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Krankenhausaufenthalte können eine Herausforderung sein und sind häufig mit Nervosität verbunden. Wenn Sie mit einem Hörgerät oder einem Hörimplantat ins Krankenhaus müssen, finden Sie hier einige Tipps, mit deren Hilfe Sie Ihren Aufenthalt so reibungslos wie möglich gestalten können – auch in schwierigen Zeiten für das Gesundheitssystem, z.B. in Zeiten einer globalen Pandemie.

 

Gute Vorbereitung

Bereiten Sie sich vor Ihrem Krankenhausaufenthalt darauf vor, von zu Hause weg zu sein. Das bedeutet: Bringen Sie ausreichend Ersatzbatterien und anderes Zubehör mit, das Sie regelmäßig verwenden, wie z.B. ein Trocknungsset. Vielleicht möchten Sie auch einen Ersatz-Prozessor mitbringen, falls Sie einen zur Verfügung haben, und Ihr Lieblings-Zubehör (Fernbedienung, AudioLink, etc.). Wenn Sie glauben, dass es Zeiten gibt, in denen Sie die Batterien nicht selbst auswechseln können, zeigen Sie Ihrem Pflegepersonal, wie das funktioniert. Es könnte außerdem helfen, Ihr Benutzerhandbuch oder eine Kurzanleitung mitzubringen, damit Ihre Betreuerinnen und Betreuer auch dann darin nachlesen können, wenn Sie selbst nicht verfügbar sind. Auf den Support-Seiten auf der MED-EL Website finden Sie auch hilfreiche Tipps und Tricks sowie Unterstützung bei der Fehlersuche für Ihren Audioprozessor – eine großartige Möglichkeit für Sie, Ihr medizinisches Team und Ihre Familie und Freunde.  Wenn Ihre Audiologin oder Ihr Audiologe Ihnen bestimmte Tipps und Tricks gezeigt hat, die für Sie gut funktionieren, die aber nicht in den bereits erwähnten Quellen zu finden sind, könnten Sie darüber hinaus mit Ihrem Smartphone eine Schritt-für-Schritt-Anleitung filmen, die zeigt, wie Sie bestimmte Aktionen durchführen können. Das Video kann dann bei Bedarf dem medizinischen Personal oder Familie und Freunden gezeigt werden.

Stellen Sie sicher, dass Sie jederzeit wissen, wo sich Ihr Prozessor und Ihr Zubehör befindet. Wenn das Pflegepersonal Ihr Bett macht, bewahren Sie es sicher auf. Nachts bewahren Sie es am besten in einem Nachttisch, dem Daily Case (Prozessor-Schutzhülle) oder einem Trocknungsset auf. Bitte nie in einer Serviette oder einem Taschentuch aufbewahren, da es so leicht passieren kann, dass Ihre Hörgeräte oder Audioprozessoren im Mülleimer landen. Wenn Sie längere Zeit in einem Krankenhausbett verbringen müssen, ist es immer möglich, dass Sie zwischendurch einschlafen, während Sie Ihr Hörgerät oder Ihren Audioprozessor noch tragen. Es besteht die Gefahr, dass Ihr Gerät herunterfällt und dort landet, wo es nicht mehr gefunden wird. Hier empfiehlt sich das Tragen von zusätzlichen Befestigungsmöglichkeiten wie dem Sportkopfband. So bleibt Ihr Prozessor sicher und geschützt, selbst wenn Sie schlafen.

In Zeiten einer globalen Pandemie, z.B. während der COVID-19-Pandemie, kann das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes (MNS) erforderlich sein – insbesondere an öffentlichen Orten oder Gesundheitseinrichtungen wie beim Arzt oder im Krankenhaus. Stellen Sie immer sicher, dass Sie einen Mund-Nasen-Schutz dabeihaben, den Sie bequem mit Ihrem Hörgerät oder Hörimplantat tragen können. Wenn Sie sich nicht sicher sind, welche Art von Mund-Nasen-Schutz Sie verwenden sollen, tauschen Sie sich mit anderen CI-Trägerinnen und -Trägern aus, was sie verwenden oder kaufen Sie ein paar verschiedene Modelle, um herauszufinden, welcher für Sie am bequemsten ist. Wenn Sie einen HdO-Audioprozessor wie SONNET oder SONNET 2 verwenden, könnte es eine gute Strategie sein, zuerst die Maske aufzusetzen, wenn Sie planen, den Prozessor tagsüber häufig zu entfernen. Eine weitere Erleichterung bringt ein Maskenhalter, den MED-EL Deutschland seit kurzem allen Bestellungen beifügt. Sollten Sie Ihren noch nicht erhalten haben, wenden Sie sich jederzeit gerne an unsern Kundenservice unter service@medel.de.


Hörverlust ist unsichtbar – Machen Sie ihn sichtbar

Gehen Sie bitte nie davon aus, dass das Krankenhauspersonal auf den ersten Blick weiß, dass Sie Hörverlust haben. Selbst wenn Sie ein Hörgerät oder ein Implantat verwenden, ist Ihr Hörverlust nicht immer offensichtlich. Und manche Mitarbeiter wissen vielleicht nicht, dass Sie auch dann noch Hörprobleme haben, wenn Sie Ihr Hörgerät oder Ihren Audioprozessor tragen.

Am besten kann man dieser Tatsache entgegenwirken, indem man jeden wissen lässt, dass man Hörverlust hat. Bitten Sie das Pflegepersonal und die Ärztinnen und Ärzte, langsam zu sprechen, und gehen Sie am besten auch offen mit der Tatsache um, wenn Sie Probleme haben, Erklärungen oder Anweisungen zu verstehen. Man kann immer darum bitten, dass einem die wichtigsten Informationen aufgeschrieben werden.

Ein weiterer Tipp ist schon bei der Anmeldung das Personal zu bitten, einen Zettel oder Aufkleber mit Hinweis auf Ihren Hörverlust auf der Vorderseite Ihrer Krankenakte anzubringen. Auf diese Weise wird jedem, der Ihre Unterlagen bearbeitet, klar, dass Sie Hörverlust haben. Sie können natürlich auch Ihre eigenen Aufkleber mit dem Hörverlust-Symbol mitbringen. Diesen können sie ganz leicht im Internet finden.


Gute Kommunikation

Es ist wichtig, wirklich alles zu verstehen, was Ihre Ärztinnen und Ärzte oder das Pflegepersonal sagen. Scheuen Sie sich nicht, sie wissen zu lassen, wenn Sie es nicht verstanden haben.

Hier sind ein paar Tipps, die Sie mit Ihrem Pflegepersonal und Ärzteteam teilen können:

  • Stellen Sie sich immer der Person gegenüber, mit der Sie kommunizieren.
  • Bitten Sie sie, ihr Gesicht immer sichtbar zu halten, so dass Sie von den Lippen ablesen können, um Ihr Gehör zu unterstützen. Wenn sie mit Ihnen sprechen, bitten Sie sie, keine anderen Dinge zu tun, wie z.B. das Bett zu machen.
  • Wenn Sie versuchen, nachts zu kommunizieren, schalten Sie das Licht am Bett ein. Manche Schwestern und Pfleger zögern vielleicht, das Licht einzuschalten, weil sie andere im Zimmer nicht wecken wollen, aber lassen Sie sie wissen, dass Sie das Licht brauchen, um gut kommunizieren zu können.
  • Schalten Sie Ihren Fernseher oder Ihr Radio aus, wenn Sie sprechen, oder bitten Sie Ihre Mitbewohnerin oder Ihren Mitbewohner, die Geräte leiser zu stellen, wenn der Lärm Sie am Verstehen hindert.
  • Bitten Sie das Personal, deutlich zu sprechen: nicht zu schnell, nicht zu langsam und nicht zu laut. Lassen Sie sie wissen, dass Schreien Ihnen das Verstehen nur erschwert.
  • Wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Ihnen etwas sagt, wiederholen Sie es eventuell, um sicherzugehen, dass Sie alles richtig verstanden haben. Wenn Sie sich nicht sicher sind, bitten Sie sie, es für Sie aufzuschreiben.
  • Wenn alle im Krankenhaus einen Mund-Nasen-Schutz tragen müssen, ist Lippenlesen oft nicht möglich. Machen Sie das Personal darauf aufmerksam, dass das Fehlen von Lippenlesen und visuellen Hinweisen durch die Mimik eine Herausforderung für Sie darstellt. Wenn möglich, verwenden Sie bei wichtigen Gesprächen mit Ihrem medizinischen Team Hörhilfen oder Telefonapplikationen, die über Diktierfunktionen für die Untertitelung verfügen. Wenn das nicht möglich ist, bitten Sie sie, wichtige Mitteilungen zu wiederholen oder für Sie aufzuschreiben. Das Wiederholen dessen, was Ärzte oder Krankenschwestern zu Ihnen sagen, kann als zusätzliche Gelegenheit zur Klärung genutzt werden.


Tipps für bestimmte Situationen im Krankenhaus

Hier noch einige Tipps für bestimmte medizinische Untersuchungen:

Medizinische Untersuchungen

Wenn Sie sich einer medizinischen Untersuchung unterziehen müssen, bitten Sie darum, dass ein/e MitarbeiterIn Sie abholt. Lautsprecherdurchsagen können schwer zu verstehen sein – selbst für jemanden mit normalem Gehör. Zögern Sie nicht, Ihren behandelnden Ärztinnen oder Ärzten mitzuteilen, dass Sie sie nur hören können, wenn Sie Ihr Hörgerät oder Ihren Prozessor tragen. Wenn alle im Krankenhaus einen Mund-Nasen-Schutz tragen, machen Sie das Personal darauf aufmerksam, dass die Kommunikation für Sie aufgrund der Gesichtsverkleidung schwieriger sein könnte. Teilen Sie Ihre Erfahrungen und Tipps für eine verbesserte Kommunikation mit ihnen.

MRT- oder CT-Aufnahmen

Bringen Sie für radiologische Untersuchungen, wie MRT oder CT alle medizinischen Ausweise mit, die Sie haben. Seien Sie sich mit Ihrem Team darüber im Klaren, dass Sie einen Hörverlust haben und ein Hörgerät oder Cochlea-Implantat verwenden. Sie müssen das Gerät oder den Prozessor während des Scans entfernen. Stellen Sie sicher, dass Ihr Hörgerät oder Prozessor an einem sicheren Ort aufbewahrt wird, damit Sie es nach dem Scan wieder aufsetzen können.

Wenn Sie ein Cochlea-Implantat haben, hat dies Einfluss darauf, welche Stärke das MRT haben kann. Nicht alle MRT-Stärken sind mit allen Cochlea-Implantaten kompatibel. Bei einigen Cochlea-Implantaten muss der Magnet des Implantats vor der MRT operativ entfernt werden. Die MED-EL SYNCHRONY Cochlea-Implantat-Serie ist sicher bei 3,0 Tesla, ohne den Magneten zu entfernen, und die Cochlea-Implantate CONCERTO und SONATA sind beide sicher bei 1,5 Tesla, ohne den Magneten zu entfernen. Wenn Sie oder Ihr medizinisches Team weitere Informationen über MRTs mit Cochlea- und anderen Hörimplantatsystemen suchen, finden Sie alles, was Sie wissen müssen, im Abschnitt „Wichtige Sicherheitsinformationen“ auf unserer Website.

Chirurgischer Eingriff

Finden Sie immer im Vorfeld einer Operation heraus, ob Sie eine Vollnarkose benötigen werden. Falls ja, bitten Sie Ihr Operationsteam, Ihren Audioprozessor sicher aufzubewahren. Eine gute Idee wäre es, ihn in einem Plastiketui aufzubewahren, auf dem Ihr Name und Ihre Zimmernummer stehen. Viele Teile im Operationssaal werden aus Metall sein, so dass ein herumliegender Prozessor an einem von ihnen hängen bleiben und später schwer zu finden sein könnte.

Erinnern Sie Ihr Pflegepersonal daran, dass Sie ohne Ihren Prozessor nicht hören können. Er sollte das Erste sein, was Sie nach dem Aufwachen bekommen.

Haben Sie weitere Fragen zum Krankenhausaufenthalt mit einem Hörgerät oder Hörimplantat? Ihr MED-EL Team vor Ort steht Ihnen zur Seite und beantwortet alle Ihre Fragen. Die Kontaktdaten finden Sie auf unserer Website.

 

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