in Gastbeiträge

Haben Sie schon von unserem neuesten Cochleaimplantat-Audioprozessor, dem RONDO 2, gehört? Als einziger Audioprozessor weltweit ist er kabellos aufladbar. Und laut Tom Seabrook, der den RONDO 2 schon getestet hat, ist er so klein und leicht, dass man „irgendwann vergisst, dass man ihn trägt!“

Tom, der schon seit ein paar Jahren ein Cochleaimplantat trägt, gehörte zu den ersten in Großbritannien, die einen RONDO 2 bekommen haben. In diesem Blogbeitrag erzählt er von seinem Hörverlust, und wie der RONDO 2 sein Hörerlebnis revolutioniert hat.

 


 

Hallo! Mein Name ist Tom. Ich komme ursprünglich aus East Yorkshire, lebe aber schon seit 20 Jahren im Nordwesten von England. Ich habe drei Kinder (im Alter von 11, 8 und 4), die mich ganz schön auf Trab halten, gehe aber auch gern laufen und Fahrrad fahren und bin nebenbei noch Rugby-Trainer und -Schiedsrichter für meine Kinder. Ich arbeite freiberuflich als Fachanwalt für Eigentumsrecht und -streitigkeiten. Deshalb bin ich zeitlich flexibel und ich habe noch Zeit für ein paar ehrenamtliche Tätigkeiten. Also bin ich Direktor der Sportvereinigung für taube Menschen UK Deaf Sport, gehöre dem Unterstützungsteam des Rugby-Club an und bin Wanderwege-Beauftragter im örtlichen Gemeindevorstand.

 

Der lange Weg zur richtigen Hörhilfe

Meinen Hörverlust habe ich zum ersten Mal mit Anfang Zwanzig bemerkt. Das was ein schleichender Prozess, es war nicht so, dass ich eines Morgens aufgewacht bin und nicht mehr hören konnte. Irgendwann war eine Situation erreicht, in der ich zwar gerade noch so unterhalb der Schwelle für ein Implantat war, aber selbst mit meinen Hochleistungshörhilfen nicht mehr klar kam. Mein Hörverlust war auch der wesentliche Grund, weshalb ich das Rugby-Spielen aufgegeben habe. Leider gab es damals noch kein Rugby für Taube.

Ein Cousin von mir ist taub und trägt ein Cochleaimplantat, von daher hatte mich das schon immer interessiert. Natürlich weiß man vorher nie, ob es funktionieren wird, aber ich war an einem Punkt angekommen, an dem es praktisch nicht mehr weiterging und ich dringend eine Perspektive brauchte. Es gab damals auch kaum noch technologischen Verbesserungen im Bereich der Hochleistungshörhilfen, da alle Gelder nur noch in die Erforschung von CIs flossen.

Besonders schwierig war es bei der Arbeit: In einer großen Kanzlei gibt es immer Leute, die versuchen aus den Schwächen anderer Kapital zu schlagen. Im rechten Ohr hatte ich nahezu gar kein Restgehör mehr, so dass ich eigentlich nichts mehr zu verlieren hatte mit einem Implantat.

 

Die Entscheidung für ein Cochleaimplantat

Ich wagte den Sprung ins kalte Wasser und ließ mir Cochleaimplantate einsetzen. Am Anfang war das sehr merkwürdig, weil alle so düster klangen! Es dauerte einige Tage, bis ich überhaupt etwas verstehen konnte. Aber dann bekam ich eine Infektion in meinem „guten“ Ohr, was bedeutete, dass ich meine Hörhilfe nicht tragen konnte und gezwungen war, mich schnell an das Implantat zu gewöhnen. Im Krankenhaus und zu Hause machten wir eine Reihe von Reha-Übungen. Mein ältester Sohn war wirklich unglaublich. Er war damals gerade einmal acht Jahre alt, baute sich aber ständig hinter mir auf und stellte mir irgendwelche Fragen, damit ich üben konnte.

Zu der Zeit habe ich sowohl den RONDO als auch OPUS 2 ausprobiert, aber der RONDO gefiel mir besser. Zum einen war es schön, nichts mehr hinter dem Ohr tragen zu müssen. Außerdem treibe ich gern Sport und nach meiner Erfahrung funktionieren die Hörhilfen oft nicht mehr, wenn sie beim Schwitzen nass werden. Mit dem RONDO gab es das Problem nicht, vor allem, weil ich die Haare kurz trage.

 

Schöne neue Klangwelt

Mit dem Cochleaimplantat wieder hören zu lernen, ist ein langer Prozess, aber es gab eine Reihe von Erfolgserlebnissen. Einmal schimpfte meine Frau im Auto leise vor sich hin und war ganz perplex, dass ich sie hören konnte! Ein Andermal erkannte ich zum ersten Mal im Radio einen bestimmten Song wieder („Does Your Mother Know“ von ABBA). Songs kann ich mittlerweile meistens erkennen.

Dann lernte ich Verkehrslärm richtig zu deuten und konnte die Nachrichten im Radio verstehen. Da merkt man erst so richtig, was für eine großartige Aussprache Nachrichtensprecher haben. Ich schaute mir auf meinem iPad Breaking the Silence Live an, und erkannte sofort die Stimme meiner Audiologin, obwohl die Tonqualität nicht die beste war und ich zuvor gar nicht wusste, dass sie da mitgemacht hatte. Ich lerne immer noch jeden Tag etwas Neues. Vogelgezwitscher zu hören, ist etwas, was viele sicherlich gar nicht zu schätzen wissen.

 

Zurück zur Normalität

Insgesamt haben diese Erlebnisse mein Leben verändert. Vor dem Implantat war ich wütend und verzweifelt, ich hatte regelrecht Angst davor, neue Leute zu treffen oder unbekannte Orte aufzusuchen. Selbst unter optimalen Bedingungen hatte ich Probleme und zog mich immer mehr zurück. Seit dem Implantat haben mir schon viele Leute gesagt, dass meine Aussprache viel besser geworden ist und wie viel leichter es ist, sich mit mir zu unterhalten!

Meine Kommunikationsfähigkeit hat sich massiv verbessert und ich habe jetzt sogar eine eigene Kanzlei aufgemacht, was ich zuvor nie geschafft hätte, weil ich einfach zu oft Hilfe bei der alltäglichen Kommunikation brauchte.

An ganz herkömmlichen Telefongesprächen muss ich noch arbeiten, aber fast jeder ist einverstanden, dass wir uns über Skype oder Facetime austauschen. Außerdem habe ich eine Sekretärin, die bei Bedarf Telefonate für mich tätigen und entgegennehmen kann.

Aber nicht alles ist gut; man glaubt gar nicht, wie lange Lautsprecherdurchsagen am Bahnhof dauern. Früher habe ich die gar nicht wahrgenommen, wobei Reisen oft sehr anstrengend war, weil ich dann regelmäßig die Gleisänderungen nicht mitbekam!

 

Der neue RONDO 2

Ich folge MED-EL auf Facebook und spreche über die Technologien mit meiner Audiologin, daher wusste ich, dass der RONDO 2 kommen sollte, und habe mich riesig gefreut, dass ich ihn testen durfte. Ich benutze ihn seit Mitte Juli 2018. Die Umstellung verlief problemlos, man hat meine alte Karte ganz einfach hinüberkopiert.

Von Anfang an aufgefallen ist mir, dass der RONDO 2 viel leichter ist. Man vergisst irgendwann sogar, dass man ihn trägt! Und weil er so viel leichter ist, braucht er auch keinen so starken Magneten, was wirklich angenehm ist.

Es ist unglaublich, wie befreiend es ist, wenn man sich keine Gedanken mehr machen muss, ob man genügend Ersatzakkus dabei hat oder ob die Batterien gerade im falschen Moment schlapp machen. Und da ich nicht weit weg von Manchester lebe, einer der regenreichsten Städte in Großbritannien, muss ich jetzt auch keine Sorge mehr haben, wenn es regnen könnte! Mit dem alten RONDO habe ich mich nicht getraut, schwimmen zu gehen, weil er doch wesentlich größer und schwerer ist als der RONDO 2. Ich hatte immer Angst, ihn zu verlieren. Aber demnächst werde ich WaterWear ausprobieren.

 

Die Erfahrung mit dem Cochleaimplantat

Das Cochleaimplantat war für mich ein Erfolg auf ganzer Linie. Ich kann jetzt Dinge tun, von denen ich nie zu träumen gewagt hätte. Ich würde jedem empfehlen, sich umfassend zu informieren, bevor er sich entscheidet.

Ich hätte so gern ein zweites Implantat, wenn nur meine Krankenversicherung die Kosten übernehmen würde!

 

Danke, Tom!


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