in Schaufenster

Seit mein 14. Lebensjahr arbeite ich im Hotelfach als gelernte Restaurantfachfrau.
Mit ca. 28 Jahren merkte ich, dass ich schlechter hörte. Der HNO-Arzt stellte eine leichte Schwerhörigkeit fest, ein Hörgerät bekam ich jedoch nicht.

1999 spürte ich auf einem Musikfest mit ca.180 Gästen auf einmal ein Druckgefühl im Ohr, hatte Ohrenschmerzen und hörte einen Piepton. Der HNO-Arzt stellte am Tag darauf eine Mittelohrentzündung und eine Gehörgangentzündung fest. Eine Woche später wurde ein Hörtest gemacht, der sehr schlecht ausfiel: Ich bekam eine Verordnung für zwei Hörgeräte – mit den Hörgeräten hatte ich zwar ein gutes Sprachverständnis, aber bei Lärm war es sehr anstrengend, so dass ich immer schnell erschöpft war. Diese Hörgeräte trug ich insgesamt 10 Jahre.

Die Gehörgangentzündung kam immer wieder, zwischen 2008 und 2010 erlitt ich insgesamt sechsmal einen Hörsturz. Wegen Schwindel, Tinnitus und meines Hörverlusts hielt ich mich im Jahr 2009 zu einer Rehabilitation in Bad Nauheim auf – dort wurde ich erstmals umfassend über Schwerhörigkeit und auch über verschiedene Hörimplantate aufgeklärt. Bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich gar nicht, dass es so etwas wie Implantate gibt.

Wieder zuhause, vereinbarte ich einen Termin in der HNO-Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Im Internet informierte ich mich zwischenzeitlich über die Vibrant Soundbridge von MED-EL.

Nach den ersten Untersuchungen schlugen mir die Ärzte der MHH die Vibrant Soundbridge als geeignete Hörlösung vor. Das linke Ohr wurde im Oktober 2009 implantiert, die OP verlief gut. Acht Wochen nach der Operation war der lang erwartete Tag der Erstanpassung – ein großer Erfolg! Ich war überrascht, was ich alles hören konnte, selbst bei Hintergrundlärm am Arbeitsplatz konnte ich Gespräche führen. Je nach Situation stellte ich mir die verschiedenen Programme der Vibrant Soundbridge ein.

Im März 2010 erkundigte ich mich erstmals nach einer zweiten Vibrant Soundbridge – schließlich wollte ich ja Stereo hören. Innerhalb von zwei Wochen wurde mir ein OP-Termin für das rechte Ohr vorgeschlagen. Diese zweite OP fand dann im Mai 2010 statt – auch diesmal verlief wieder alles problemlos, die OP selbst, die Anpassung und die Nachbetreuung.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich nicht nur zufrieden, sondern sehr glücklich mit meinen beiden Mittelohrimplantaten bin: Ich habe keinen „Hörstress“ mehr, sowohl in der Familie als auch am Arbeitsplatz komme ich wunderbar zurecht. Es gibt aber auch Momente, wo ich die Prozessoren abschalte, um mich zu entspannen, z.B. wenn ich samstags von 15 Uhr bis 4 Uhr morgens ohne Pause durcharbeite – dann brauche ich einfach einmal Ruhe und möchte nichts mehr hören.

Ich kann mit meinen VSBs auch sehr gut telefonieren, Fernsehen verstehe ich sehr gut, überhaupt ist das Sprachverständnis ausgezeichnet.

Im Straßenverkehr kann ich sogar hören, aus welcher Richtung die Autos kommen. Auch das Hören im Stimmengewirr, von dem man in einem Hotel naturgemäß mehr als genug hat, ist kein Problem.

Ich höre sehr natürlich mit meinen Implantaten und empfinde es als großen Vorteil, dass der Gehörgang mit der VSB frei bleibt.

Leider gibt es noch viele Hörgeräteakustiker, die sehr schlecht über die Vibrant Soundbridge informiert sind und Interessierten Angst machen. Auch viele HNO-Ärzte wissen nichts bzw. viel zu wenig über die VSB. Da ist sicherlich noch viel Aufklärungsarbeit seitens der Hersteller notwendig.

Comments

comments

Recent Posts