in Gastartikel

Hallo! Mein Name ist Ross, ich bin 55 Jahre als und lebe in Kanada in der Stadt Saskatoon. Ich bin verheiratet und habe vier Söhne. Ich bin für die kanadische Regierung tätig, wo ich im Zusammenhang mit landwirtschaftlichen Ökosystemen an Forschungsprojekten zu Insekten arbeite. Ich bin ein sehr aktiver Mensch und treibe verschiedene Sportarten. Am liebsten verbringe ich aber meine Zeit mit der Familie und spiele außerdem noch Gitarre.

 

„Ich musste mich auf ein vermindertes Hörvermögen einstellen, in dem ich mein physisches Verhalten änderte.“

 

Bei meiner Geburt wurden bei mir Mikrotie und Atresie am rechten Ohr diagnostiziert. Meine Eltern bemühten sich zunächst um eine Korrektur des Hörverlustes. Allerdings wurde ihnen gesagt, dass eine Operation wegen möglicher Komplikationen nicht möglich sei. In Bezug auf die Mikrotie war ich in meiner Jugend- und Teenagerzeit eher wegen des Aussehens besorgt als wegen des Hörverlustes, den sie verursachte. Mein Hörvermögen im linken Ohr ist ausgezeichnet und ich hatte das Glück, dass der Hörverlust auf der rechten Seite meine Sprachentwicklung nicht beeinträchtigt hat.

Richtig bewusst wurde mir der Hörverlust erst, als ich an die Universität ging. Vor allem bei der Projektarbeit in der Gruppe und bei Veranstaltungen im Labor hatte ich Schwierigkeiten, den Gesprächen zu folgen. Ich musste mich auf mein vermindertes Hörvermögen einstellen, indem ich mein physisches Verhalten änderte. Ich versuchte mich zum Beispiel so zu positionieren, dass die Leute, mit denen ich sprach, links von mir standen, wo ich gut hören konnte.

Erst als ich so Ende 20 war, begann ich mich aktiv nach möglichen Lösungen für mein Hörproblem umzusehen. Die erste Technologie, auf die ich dabei stieß, war das CROS-System, bei dem der Klang drahtlos vom schlechten zum guten Ohr übertragen wird. Obwohl ich mein Hörvermögen im rechten Ohr mit CROS erheblich verbessern konnte, verursachte das System Nebengeräusche in meinem linken Ohr. Insgesamt fühlte ich mich desorientiert, weil ich nicht mit beiden Ohren hörte. Mir wurde bald klar, dass das nicht das Richtige für mich war.

Auf Anraten meines HNO-Arztes probierte ich 2007 das BAHA-System aus, das ich einen Monat lang an einem Stirnband trug. Das Hörvermögen im rechten Ohr ließ sich damit hervorragend steigern, und auch die linke Seite wurde davon nicht beeinträchtigt. Allerdings war mir wegen der aufwändigen Pflege und möglicher Infektionen bei dem Gedanken an eine dauerhafte BAHA-Verankerung nicht wohl. Daraufhin schloss ich auch BAHA als mögliche Option für mich aus.

 

„Ich habe 25 Jahre damit verbracht, die verfügbaren Lösungen zu studieren, um die Technologie zu finden, die am besten zu mir passt.“

 

Ich arbeite in der Forschung, daher treffe ich Entscheidungen nur nach reiflicher Überlegung und Auswertung aller verfügbaren Daten. In diesem Fall habe ich 25 Jahre damit verbracht, die verfügbaren Lösungen zu studieren, um die Technologie zu finden, die am besten zu mir passt. Aber auch wenn es sehr lange gedauert hat, war es mir wichtig, ein System zu finden, das mein Hörvermögen und meine Lebensqualität verbessern würde. Erst 2014 sprach ich mit meinem Ohrenarzt und meinem Audiologen zum ersten Mal über BONEBRIDGE. Zu dieser Zeit war das noch ein neues System, das erst kurz zuvor die Zulassung in Kanada bekommen hatte. Sie fanden, dass ich ein hervorragender Kandidat für diese Lösung sei. Obwohl mich die BONEBRIDGE-Technologie schon sehr interessierte, brauchte ich noch etwas Zeit, um das System auf Herz und Nieren zu prüfen.

Ich sprach mit einer Patientin, die zu den ersten Trägern eines BONEBRIDGE in Kanada gehörte. Sie erzählte mir, dass sie nach dem Eingriff Schmerzen gehabt habe, dass die Schwellung aber schnell zurückgegangen sei. Nach einem zweiten Termin mit meinem Ohrenarzt beschloss ich, den Eingriff vornehmen zu lassen. Am 24. November 2015 fuhr ich dafür ins Royal University Hospital. Der Eingriff erfolgte am Morgen, und nachmittags war ich schon wieder zu Hause. Ich fühlte mich zwar nicht ganz wohl, hatte aber keinerlei Schmerzen. Am nächsten Tag entfernte meine Frau den Verband und war etwas besorgt wegen der Schwellung und der Verfärbung. Man könnte sagen, dass sie mehr gelitten hat als ich!

 

„Endlich konnte ich auf beiden Seiten hören – was für ein unglaubliches Erlebnis!“

 

Die Genesung verlief unkompliziert, und ich wartete ungeduldig auf die Aktivierung. Die vier Wochen Wartezeit waren schwer auszuhalten. Am Tag der Aktivierung war es sehr kalt, und ich ging durch schneebedeckte Straßen zu meinem Audiologen. Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie ich meine linken Schritte hörte: „Knatsch…Knatsch…Knatsch.“Als ich das Krankenhaus nach der Aktivierung verließ, hörte ich plötzlich beide Schritte, rechts und links: „Knatsch, Knatsch, Knatsch, Knatsch, Knatsch, Knatsch.“Endlich konnte ich auf beiden Seiten hören – was für ein unglaubliches Erlebnis!

 

„Aber das großartigste ist, dass ich immer wieder neue Arten des Hörens kennenlerne!“

 

Das BONEBRIDGE-System hilft mir in vielen Situationen, zum Beispiel in Gesprächen, in Restaurants oder beim Autofahren. Dank BONEBRIDGE weiß ich, wo der Klang herkommt, was vorher nicht möglich war.Aber wirklich toll ist vor allem der Stereoklang. Bislang habe ich nie Stereo gehört, meine ganze Welt war immer Mono. Jetzt hat der Klang Tiefe!

Das Hörvermögen auf der rechten Seite hat sich bei mir in den letzten zwei Jahren stetig weiterentwickelt. Am Anfang stellte ich Verbesserungen bei den „einfachen“ Hörsituationen fest, zum Beispiel in Gesprächen. Im Laufe der Zeit stellte ich fest, dass sich mein Gehör auch in komplexeren Situationen steigerte, beim Hören von Stereo-Sound, beim Ausblenden von Nebengeräuschen und durch eine verbesserte Ortung des Klanges. Mein Gehirn musste lernen, Klänge zu „filtern“, um zu erkennen, was wichtig und was einfach nur Geräusch ist. Zu hören, wo der Klang herkommt, ist etwas, das ich erst kürzlich gelernt habe.Aber das großartigste ist, dass ich immer wieder neue Arten des Hörens kennenlerne!

 

„Ich dachte, dass ich mit einem Ohr hervorragend höre, müsste doch genügen.Nach dem Eingriff und der Aktivierung wurde mir klar, wie falsch ich damit lag.“

 

Viele Menschen, auch Patienten, Chirurgen, Audiologen und Versicherungen, scheinen der Meinung zu sein, dass es reicht, nur auf einem Ohr zu hören. Mir ging es da ursprünglich nicht anders, deshalb habe ich so lange gebraucht, bis ich mich für BONEBRIDGE entschieden habe. Ich dachte, dass ich mit einem Ohr hervorragend höre, müsste doch genügen. Nach dem Eingriff und der Aktivierung wurde mir klar, wie falsch ich damit lag. Dass ich jetzt auf beiden Seiten hören kann, hat mein Leben grundlegend verändert. Ich würde so weit gehen zu sagen, dass es dank neuester Technologien wie dem BONEBRIDGE kein Privileg sein sollte, sowohl rechts als auch links hören zu können. Patienten, Chirurgen, Audiologen und Versicherungen müssen erkennen, dass es in vielen Fällen nicht ausreicht, nur auf einer Seite zu hören.Jeder geeignete Kandidat hat ein Recht auf beidseitiges Hören.

 

Das BONEBRIDGE-System hat mein Leben verändert. Wie viele Bereiche davon betroffen sein würden, hätte ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht vorstellen können.Immer wieder höre ich etwas Neues und kann kaum fassen, wie gut ich mittlerweile hören kann.

 

 

Danke, Ross!Erfahren Sie mehr über das BONEBRIDGEHörimplantat und wer davon profitieren könnte.

 

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