in Gastartikel

Stefanie aus Berlin ist seit vielen Jahren Radiomoderatorin und liebt es, die Welt zu bereisen. Seit knapp einem Jahr trägt sie eine VIBRANT SOUNDBRIDGE. Im heutigen Gastartikel erzählt Stefanie ihre (Hör-)Geschichte und warum sie sich wünscht, dass die Gesellschaft mit Schwerhörigkeit offener umgehen würde.

Mein Name ist Stefanie und ich bin eine richtige Berlinerin! Vor 55 Jahren wurde ich hier geboren und bin nie weg gewesen. Seit über 25 Jahren bin ich Moderatorin beim Berliner Rundfunk 91.4 und habe schon Sendungen zu den verschiedensten Tageszeiten moderiert. Neben dem Radio sind das Reisen und Kultur meine großen Leidenschaften. In den letzten Jahren habe ich als Reiseleiterin für einen Reiseveranstalter und für meinen Radiosender unzählige Reisen in die ganze Welt begleitet. Mit meinen Freunden und Bekannten findet man mich – wenn es möglich ist – in den Kinos, Theatern, Opernhäusern und Biergärten Berlins.

Seit diesem Sommer biete ich Stadtführungen durch die Berliner Kieze an und freue mich, dass ich die Liebe zu meiner Heimatstadt mit Gästen teilen kann.

Ohrenschmerzen, Tinnitus, Hörverlust und Hörgeräte

Meine Hörgeschichte begann auf einer der vielen Reisen rund um den Globus: Ich war gerade in Vietnam, als ich 2013 das erste Mal Schmerzen im Ohr hatte. Kurze Zeit später in Australien war mein rechtes Ohr plötzlich „zu“, ein Gefühl, als hätte ich Wasser im Ohr. Beide Male halfen mir kurzfristig Ohrentropfen, doch dann kam der Tinnitus im rechten Ohr dazu – bei mir in der Form eines konstanten Rauschens.

Im Laufe der nächsten Jahre ging es mit meinem Gehör auf und ab: Mal war ein Ohr besser, mal das andere, aber beide Ohren waren feucht und das Hören wurde schleichend schlechter. Vor vier Jahren bekam ich schließlich beidseitig Hörgeräte. Diese halfen mir zwar beim Hören, aber ich bekam häufig Entzündungen durch die Ohrpassstücke. Ich bin also mit den Hörgeräten von der Hörqualität her gut zurechtgekommen, konnte sie aber häufig nicht tragen. Irgendwann habe ich sie nur mehr getragen, wenn ich mit anderen Menschen zusammen war.

Anlässlich einer dieser Ohrentzündungen überwies mich mein HNO-Arzt an eine Klinik in Berlin. Dort wurde eine Gehörgangsstenose in beiden Ohren diagnostiziert, das bedeutet, dass der äußere Gehörgang verengt ist und die Schallleitung erschwert wird. Außerdem ist mein Trommelfell „verwachsen“. Es folgten mehrere Operationen, bei denen – leider erfolglos – versucht wurde, meinen linken Gehörgang zu öffnen.

Eine neue Möglichkeit: VIBRANT SOUNDBRIDGE

In der Klinik erfuhr ich dann von der VIBRANT SOUNDBRIDGE, als mir der behandelnde Oberarzt ein Mittelohr-Implantat als Lösung für meine Probleme vorschlug. Nachdem die anderen Behandlungsversuche erfolglos blieben und ich Vertrauen in meinen Arzt habe, entschied ich mich also für dieses Hörimplantat. Ende Oktober 2020 wurde ich schließlich implantiert und habe die Operation als sehr entspannt erlebt. Die Stelle, an der das Implantat unter der Haut am Kopf liegt, hat beim Schlafen ein paar Nächte lang weh getan, aber ansonsten hatte ich keine Beschwerden. Mitte Dezember wurde mein Implantat dann aktiviert.

Momentan verwende ich die VIBRANT SOUNDBRIDGE auf der linken Seite und komme damit sehr gut zurecht. Meist lasse ich das Hörgerät, das ich für meine rechte Seite noch habe, weg und höre nur mit einem Ohr. Aufgrund der Corona-Pandemie ist das Sozialleben noch recht eingeschränkt, es wird sich also erst zeigen, ob die einseitige Versorgung reicht oder ob ich auch auf meiner rechten Seite eine SOUNDBRIDGE brauche.

Erste Höreindrücke mit Hörimplantat

Als mein SAMBA 2 Audioprozessor angepasst wurde, kam ich mir vor wie in einem dieser YouTube-Videos, in denen ein Kind zum ersten Mal die Stimme der Eltern hört und laut juchzt. Wir waren alle ein bisschen aufgedreht und ich habe ein paar Tränen verdrückt, als ein Herr von MED-EL, der bei der Anpassung dabei war, zu meinem Arzt sagte: „Bei Frau Schweda ist alles im optimalen Bereich.“

Wenn ich heute an die ersten Erlebnisse denke, werden immer noch die Augen feucht: Erst hat ein Vogel neben mir in einer Hecke gezwitschert. Dann hörte ich jemanden telefonieren und sah die Person dann hinter einer Autoscheibe – das hätte ich mit dem Hörgerät nie gehört. Und ohne sowieso nicht. Im Auto hörte ich mir Beethovens Mondscheinsonate an, um zu testen, wie die Soundqualität bei klassischer Musik sein würde. Ich war restlos begeistert, fuhr zu meiner Mutter und fiel ihr schluchzend in die Arme. Ich hatte nicht damit gerechnet, wie groß die Erleichterung sein würde!

Der erste Frühling mit der VIBRANT SOUNDBRIDGE war ebenso überwältigend: So viele Vögel in den Bäumen! Wenn es das Wetter zulässt, sitze ich am Abend auf meinem Balkon und genieße ihr Konzert, als würden sie es nur für mich aufführen. Erstaunlich war für mich auch, wie „redefreudig“ meine beiden Kater sind, die „Mauzer“ zur Begrüßung und als Frühstücksforderung sowie ihr wohliges Schnurren sind Töne, die ich bisher nicht gehört habe.

Mein Alltag mit der VIBRANT SOUNDBRIDGE und dem SAMBA 2

Wenn ich die Klangqualität des Hörimplantats mit jener meiner Hörgeräte vergleiche, ist das Hörerlebnis mit der VIBRANT SOUNDBRIGE deutlich besser. Ich nutze meistens das Programm, das Hintergrundgeräusche ausblendet, und komme damit sehr gut zurecht. Durch den deutlich besseren Klang verstehe ich jetzt auch Menschen, die flüstern oder die Stimme senken. Es gibt aber auch Orte, wie z. B. Räume, in denen es hallt, die für mich noch schwierig sind. Da hilft es auch nicht, die Lautstärke lauter oder leiser zu stellen. Die SOUNDBRIDGE am linken Ohr verträgt sich aber gut mit dem Hörgerät am rechten Ohr.

Auch mit der Batterielaufzeit des SAMBA 2 bin ich zufrieden, ich kann eine knappe Woche ohne Batterietausch hören. Der größte Vorteil des Implantat-Systems für mich ist aber, dass das Hören einfach kein Thema mehr ist. Ich gebe die SOUNDBRIDGE morgens an den Kopf und nehme sie zum Schlafengehen ab. Das ist unglaublich entlastend!

Musik hören mit Mittelohrimplantat

Am Arbeitsplatz im Radiostudio ist es deutlich einfacher geworden, denn ich kann den SAMBA 2 auch mit Kopfhörern tragen – mit Hörgeräten war das schwierig und unangenehm. Ich muss die Studiobeschallung nicht mehr so laut machen und kann mich mit Kollegen sogar dann noch unterhalten, wenn ich die Kopfhörer aufhabe. Ich vermute, dass ich es auch im Theater und Kino wieder leichter haben werde, aber das konnte ich noch nicht ausprobieren.

Musik höre ich ansonsten – wie alle anderen auch – vor allem im Auto, da stelle ich sie schön laut und mache mir dafür den Sound etwas „weicher“, weil Popmusik ab einer gewissen Lautstärke schrill klingt. Klassische Musik klingt auch aus Lautsprechern fantastisch. Wenn ich die SAMBA 2 GO Bluetooth-Schlinge dabeihabe, höre ich mit ihr gern Musik und Podcasts, weil ich mir dann Kopfhörer erspare.

Ratschläge und Wünsche

Anderen Menschen mit einer ähnlichen Hörgeschichte würde ich raten: Nehmt den Hörverlust ernst – bemüht euch besser früher als später um Hörhilfen. Und wenn der Arzt sagt, dass eine VIBRANT SOUNDBRIDGE helfen kann: Habt keine Angst! Es kann nur besser werden! Ein Hörgerät ist keine Schande. Geht offensiv mit dieser Einschränkung um.

Ich bin mit meiner Schwerhörigkeit immer sehr offensiv umgegangen. Ich persönlich finde es albern, wenn Menschen versuchen, ihre Hörgeräte zu verbergen. Ich finde es viel besser, wenn Hörgeräte zu sehen sind – dann bleibt die Umgebung aufmerksam. Ich würde sie alle bunt machen, damit die Mitmenschen immer wieder daran erinnert werden: Hier ist jemand mit besonderen Bedürfnissen.  Deshalb zeige ich allen Freunden und Bekannten voller Stolz mein neues Ohr – mit dem Spruch „Guck mal: Technik, die begeistert“.

Wenn ich mein SOUNDBRIDGE System zeige, sind alle sehr beeindruckt. Gern lasse ich es Freunde anfassen und sie selbst ausprobieren, wie der Magnet funktioniert.
Natürlich freuen sich Familie, Freunde etc. mit mir darüber, dass mein Leben leichter geworden ist. Und sie freuen sich sicher auch, dass die Kommunikation mit mir einfacher geworden ist. Wir machen auch gerne Witze, dass ich jetzt ein Cyborg bin – eine Mensch-Maschine.

Danke, Stefanie!

Wie SAMBA 2 und BONEBRIDGE den Alltag von Sophie aus England verbessert haben, lesen Sie in diesem Gastartikel

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