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Sie sind Cochlea-Implantat-Nutzer und Ihnen steht eine MRT-Untersuchung bevor? Wenn Sie in dieser Situation etwas verunsichert sind und nicht wissen, was nun exakt auf Sie zukommt, ist das völlig verständlich. Mit einem MED-EL Cochlea-Implantat gibt es dafür allerdings keinen Grund. Wir haben für Sie eine Liste mit den häufigsten Fragen zum Thema „MRT-Scans mit Cochlea-Implantaten“ zusammengestellt. Erfahren Sie alles, was Sie wissen müssen, und lesen Sie, warum MED-EL die höchste MRT-Sicherheit aller Hersteller bietet.

 

Was genau ist eine Magnetresonanztomographie (MRT)?

Die Magnetresonanztomographie (manchmal auch Kernspintomographie genannt) ist ein bildgebendes Verfahren in der medizinischen Diagnostik. Radiologen bedienen sich der MRT, um sich ein Bild vom Inneren Ihres Körpers zu machen. Es gibt viele medizinische Gründe, die für einen MRT-Scan sprechen. Ärzte verordnen solche Untersuchungen, um etwa schwere Erkrankungen zu diagnostizieren, nach einem Unfall innere Verletzungen ausfindig zu machen oder das Resultat eines chirurgischen Eingriffs zu kontrollieren. Die MRT kommt sehr häufig zum Einsatz. Man kann heute davon ausgehen, dass jeder Mensch irgendwann im Leben einen MRT-Scan benötigen wird.

 

Was passiert bei der MRT-Untersuchung?

Zu Beginn der Untersuchung nehmen Sie auf einer Trage Platz, die anschließend in die „Röhre“ des MRT-Geräts fährt. Unmittelbar vor Beginn des Scans werden Sie noch einmal darauf aufmerksam gemacht, sich möglichst wenig zu bewegen, um die Bildqualität nicht zu beeinträchtigen. Der Techniker, der den Scan steuert und überwacht, sitzt im Nebenraum und ist stets in der Lage, mit Ihnen zu kommunizieren und Sie über Mikrofon und Kamera im Auge zu behalten. Darüber hinaus halten Sie in der MRT-Röhre einen Alarmknopf in der Hand, den Sie jederzeit drücken können, wenn Sie sich unwohl fühlen. In manchen Fällen kommt der MRT-Techniker auch zu Ihnen in den Raum, um Ihnen während des Scans beizustehen.

 

Wie lange dauert ein MRT-Scan?

Das hängt von vielen Faktoren ab: von der zu untersuchenden Körperregion, der Art der MRT-Maschine und der verwendeten Auflösung. In den meisten Fällen bewegt sich die Dauer zwischen 15 und 90 Minuten. Fragen Sie vor dem Scan einfach Ihren Arzt – er kann abschätzen, wie lange die Untersuchung dauern wird.

 

Kann ich mich mit meinem Cochlea-Implantat überhaupt einem MRT-Scan unterziehen?

Ja! Mit MED-EL Cochlea-Implantaten geht das. All unsere CIs wurden entwickelt, um MRT-Untersuchungen mit 1,5 Tesla Magnetfeldstärke problemlos standzuhalten. Doch damit nicht genug. Unser neuestes Cochlea-Implantat, SYNCHRONY, ermöglicht sogar vollkommen sichere MRT-Scans mit hochauflösenden 3,0 Tesla, ohne dass der im Implantat sitzende Magnet vor dem Scan chirurgisch entfernt werden muss.

 

Warum ist das mit dem SYNCHRONY Cochlea-Implantat möglich?

MRT-Maschinen verfügen über sehr kraftvolle Magneten. Die erzeugten Magnetfelder sind so stark, dass sie sogar ein Auto anheben könnten. Die starken Magneten im MRT wirken jedoch auch auf den kleinen Magneten im Implantat ein. Sie können am Implantatmagneten ziehen, wodurch dieser im schlimmsten Fall seine Position

Mit dem SYNCHRONY Implantat kann das nicht passieren. Sein einzigartiger Magnet ist frei drehbar und richtet sich selbst im Magnetfeld aus. Dadurch gleicht er die Kräfte des MRT-Magnetfelds aus und wird während des Scans nicht verschoben oder gar aus seinem Gehäuse losgelöst.

 

 

Kann ich meinen Audioprozessor während des MRT-Scans tragen?

Leider nein. Ihr Audioprozessor könnte im MRT beschädigt werden. Dasselbe gilt übrigens auch für Ohrringe, Uhren, Piercings, Hörgeräte, Prothesen u.a. metallische Bestandteile, die Sie im oder am Körper tragen.

 

Werde ich mein Implantat während des Scans spüren?

Die meisten CI-Nutzer – insbesondere jene mit einem SYNCHRONY Implantat – berichten, dass Sie Ihr Implantat während des Scans überhaupt nicht spürten. Einige wenige nahmen ein leises Ticken wahr. Wenn Sie aus erster Hand erfahren möchten, wie sich ein MRT-Scan mit einem SYNCHRONY Cochlea-Implantat anfühlt, empfehlen wir Ihnen, den Gastbeitrag unserer CI-Nutzerin Kim zu lesen.

 

Einem Bekannten mit einem CI wurde mitgeteilt, dass er keinen MRT-Scan bekommen könne. Lagen die Ärzte falsch?

Nicht unbedingt. Möglicherweise ist dieser Vorfall schon einige Zeit her und es war mit dem damaligen Implantat tatsächlich noch nicht möglich, sichere MRT-Scans machen zu lassen. Die CI-Technologie hat sich seither stark weiterentwickelt.

Es könnte aber auch sein, dass Ihr Bekannter einfach ein Implantat eines anderen Herstellers nutzt – z.B. von Cochlear oder AB. Nicht alle Cochlea-Implantate erfüllen dieselben Anforderungen an MRT-Sicherheit. Wenn Sie ein CI nutzen, das nicht von MED-EL stammt, empfehlen wir Ihnen, direkt beim Hersteller Ihres Implantats nachzufragen, ob Sie MRT-Scans machen lassen können oder nicht.

 

Ich habe versucht, einen MRT-Termin zu bekommen, wurde aber aufgrund meines CIs abgewiesen. Was kann ich tun?

Bei aller Fachkenntnis, über die Radiologen verfügen, kann man dennoch nicht erwarten, dass sie jederzeit detaillierte Informationen zu allen verfügbaren Medizinprodukten parat haben. Es ist durchaus denkbar, dass Sie der erste CI-Patient sind, dem Ihr Radiologe begegnet. Bei der Vielzahl an unterschiedlichen Implantat-Systemen sind auch Radiologen mitunter unsicher, wie sie weiter verfahren sollen.

Wird Ihnen mitgeteilt, dass Sie aufgrund Ihres CIs keinen Scan bekommen, sollten Sie sich mit Ihrem lokalen MED-EL Ansprechpartner in Verbindung setzen. Dieser kann Ihnen ausführlich erklären, welche MRT-Scans unter welchen Voraussetzungen mit Ihrem Implantat durchgeführt werden können und ggf. die Fragen beantworten, welche von der Radiologie-Abteilung an Sie gerichtet wurden. Darüber hinaus können Sie jederzeit online unsere MRT-Sicherheitsinformationen downloaden, um Sie Ihrem Radiologen zu übermitteln.

 

Ich habe gehört, dass der Implantatmagnet vor dem MRT-Scan unbedingt chirurgisch entfernt werden muss. Stimmt das?

Nein – mit einem MED-EL Implantat ist es nicht notwendig, den Implantatmagneten vor dem MRT-Scan operativ entfernen zu lassen. All unsere Implantate sind für MRT-Scans mit 1,5 Tesla zugelassen, ohne dass der Implantatmagnet vor dem Scan entfernt werden muss. Wie vorhin bereits erwähnt, ist unser SYNCHRONY Cochlea-Implantat sogar für 3,0-Tesla-MRTs zugelassen – ebenfalls ohne Magnetentfernung.

Sie können also jederzeit einen MRT-Termin vereinbaren und wie jeder andere Patient ein MRT machen lassen machen. Sie ersparen sich zusätzliche Termine, zusätzliche operative Eingriffe zum Entnehmen und Wiedereinsetzen des Implantatmagneten und lästige Zeiten vor und nach dem MRT-Scan, in denen Sie nichts hören. Mit MED-EL können Sie den Audioprozessor unmittelbar nach der MRT wieder anbringen und damit hören.

 

Mir wurde gesagt, dass 1,5-Tesla-MRTs vollkommen ausreichend sind. Warum sollte ich also einen MRT-Scan mit 3,0 Tesla machen lassen?

MRT-Scans mit 1,5 Tesla sind keineswegs schlecht. Es gibt aber durchaus Situationen bzw. Indikationen, in denen Ihr Arzt eine MRT-Untersuchung mit 3,0 Tesla bevorzugt. Gerade in komplexen diagnostischen Fällen ist eine höhere Magnetfeldstärke sinnvoll, da MRT-Bilder mit 3,0 Tesla eine bessere Auflösung haben und Strukturen im Körperinneren daher klarer und detaillierter darstellen. Das erleichtert die Diagnose und damit auch die Therapie und Überwachung einer Erkrankung oder Verletzung. So sieht das auch der angesehene amerikanische Radiologe Dr. Harold Pillsbury „MRT-Untersuchungen mit 3,0 Tesla sind der Goldstandard.“”.  Die zunehmende Bedeutung hochauflösender MRT-Scans zeigt sich auch darin, dass immer mehr radiologische Abteilungen Ihre 1,5-Tesla-Maschinen durch moderne 3,0-Tesla-Geräte ersetzen. Es ist also bereits jetzt zu Ihrem Vorteil, wenn Ihr Implantat MRT-Scans mit 3,0 Tesla standhält.

 

Muss ich mir für den MRT-Scan eine Kopf-Bandage anlegen lassen?

Bei manchen Cochlea-Implantaten ist es erforderlich, sich vor dem MRT-Scan eine engsitzende Kopf-Bandage anlegen zu lassen, die dazu dient, den Implantatmagneten fest an seinem Platz zu halten.

Mit den neuen MED-EL Implantaten ist so ein Kopfverband nicht erforderlich. Die innovativen Implantatmagnete können auch ohne Bandage nicht verrutschen.

 

Ich verwende eine BONEBRIDGE zum Hören. Kann ich auch MRT-Scans machen lassen?

Ja – Nicht nur unsere Cochlea-Implantate, auch die BONEBRIDGE zeichnet sich durch zuverlässige MRT-Sicherheit aus. Sie können sich als BONEBRIDGE Nutzer problemlos MRT-Scans mit bis zu 1,5 Tesla unterziehen. Mit der neuesten Generation des VIBRANT SOUNDBRIDGE Mittelohrimplantats können Sie übrigens ebenso 1,5 Tesla-MRTs machen lassen. Wie bei den Cochlea-Implantaten sind keine zusätzlichen Eingriffe notwendig. Die Magneten können während des MRT-Scans einfach im Implantat verbleiben. Spezielle Vorbereitungen wie z.B. das Anlegen einer Kopf-Bandage sind nicht erforderlich.

 

Lassen Sie mich das Ganze noch einmal zusammenfassen: Ich kann mit meinem MED-EL Implantat also wie jeder Patient ohne Implantat MRT-Scans machen lassen. Ohne dass vorab der Magnet entfernt oder eine Kopf-Bandage angelegt werden muss. Und während der MRT-Untersuchung sollte ich das Implantat überhaupt nicht spüren… Richtig?

So ist es! Und genau das sind die Gründe dafür, weshalb die Implantate von MED-EL mit Abstand die beste MRT-Sicherheit bieten. Darauf können Sie sich verlassen – Mit uns blicken Sie Ihrem nächsten MRT-Scan sorgen- und stressfrei entgegen!

 

Sollten immer noch Fragen offen sein, schreiben Sie sie bitte einfach in den Kommentarbereich und wir werden versuchen, sie zu klären!

 

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