Ich habe immer eine Regelschule besucht, angefangen vom Kindergarten bis jetzt zum College. Ich denke, am besten daran war, dass ich die Erfahrung einer „normalen“ Kindheit machen durfte – ich habe mich nie anders oder als Außenseiterin gefühlt. Eine Regelschule zu besuchen bedeutet mit verschiedensten SchulkollegInnen und LehrerInnen zu interagieren, unzählige Möglichkeiten zu bekommen sich auszuprobieren und all die Dinge zu erleben, die man für gewöhnlich im Schulalter erlebt. Die Schulzeit hat mich gelehrt in einer hörenden Welt mit hörenden Altersgenossen klarzukommen und mir all die Fähigkeiten anzueignen, die es dafür braucht.
Ich denke, das Wichtigste, was ich aus der Schulzeit mitgenommen habe, ist die Fähigkeit, für mich selbst einzutreten und keine Angst zu haben, etwas zu sagen oder um etwas zu bitten, das ich brauche.
Aber natürlich gab es in der Schule auch Herausforderungen: zum Beispiel die Schulkantine, in der es immer laut und unruhig war, was es mir schwer machte, mich beim Mittagessen zu unterhalten. Manchmal fiel das FM-System aus und ich musste in der Fünf-Minuten-Pause zwischen zwei Schulstunden schnell eine Lösung finden. Nicht nur einmal kämpfte ein Lehrer zehn Minuten lang damit die Untertitel am veralteten DVD-Player einzustellen und ich hatte oft das starke Bedürfnis zu sagen: „Passt schon, es geht auch ohne!“ Technologie kann kompliziert sein, seien es externe Hörhilfen oder die Implantatsysteme. Manchmal machen diese technischen Herausforderungen in Kombination mit den anderen Herausforderungen, die mit Hörverlust einhergehen, den Schulalltag etwas holprig.
Aber trotz aller Herausforderungen habe ich die High School mit ausgezeichneten Noten und vielen Freunden an meiner Seite abgeschlossen. Ich bin froh, dass ich Teil des regulären Schulsystems war, und glaube, dass ich vieles gelernt habe, was mich zu der Person gemacht hat, die ich heute bin.