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Die Knochen im Mittelohr mögen zwar die kleinsten Knochen des menschlichen Körpers sein, aber genau sie spielen beim Hören eine zentrale Rolle. In diesem Beitrag werden wir diesen kleinen, aber wichtigen Teil des Körpers erkunden und herausfinden, wie das Mittelohr funktioniert.

 

Was ist das Mittelohr?

Hinter dem Trommelfell, im Mittelohr, findet man die kleinsten Knochen des gesamten menschlichen Körpers: Hammer, Amboss und Steigbügel. (Der Steigbügel, zum Beispiel, ist nur ca. 3 mm lang.)

Diese drei Knochen, die auch Gehörknöchelchen genannt werden, spielen eine sehr wichtige Rolle bei der Übermittlung von Schall vom Außenohr ins Innenohr. Ohne Gehörknöchelchen wäre natürliches Hören nicht möglich.

Jeder Ton startet als Schallwelle.

  1. Wenn eine Schallwelle Ihr Ohr erreicht, kommt diese beim Trommelfell als Schwingungen an.
  2. Diese Schwingungen gehen durch das Trommelfell hindurch und versetzen den Hammer in Schwingung, dieser wiederum den Amboss und anschließend den Steigbügel.
  3. Der Steigbügel leitet die Schwingungen über einen Teil der Cochlea , der ovales Fenster genannt wird, weiter in das Innenohr.
  4. Die Schwingungen, die das Innenohr erreichen, werden von den Haarzellen in der Cochlea aufgenommen – so funktioniert Hören.

Wenn Sie keine Gehörknöchelchen hätten, würden die Schallwellen das Trommelfell und das ovale Fenster ungefähr mit der gleichen Stärke erreichen. Die Schwingungen wären nicht stark genug, um zu hören, da das Innenohr mit Flüssigkeit gefüllt ist und mehr Energie benötigt wird, um Flüssigkeit zu bewegen als Luft. Die Schallwellen alleine wären nicht in der Lage das ovale Fenster zu bewegen.

An dieser Stelle kommen die Gehörknöchelchen ins Spiel. Sie verstärken die Bewegung des Trommelfells, das viel größer ist als das ovale Fenster. Schon eine kleine Bewegung des Trommelfells kann zu einer großen Bewegung des ovalen Fensters führen.

Was passiert, nachdem der Schall das ovale Fenster erreicht hat? Wie Hören funktioniert, zeigt dieses Video:

 

Schallleitungs- und kombinierter Hörverlust

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, warum das Mittelohr aufhört, richtig zu funktionieren. Wenn das passiert, ist das Resultat meistens Hörverlust.

Hier sind einige der Gründe für Schallleitungs- und kombinierten Hörverlust:

Infektionen

Infektionen des Mittelohrs sind eine häufige Ursache. Aufgrund von Infektionen kann sich Flüssigkeit im Mittelohr bilden, was die Bewegungen der Gehörknöchelchen verlangsamt und so das Hören erschwert. Manchmal heilen Infektionen von selbst ab, andere hingegen sind ein längerfristiger Begleiter.

Otosklerose

Bei Otosklerose wachsen die Knochen des Mittelohrs aufgrund eines abnormalen Wachstums zusammen. Dadurch bewegen sich die Gehörknöchelchen weniger als normal oder gar nicht mehr, was das Hören stark beeinflussen kann.

Fehlbildungen

Menschen können mit Fehlbildungen des Mittelohrs geboren werden. Eine Fehlbildung bedeutet, dass das Mittelohr anders geformt ist als normal. Das kann heißen, dass die Gehörknöchelchen eine andere Form haben oder ein oder mehrere Knochen fehlen.

 

Lösungen bei Hörverlust

Abhängig von Art und Ausprägung des Hörverlusts gibt es eine Reihe von Lösungen.

Jemand mit Hörverlust wird normalerweise mit einem Hörgerät anfangen, damit die Stärke der Schallwellen, die ins Ohr gesendet werden, erhöht wird. Für manche Menschen ist das ausreichend.

Jedoch kann es auch sein, dass Hörgeräte als unangenehm und wirkungslos empfunden werden oder es körperlich nicht möglich ist, sie zu tragen. Für diese Menschen ist der nächste Schritt normalerweise ein Hörimplantat: ein Mittelohrimplantat oder ein Knochenleitungsimplantat.

 

Entdecken Sie weitere Blog-Einträge, um mehr über Mittelohr- oder Knochenleitungsimplantate zu erfahren:

 

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