das hat mit der Art Art und Weise zu tun, wie die Haarzellen in der Cochlea entlang einer Membran ausgerichtet sind. Diese Membran ist auf einer Seite kurz und steif, daher reagiert sie an dieser Stelle nur auf hochfrequente Töne wie z.B. Vogelgezwitscher. Auf der anderen Seite wird die Membran länger und weicher und kann daher niederfrequente Klänge wie etwa das Plätschern eines Bachs verarbeiten. Dieses Phänomen wird „Tonotopie“ genannt.
Die Membrane in der Cochlea vibrieren nicht in einem mit Luft gefüllten Raum. Der Teil der Cochlea, der die Haarzellen und die Membrane berührt, ist mit einer speziellen Flüssigkeit gefüllt – der Endolymphe. Da die Flüssigkeit schwerer als Luft ist, hat sie in der Bewegung mehr Antriebskraft und kann so die Haarzellen und die Membrane effizienter bewegen. Sie können das mit dem Unterschied zwischen einer Sommerbrise, die Ihr Gesicht streift, und einer starken Welle, die Sie am Strand erfasst, vergleichen.
(Foto des Corti-Organs: R. Glückert , K. Pfaller, A. Schrott-Fischer, H. Rask-Andersen; Medizinische Universität Innsbruck, Austria)
Nachdem Sie den Artikel nun gelesen haben – gibt es noch etwas, das Sie gerne über die Cochlea wissen möchten?
MED-EL
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