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Im Beitrag der letzten Woche haben wir darüber gesprochen, wie die Geschichte Ihres Gehörverlusts Einfluss darauf hat, wie gut Sie mit Ihrem Hörimplantat zurechtkommen. Hier im zweiten Teil möchten wir die vier wesentlichen Faktoren beleuchten, mit denen Sie das Bestmögliche aus Ihrer Hörhilfe herausholen.

 

1: Keine falschen Erwartungen hegen.

Wenn man sich mental mit den möglichen Ergebnissen eines Implantats auseinandersetzt, sollte man unterschiedliche Faktoren berücksichtigen. Nach der Aktivierung von Implantat und Audioprozessor können Sie höchstwahrscheinlich sofort Klänge hören. Allerdings stellt sich das bestmögliche Hörerlebnis nicht unbedingt automatisch ein. Manche Menschen brauchen nur sehr wenig therapeutische Unterstützung, andere überhaupt keine. Wieder andere brauchen eventuell Monate oder Jahre der Therapie, um alles aus ihrem neuen Gehör herauszuholen.

Wenn Sie schon sehr lange keine Töne mehr vernommen haben, kann es anfangs schwer sein, den Tönen die richtige Bedeutung zuzuordnen, damit Sie zum Beispiel, wenn es an der Tür klingelt, wissen, dass Sie sie öffnen sollten. Daher ist es wirklich sehr wichtig, dass man das Gespräch mit unterschiedlichen Gehörexperten wie Audiologen, Chirurgen, Hörimplantat-Therapeuten, Reha-Spezialisten und anderen ausgewiesenen medizinischen Fachkräften sucht.

 

2: Unterstützung durch Familie und andere Betroffene.

Unterstützung und Motivation durch die Familie haben sich als äußerst hilfreich erwiesen, um diese neue Erfahrung positiver zu gestalten. Es ist wichtig, dass die Menschen, mit denen Sie regelmäßig zu tun haben, verstehen, was eine Hörhilfe leisten kann und was nicht, und wie man Ihnen, vor allem in lauten Umgebungen, das Hören erleichtert.  Es kann auch hilfreich sein, wenn Sie sich mit anderen austauschen, die einen ähnlichen Weg mit einem Implantat gegangen sind. Es gibt zahlreiche Foren, wo Hörimplantat-Träger Erfahrungen austauschen und einander Tipps geben können.

 

3: Prozessor-Programmierung.

Eine Hörimplantat-KARTE ist ein spezielles Programm, das dem Audioprozessor im Implantat sagt, wie er Klänge an die Cochlea übertragen soll. Jeder Träger bekommt seine eigene, unverwechselbare KARTE, die individuell auf sein Gehör angepasst ist. Änderungen an den Einstellungen dieser KARTE wirken sich direkt auf Ihr Hörerlebnis aus, und es ist völlig normal, dass sie in den ersten Monaten nach der Implantation einige Male angepasst werden muss. Wenn Sie den Eindruck haben, dass sich Ihr Gehör seit der letzten Programmierung verändert hat, sollten Sie schnellstmöglich Ihren Audiologen informieren, da sich die Klangqualität durch Anpassen der KARTE eventuell wieder erhöhen lässt.

 

4: Rehabilitation ist der Schlüssel zum Erfolg.

Suchen Sie regelmäßig einen Reha-Spezialisten auf, und wenden Sie die Übungen im täglichen Leben an. Bei denen, die das tun, stellen sich meist schneller Erfolge ein! Die Notwendigkeit von Rehabilitationsübungen beginnt am ersten Tag des Hörens. Ob Sie nun regelmäßig zu Ihrem Reha-Spezialisten kommen oder nicht, die Übungen für Zuhause bringen Sie ein gutes Stück auf Ihrem Weg voran. Um alle zwei Wochen die neuesten Reha-Tipps von unseren Experten direkt in Ihrem Postfach zu erhalten, können Sie unseren Blog abonnieren.

 

Ziehen Sie oder ein Ihnen nahe stehender Mensch die Einsetzung eines Hörimplantats in Erwägung? Dann schreiben Sie uns im Kommentarfeld unten, damit wir Ihnen einen Ansprechpartner bei MED-EL vermitteln können!

Beim Verfassen dieses Blog-Beitrags wurden wir von R. Sheetal, Sprachtherapeut, -pathologe und klinischer Spezialist bei MED-EL, unterstützt.

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