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Lesen und Schreiben sind eine wichtige Grundlage für den Lernerfolg für junge Menschen mit Hörverlust – auch in der Schule. Beides hilft im Erwachsenenalter eine geeignete Anstellung zu finden, Freundschaften zu schließen und sich in die Gesellschaft zu integrieren.

Die Familie spielt eine wesentliche Rolle, wenn es darum geht, Kinder zum Lesen zu animieren. Wenn Eltern an den Leseerfahrungen ihres Kindes teilhaben, fördern sie damit seine positive Einstellung zu Büchern und die eigene Identität als Leser. Gemeinsames Lesen ist der erste Schritt, um Ihr Kind für das Lesen und Schreiben zu begeistern. Die Beschäftigung mit Büchern hilft Kindern dabei, ihren Horizont zu erweitern und ein größeres Vokabular zu entwickeln.  Bücher bieten endlose Möglichkeiten, sich über Verhaltensweisen, Gefühle, Situationen und Personen zu unterhalten. Sie bilden die erste Informationsquelle zu Themen, für die sich ein Kind begeistern kann (wie Autos, Pferde oder Dinosaurier), und verschaffen Einblicke in Menschen und Orte, denen sie in ihrem alltäglichen Leben nie begegnen würden.

Das Leseverständnis ist eine wichtige Komponente beim Lesen- und Schreibenlernen bei jungen Menschen mit Hörverlust. Wenn Sie mit Ihrem Kind ein Buch durchblättern, lassen Sie ihm genügend Zeit, die Abbildungen zu betrachten, bevor Sie mit ihm darüber sprechen. Kindern konzentrieren sich zunächst auf das, was sie sehen, und nicht so sehr auf das, was Sie sagen. Folgen Sie seinen Augenbewegungen, um zu erkennen, wofür es sich auf der Seite besonders interessiert. Dadurch erfahren Sie, worüber es sprechen möchte. Stellen Sie offene Fragen, um eine Diskussion darüber in Gang zu setzen, was zu sehen ist. Fragen Sie, was jemand tut, warum die Personen bestimmte Emotionen zeigen, wo sie hingehen oder warum sie sich verstecken. Bringen Sie Ihr Kind dazu, sich intensiver mit der Geschichte auseinander zu setzen.  Diese Form der Diskussion ist eine gute Vorbereitung auf die Schule, da solche Fragen im Anschluss an eine Geschichte oft von Lehrern gestellt werden.

Wenn Ihr Kind zur Schule geht und selbst lesen kann, sollten sie sich trotzdem auch weiterhin Bücher und Geschichten gemeinsam ansehen. Mit älteren Kindern ist das oft schwieriger! Im Folgenden finden Sie einige Strategien für Teenager:

Finden Sie heraus, was in der Schule an Lesestoff gefordert wird und unterstützen Sie Ihr Kind entsprechend. Wenn es eher ungern liest, könnten sie sich abwechselnd gegenseitig aus dem Buch vorlesen. Ermutigen Sie Ihr Kind, den Inhalt des Buches zu erzählen, und unterstützen Sie seine Sichtweise der Geschichte, damit es mit mehr Selbstbewusstsein in den Unterricht zurückkehrt.

Verschaffen Sie Ihrem Kind Zugang zu ganz unterschiedlichen Textsorten: Bücher, Zeitschriften, Magazine, Zeitungen und Nachrichtenseiten im Internet.Schließlich wollen Sie Ihr Kind zum Lesen bringen. Vielleicht entscheidet es sich nicht für das Comic-Heft, das Ihnen lieber gewesen wäre, und eventuell können Sie sich etwas Interessanteres vorstellen als einen Science-Fiction-Roman. Das ist vollkommen in Ordnung. Finden Sie einfach heraus, was Ihrem Kind an einem bestimmten Lesestoff gefällt, denn daraus können Sie ableiten, an welche anderen Texte Sie es als Nächstes heranführen können.

Besorgen Sie Bücher, die zu den Hobbys und den Interessen Ihres Kindes passen. Das könnten beispielsweise Geschichten über den Lieblingssänger einer Band, TV-Sendungen oder Sport sein. Gehen Sie zusammen in Buchhandlungen. Geben Sie Ihrem Kind die Freiheit, sich Bücher und sonstigen Lesestoff selbst auszusuchen. Vielleicht hat es dann irgendwann selbst Spaß am Lesen.

Machen Sie es sich zur Gewohnheit, laut vorzulesen, wenn die Familie beim Frühstück oder zu anderen Gelegenheiten beisammensitzt. Lassen Sie die anderen zum Beispiel an einem interessanten Zeitungsartikel oder Twitter-Beitrag zu sozialen oder politischen Fragen teilhaben. Machen Sie Ihr Kind darauf aufmerksam, inwiefern dieser Artikel auch für es selbst von Bedeutung ist, indem Sie sagen:„Oh, schau mal: Deine Lieblingsband gibt am Samstag in unserer Stadt ein Konzert…“ Oder wenn sich Ihr Kind für Sport interessiert, können Sie die Nachrichten aus dem Sportteil vorlesen.

Haben Sie noch weitere Ideen, was man mit Büchern machen und wie man Kinder zum Lesen animieren kann?Erzählen Sie uns davon im Kommentarfeld unten!

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