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Lesen ist die wichtigste Methode, um das Sprachvermögen auszubauen. Aber manchmal ist es schwierig, Übungsmaterial zu finden, wenn es nicht immer gleich ein Buch sein soll. Dabei sind wir tagtäglich von Texten und Sprache umgeben. Diese zusätzlichen Ressourcen können Sie ohne Weiteres für Sprachübungen mit Ihrem Kind nutzen.

Immer wieder erhalten wir Werbeprospekte – sei es im Briefkasten, als Beilage in Zeitschriften und Zeitungen oder in Form von Broschüren, die man uns auf der Straße in die Hand drückt. Sie decken eine Vielzahl von Themen und Schreibstilen ab, was sehr nützlich sein kann, um das Sprechvermögen Ihres Kindes zu unterstützen. Im Folgenden finden Sie ein paar Vorschläge, wie Sie solche Materialien zu Hause zur Förderung des Sprechvermögens nutzen können:

      • Stellen Sie mit Prospekten oder Flyern von Supermärkten Ihre eigene persönliche Einkaufsliste zusammen. Sie decken damit das Vokabular zu Waren-Kategorien (Obst, Gemüse, Trockenware, Fleisch, Reinigungsmittel), Mengenangaben (insbesondere bei losen Artikeln wie Obst und Gemüse) und Temperaturen (welche Artikel gehören in die Tiefkühltruhe, in den Kühlschrank etc.) ab. Nehmen Sie Prospekt, Kleber, Schere und einen Stift zur Hand und lassen Sie Ihr Kind im Prospekt nach den benötigten Artikeln suchen. Denken Sie daran, dass es zunächst um das Zuhören geht: Nennen Sie den Artikel, warten Sie, bis Ihr Kind die Aufforderung verarbeitet und den Artikel gefunden hat, und helfen Sie erst, wenn es gar nicht mehr weiterkommt. Wenn Sie einige der Artikel schon im Haus haben, zeigen Sie sie Ihrem Kind, und helfen Sie ihm, den Namen mit dem Objekt zu verbinden. Wenn Sie einen Artikel gefunden haben, schneiden Sie ihn aus und kleben Sie ihn auf Ihre Einkaufsliste. Fügen Sie zu jedem Artikel die Mengenangaben hinzu. Sprechen Sie während des Einkaufens anhand der Liste weiter über die Kategorien, Mengen und Lagerorte. Tun Sie das auch, wenn Sie die Einkäufe zu Hause auspacken.

     

      • Sprechen Sie anhand von Prospekten von Spielwarenläden und Buchhandlungen darüber, welche Artikel Ihnen gefallen und welche nicht. Die Vorstellung, dass anderen Menschen andere Dinge gefallen als einem selbst, ist gerade für Kinder mit Hörverlust oft schwer nachvollziehbar. Fragen Sie Ihr Kind, was ihm in dem Prospekt gefällt, und warten Sie auf seine Reaktion. Es sollte entweder auf das Spielzeug zeigen oder den Namen nennen. Wenn es den Namen nicht sagt, sprechen Sie mit ihm darüber: „Oh, dir gefällt die weinende Puppe? Die ist schön. Warum weint sie wohl?“ Helfen Sie ihm, eine Verbindung zwischen der Benennung und dem Objekt herzustellen. Sprechen Sie dann über die Dinge, die Ihnen gefallen, zunächst wieder als reine Hörübung: Sagen Sie den Namen des Spielzeugs und warten Sie, bis Ihr Kind es gefunden hat. Wenn es das Produkt nicht kennt, suchen Sie es heraus und sprechen Sie mit ihm darüber. Suchen Sie dann nach etwas, das Ihnen nicht gefällt, und erklären Sie, warum das so ist (zu chaotisch, zu laut, falsche Farbe). Fragen Sie Ihr Kind nach Dingen, die ihm nicht gefallen. Das könnte einige Zeit in Anspruch nehmen, wird Ihrem Kind aber helfen, ein Verständnis dafür zu entwickeln, damit es Ihnen in der Zukunft beim Geschenkekauf helfen kann!

     

      • Nutzen Sie Flyer von Veranstaltungen und Festivals, um die entsprechenden sprachlichen Ausdrücke zu vermitteln. Wenn beispielsweise ein Zirkus in die Stadt kommt, suchen Sie nach Büchern und Bildern vom Zirkus, damit Ihr Kind weitere Benennungen lernen kann. Wenn Sie keine Bücher und Bilder haben, können Sie vielleicht selbst etwas zeichnen. Sprechen Sie über die Eindrücke, Gerüche und Erfahrungen, die mit einem solchen Ereignis einhergehen. Helfen Sie Ihrem Kind, sich die Sprache vor dem Ereignis anzueignen, damit es die Worte kennt, um zu beschreiben, was es sehen will, und um später anderen davon erzählen zu können.
      • Sammeln Sie alle Broschüren, die Sie erhalten, und nutzen Sie sie für ein Gespräch über Farbe, Größe, Dicke (wenn es ein Heft ist) und einzelne Seiten – oder darüber, zu welcher Kategorie ein Prospekt gehört (Lebensmittel, Eisenwaren, Spielzeuge und Bücher, Veranstaltungsflyer, …). Ihrer Fantasie sind quasi keine Grenzen gesetzt, außer vielleicht durch die Qualität Ihrer Werbepost!

     

    Wenn Sie selbst keine Werbepost erhalten, besorgen Sie sich diese anderswo! In vielen Lebensmittelgeschäften liegen Prospekte bei der Kasse auf. Denken Sie also beim nächsten Mal daran, welche mitzunehmen.Haben Sie noch weitere gute Ideen, wie man Werbeprospekte nutzen kann? Dann schreiben Sie uns!

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