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Im Nordwesten Argentiniens liegt eine kleine, abgelegene Provinz namens Jujuy, umgeben von beeindruckend aufragenden roten Bergen und bekannt für ihre malerischen Quechuan-Dörfer. Doch es gibt noch etwas, was diese Gegend besonders macht: Nirgendwo sonst auf der Welt gibt es eine höhere Wahrscheinlichkeit, mit Mikrotie geboren zu werden. Ein HNO-Arzt hat es sich zur Aufgabe gemacht, den betroffenen Kindern in Jujuy das Hören zu ermöglichen.

 

Mikrotie und Hörverlust

Mikrotie  ist eine angeborene Fehlbildung des Ohres. Sie kann sowohl das Außenohr als auch den Gehörgang betreffen. Daher kann Schall nicht mehr so einfach zum Mittel- und Innenohr vordringen. Die Folge: Schallleitungsschwerhörigkeit. Im Durchschnitt kommen ein oder zwei von 10.000 Babys mit Mikrotie zur Welt. In Jujuy sind es ca. 20 von 10.000 Neugeborenen.

Dr. Mario Zernotti, ein HNO-Arzt aus Cordoba in Argentinien, übernahm die Leitung eines neuen Projekts, das den Kindern von Jujuy mit ihrer Mikrotie helfen soll. Er beschloss, ihnen Knochenleitungshörgeräte zu geben und zu beobachten, wie diese sowohl ihr Hörvermögen als auch ihr Leben im Allgemeinen verbessern würden.

Das richtige Gerät zu wählen, war dabei ein wichtiger Schritt. Die meisten implantationsfreien Knochenleitungshörgeräte werden an einem Stirn- oder Softband befestigt. Wenn das Gerät vibriert, werden die Schallschwingungen auf den Schädelknochen und weiter auf die Cochlea im Innenohr übertragen. Das ermöglicht es, dem Nutzer zu hören. Ein Problem dabei ist allerdings der auf die Haut ausgeübte Druck, der vor allem für Kinder unangenehm stark sein kann.

Beim neuen ADHEAR System gibt es dieses Problem nicht. ADHEAR wird ganz einfach mithilfe eines Klebeadapters hinter das Ohr geklebt und versetzt den Knochen in Schwingung, ohne schmerzhaften Druck auf die Haut auszuüben.

Für Dr. Zernotti war das die ideale Lösung. Gemeinsam mit einem Team von MED-EL Experten reiste er nach Jujuy, um die beteiligten Kinder zu treffen und ihnen ihre neuen ADHEAR Geräte zu zeigen.

 

Um das Hören kämpfen: Santinos Geschichte

Für viele der am Jujuy-Projekt beteiligten Kinder war dies das erste Knochenleitungshörgerät, das sie je ausprobiert hatten. Jujuy ist eine der ärmsten Regionen Argentiniens und Eltern müssen oft darum kämpfen, die Hilfe zu bekommen, die ihre Kinder benötigen.

Das trifft auch auf Familie Ramirez zu. Der sechsjährige Santino wurde mit Mikrotie und dem Goldenhar-Syndrom geboren, was sein Hörvermögen auf einer Seite stark einschränkt. Aber für seine Mutter Esther gibt es nichts, was sie nicht tun würde, um ihrem Sohn die Hilfe zu organisieren, die er benötigt.

„Dieses wunderbare Geschenk zu erhalten, war überwältigend“, berichtet Esther darüber, wie es war zu erfahren, dass ihr Sohn ein ADHEAR bekommen würde. „Als ich herausfand, dass er sich darauf freuen konnte, konnte ich es nicht fassen.“

Normalerweise hört Santiago mit seinem rechten Ohr nichts. „Es war aufregend zu beobachten, wie der Arzt mit ihm sprach und Santiago seinen Kopf nach rechts drehte.“ Mit ADHEAR kann Santiago nun hören, aus welcher Richtung ein Geräusch kommt, egal, ob es seine Freunde am Spielplatz sind oder ein Auto auf der Straße.

„Wir haben viele Veränderungen an ihm beobachtet“, erklärt Esther. „All unsere Hoffnungen wurden erfüllt.“

Boy with ADHEAR

Hoffnung für die Zukunft

Und Santiago war nicht der Einzige, der von seinem neuen Knochenleitungshörgerät begeistert war. Insgesamt haben 15 Kinder aus Jujuy ein ADHEAR bekommen. „Die Geräte zu aktivieren, war eine sehr emotionale Erfahrung“, erzählt Humberto Maone von MED-EL Lateinamerika.

„Wir hatten ein Mädchen mit 70% Hörverlust in beiden Ohren. Sobald wir das Gerät aktivierten, konnte man beobachten, wie sie die Geräuschquelle wahrnahm und zuzuhören begann.“

Und es gibt noch mehr gute Nachrichten für die neuen ADHEAR-Nutzer: Der Gesundheitsminister von Jujuy hat sich dazu verpflichtet, für die Bereitstellung von Klebeadaptern und Batterien zu sorgen, und Unterstützung bei der Instandhaltung der ADHEAR Geräte zugesagt.

Dank dieser Hilfe können die jungen ADHEAR Nutzer endlich jene Kindheit haben, die sich ihre Eltern für sie gewünscht haben.

 

Lesen Sie hier, wie ADHEAR das Leben von Robert aus Österreich verändert hat.

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