{"id":46940,"date":"2021-06-11T05:48:56","date_gmt":"2021-06-11T05:48:56","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.medel.com\/unkategorisiert\/med-el-macht-musik-die-themenwoche-zum-deutschen-tag-der-musik-am-21-06-2021\/"},"modified":"2023-04-05T09:03:43","modified_gmt":"2023-04-05T09:03:43","slug":"med-el-macht-musik-die-themenwoche-zum-deutschen-tag-der-musik-am-21-06-2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.medel.com\/de\/gastartikel\/med-el-macht-musik-die-themenwoche-zum-deutschen-tag-der-musik-am-21-06-2021\/","title":{"rendered":"MED-EL macht Musik \u2013 die Themenwoche zum Deutschen Tag der Musik"},"content":{"rendered":"<p>Ob saftige Beats als Motivationshilfe beim t\u00e4glichen Workout, das Lieblingslied aus dem Autoradio auf dem Weg zur Arbeit oder zur dezenten Loungeplaylist mit Freunden in der Lieblingsbar den Tag ausklingen lassen: Musik begleitet uns in nahezu allen Lebenslagen. Sie ist nicht nur etwas Allt\u00e4gliches, sondern vor allem f\u00fcr die meisten Menschen die nat\u00fcrlichste Sache der Welt. Und trotzdem gilt diese Selbstverst\u00e4ndlichkeit nicht f\u00fcr jeden: Denn Menschen mit H\u00f6rverlust k\u00f6nnen oftmals weder Gespr\u00e4che noch Musik richtig genie\u00dfen, gerade dann, wenn H\u00f6rger\u00e4te an ihre Grenzen sto\u00dfen oder diese aufgrund des Krankheitsbildes keine ausreichende Therapiema\u00dfnahme darstellen. Dank moderner H\u00f6rimplantate gibt es jedoch Behandlungsm\u00f6glichkeiten, wenn die konventionellen H\u00f6rhilfen nicht (mehr) ausreichen. Sie erm\u00f6glichen Betroffenen nicht nur eine kommunikative Teilhabe am Leben, sondern auch Musik zu h\u00f6ren und selbst zu musizieren. Um dieses Wissen zu verbreiten und um f\u00fcr mehr Stimmkraft in der gesellschaftlichen Debatte zu sorgen, widmete MED-EL anl\u00e4sslich des Deutschen Tags der Musik am 21. Juni 2021 unter dem Motto \u201eMED-EL macht Musik\u201c den Themen H\u00f6rimplantate und Musikgenuss eine ganze Aktionswoche. Die Highlights sind in folgendem R\u00fcckblick zusammengefasst:<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-size: 14pt;\"><br \/>\nVirtuelles Orchester<br \/>\n<\/span><\/strong>Vom 21. &#8211; 25.06.2021 pr\u00e4sentierte MED-EL ein vielseitiges Programm auf Facebook, Instagram, YouTube und LinkedIn. Im Zentrum der Aktionswoche standen inspirierende Beitr\u00e4ge, Portr\u00e4ts und Interviews sowie virtuelle Get-Together mit musizierenden H\u00f6rimplantat-Nutzer*innen, \u00c4rzt*innen und MED-EL Mitarbeitern, die vor allem ganz deutlich eines zeigten: Musik h\u00f6ren und machen ist auch mit H\u00f6rimplantaten ein Genuss.<\/p>\n<p>Gleich zu Beginn der Themenwoche am Montag, den 21.06.2021, wartete ein echter musikalischer H\u00f6hepunkt auf die Social-Media-Community von MED-EL. Bereits im Vorfeld hatte der Innovationsf\u00fchrer \u00fcber Facebook und Instagram seine Follower*innen dazu aufgerufen, ein gemeinsames virtuelles Orchester zu \u201eAlle V\u00f6gel sind schon da\u201c erklingen zu lassen. Egal, ob gesungen oder auf dem Instrument der Wahl begleitet, alle Einsendungen in Form von Videos waren willkommen \u2013 und sie kamen reichlich. Entstanden ist eine einzigartig Darbietung des Volkslied-Klassikers, das hier nachzuh\u00f6ren und -zusehen ist:<\/p>\n<p><a style=\"color: #f97352;\" href=\"https:\/\/youtu.be\/iMRDJngC7Yo\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-34290\" src=\"https:\/\/blog.medel.com\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/medel-macht-musik-300x169.png\" alt=\"\" width=\"596\" height=\"336\" \/><\/a><\/p>\n<p>Video &#8222;Das virtuelle Orchester&#8220;<\/p>\n<p>\u201eDas Feedback war wirklich \u00fcberw\u00e4ltigend. Selbst bis kurz vor Einsendeschluss erreichten uns noch ganz viele und ganz unterschiedliche Beitr\u00e4ge &#8211; teilweise auch mit Instrumenten, f\u00fcr die man ein sehr scharfes Geh\u00f6r haben muss. \u00c4rzte, H\u00f6rimplantattr\u00e4ger*innen, MED-EL Mitarbeitende und sowie Freunde haben sich begeistert der Aktion angeschlossen\u201c, freut sich Bernd Seils, Projektverantwortlicher f\u00fcr die Woche der Musik bei MED-EL. Unter allen Teilnehmern wurde von Montag bis Freitag um 15 Uhr im Rahmen einer Live-Gewinnerziehung auf Facebook jeweils eine Bluetooth-Lautsprecherbox verlost.<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-size: 14pt;\">Digitale Live-Formate, Videokonferenzen und virtuelle Get-Together<br \/>\n<\/span><\/strong>Doch neben musikalischer Unterhaltung bot die vielseitige Aktionswoche auch wichtige Informationen zu den Themen Musik und H\u00f6rimplantate. So erz\u00e4hlte etwa BONEBRIDGE-Nutzer Markus Zoitl in einem sehr pers\u00f6nlichen Portr\u00e4t, wie er dank seines Knochenleitungsimplantats trotz H\u00f6rverlust seinem Beruf als Intonateur und Orgelbauer weiter nachgehen kann. Seine ber\u00fchrende Geschichte zeigte eindrucksvoll, was ein H\u00f6rimplantat musiktechnisch am oberen Ende des Spektrums leisten kann. Aber auch Posts zu den H\u00f6rPaten Josephine Seifert und Chris Lilienweihs gaben Einblicke in ihren Alltag mit H\u00f6rimplantat. Josephine kann dank ihres CIs wieder Cello spielen, Chris ist seit seiner Versorgung ein passionierter E-Gitarrist. Ebenfalls zu Wort kamen medizinische Experten wie Prof. Burkard Schwab, selbst begeisterter Orgelspieler, studierter Kirchenmusiker und Chefarzt f\u00fcr Hals-Nasen-Ohren Heilkunde an der Helios Klinik in Hildesheim. Im Interview erkl\u00e4rte der Mediziner, wie moderne H\u00f6rimplantate selbst Musikh\u00f6ren wieder m\u00f6glich machen. Zeit und Raum zum Austausch erm\u00f6glichte der digitale MED-EL Treff mit H\u00f6rimplantat-Nutzer und MED-EL-Mitarbeiter Arnold Erdsiek und MED-EL-Reha-Expertin Corinna Schar. Hier erfuhren die Teilnehmenden nicht nur viel Neues zum Thema Musik und Reha, sondern hatten dar\u00fcber hinaus die M\u00f6glichkeit, selbst ihre Fragen zu stellen. Ein Format, das begeisterte, wie unter anderem der Kommentar einer Teilnehmerin aus dem Gruppenchat zeigt: \u201eDiese Veranstaltung ist bisher der beste MED-EL Online Treff gewesen. Kurzweilig, interessant und lebendig. Hut ab f\u00fcr die tolle H\u00f6rreise, die zeigt, dass es sich lohnt.\u201c Ebenfalls viel Wissenswertes aus den Bereichen Musikforschung und Musikrehabilitation gab es von Johanna Boyer, verantwortlich f\u00fcr das Themenfeld Musik bei MED-EL und selbst CI-Nutzerin. Im virtuellen Gespr\u00e4ch mit ihrem MED-EL Kollegen Bernd Seils vermittelte sie den Zuschauenden in bildhafter Sprache einfach und verst\u00e4ndlich die technischen Hintergr\u00fcnde f\u00fcr den au\u00dferordentlichen Musikgenuss mit MED-EL Implantaten.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 14pt;\"><strong>Zur Bedeutung von Musik bei MED-EL H\u00f6rimplantaten<br \/>\n<\/strong><\/span>\u201eVon Anfang an stie\u00df unsere Idee einer Themenwoche zum Deutschen Tag der Musik auf allen Seiten auf viel Begeisterung. Daher war es auch nicht schwer, Mitwirkende f\u00fcr eine Teilnahme zu gewinnen. Im Gegenteil, sie alle brachten sich mit kreativen Ideen ein und nicht zuletzt diesem Engagement ist es zu verdanken, dass wir ein so tolles Programm auf die Beine stellen konnten. Doch nat\u00fcrlich reicht eine Aktionswoche im Jahr allein nicht aus, um dauerhaft H\u00f6rimplantate und Musikgenuss positiv zu verkn\u00fcpfen. Wir sind uns daher alle einig: es gibt noch so viel zu erz\u00e4hlen und deshalb werden Musik und MED-EL H\u00f6rimplantate weiterhin ein kontinuierliches und wichtiges Thema in unserem Hause bleiben\u201c, so Bernd Seils. Da gerade f\u00fcr Menschen, die ein H\u00f6rimplantat tragen, Musikh\u00f6ren eine besondere Herausforderung darstellt, verpflichtet sich MED-EL seit vielen Jahren dazu, Musik bei der Forschung und Entwicklung seiner Produkte einen ganz besonderen Stellenwert einzur\u00e4umen. Damit auch H\u00f6rimplantat-Nutzer*innen Musik optimal genie\u00dfen k\u00f6nnen, ist MED-EL stolz darauf, die gr\u00f6\u00dfte Auswahl von langen und flexiblen Elektroden anzubieten \u2013 schlie\u00dflich ist jedes Ohr einzigartig. Dar\u00fcber hinaus erm\u00f6glicht die FineHearingTM-Technologie Nutzer*innen T\u00f6ne pr\u00e4zise und in der richtigen Klangfarbe zu h\u00f6ren. Die Technik ist das Fundament, auf dem die Rehabilitation aufbauen kann \u2013 das eine kann ohne das andere nicht funktionieren. F\u00fcr all diejenigen, die ihr Musikh\u00f6ren mit H\u00f6rimplantat verbessern und trainieren m\u00f6chten, empfehlen daher die MED-EL-Reha-Experten die Listen UP!- H\u00f6rtrainings-Serie \u2013 verf\u00fcgbar als gleichnamige App oder als CDs \u2013 und die MED-EL Spotify-List.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Musikwissenschaftlerin Johanna Boyer im Gespr\u00e4ch mit Bernd Seils - MED-EL Technik und Musik\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/ICclf6SiN0I?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-size: 14pt;\"><br \/>\nVon Beethoven bis Campino: Musiker und ihr H\u00f6rverlust<br \/>\n<\/span><\/strong>Musik ist etwas Wunderbares, vielleicht sogar etwas Magisches. Sie konserviert Emotionen und Erinnerungen, etwa an die letzte Party, an das Unbeschwertheitsgef\u00fchl im vergangenen Urlaub oder an die Achterbahnfahrt der Schmetterlinge beim ersten Kuss. Sie verbindet Menschen \u00fcber alle Gesellschaftsschichten, Generationen und L\u00e4ndergrenzen hinweg und vermag eine Gleichheit zu schaffen, wie es in anderen Lebensbereichen selten gelingt. Doch am vielleicht wichtigsten: F\u00fcr die meisten Menschen ist Musik h\u00f6ren und selbst machen die nat\u00fcrlichste und selbstverst\u00e4ndlichste Sache der Welt. Dabei gab und gibt es auch heute noch gerade in der Musikszene K\u00fcnstler, f\u00fcr die genau dies zur gr\u00f6\u00dften Herausforderung ihres Lebens wurde. In seinem verl\u00e4ngerten Jubil\u00e4umsjahr st\u00f6\u00dft man beim Thema H\u00f6rverlust in Verbindung mit Musik nat\u00fcrlich vor allem auf ein Ausnahmetalent: Ludwig van Beethoven.<\/p>\n<p>Seit seinem 29 Lebensjahr litt Ludwig van Beethoven unter einem zunehmend schlimmer werdender H\u00f6rverlust, der ihn als K\u00fcnstler beruflich und als Mensch seelisch an seine Grenzen sto\u00dfen lie\u00df. Und auch wenn Ludwig van Beethoven keineswegs gewillt war, sich in sein Schicksal zu f\u00fcgen, konnten seine zahlreichen Behandlungsversuche das Schwinden seines Geh\u00f6rsinns nicht aufhalten. Am Ende war der verzweifelte Musiker vollst\u00e4ndig taub. Die Leidensgeschichte des ber\u00fchmten Komponisten ist heute so bekannt wie seine Werke. Weniger bekannt ist jedoch, dass mit der heutigen modernen Medizintechnik Beethovens H\u00f6rverlust vermutlich behandelbar gewesen w\u00e4re. Nach derzeitigem Wissenstand sind sich Experten sicher, dass in den ersten Jahren ein einfaches H\u00f6rger\u00e4t ausreichend gewesen w\u00e4re. Sp\u00e4ter h\u00e4tten moderne H\u00f6rimplantate, wie ein Cochlea-Implantat, Ludwig van Beethoven in die Welt der H\u00f6renden zur\u00fcckbringen k\u00f6nnen. \u201eGanz einfach ausgedr\u00fcckt, wird das Cochlea-Implantat bzw. die sich an diesem Implantat befindliche Elektrode in die H\u00f6rschnecke, Cochlea genannt, eingef\u00fchrt und ersetzt dort die Funktion des zerst\u00f6rten Innenohrs\u201c, erkl\u00e4rt Prof. Dr. med. Burkard Schwab, Chefarzt der Klinik f\u00fcr Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde Hildesheim und selbst studierter Kirchenmusiker sowie Musikwissenschaftler.<\/p>\n<p>Auch heutzutage \u2013 mehr als 250 Jahre nach Beethovens Erkrankung \u2013 leiden noch immer ber\u00fchmte K\u00fcnstler der Musikbranche unter H\u00f6rverlust. Prominente Beispiele sind Campino von den Toten Hosen, Coldplay-Fronts\u00e4nger Chris Martin oder Neil Young und Phil Collins. \u201eGerade f\u00fcr musikinteressierte Patienten ist es sehr schmerzhaft miterleben zu m\u00fcssen, wie nach und nach die F\u00e4higkeit Musik ad\u00e4quat aufzunehmen, verloren geht\u201c, wei\u00df Prof. Schwab aus seiner t\u00e4glichen Arbeit mit Betroffenen zu berichten. Welche positiven Auswirkungen die Nutzung eines Cochlea-Implantats und auch anderer H\u00f6rimplantate auf das Leben von Musikern haben k\u00f6nnen, zeigen hingegen die Geschichten von Christian Lilienweihs, Josephine Seifert und Hildegard Stoll.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-33861 size-medium\" title=\"Dr. Schwab\" src=\"https:\/\/blog.medel.com\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/151209wk-dr-schwab-09-1-scaled-200x300.jpg\" alt=\"Dr. Schwab\" width=\"200\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-size: 14pt;\">Endlich wieder Musik machen und h\u00f6ren k\u00f6nnen dank H\u00f6r-Implantaten<\/span><br \/>\n<\/strong>Auch heutzutage leiden ber\u00fchmte K\u00fcnstler der Musikbranche unter H\u00f6rverlust. Prominente Beispiele sind Campino von den Toten Hosen, Coldplay-Fronts\u00e4nger Chris Martin oder Neil Young und Phil Collins. Welche positiven Auswirkungen die Nutzung eines Cochlea-Implantats auf das Leben von Musikern haben kann, zeigen die Geschichten von Josephine Seifert, Christian Lilienweihs und Hildegard Stoll.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-19940 size-medium\" title=\" Josephine Seifert\" src=\"https:\/\/blog.medel.com\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/josephine-seiferts-medel-198x300.jpg\" alt=\" Josephine Seifert\" width=\"198\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Alle drei eint die Liebe zum Musik machen \u2013 und, dass sie dies dank modernster H\u00f6rtechnik auch tun k\u00f6nnen. Musik war schon immer ein \u00fcberaus wichtiges Thema in Josephine Seiferts Leben. Seitdem sie vier Jahre alt ist, spielt die heute 23-j\u00e4hrige Vollblutmusikerin Cello. Eine Tatsache, die keineswegs selbstverst\u00e4ndlich ist, denn Josephine ist seit ihrem 10. Lebensjahr auf dem linken Ohr taub. Dass sie auch heute Cello spielen kann, verdankt sie ihrem Cochlea-Implantat, da ist sich die studierte Audiologin und H\u00f6rtechnikerin sicher.<\/p>\n<p>\u201eOhne H\u00f6rimplantat hat mir die volle Dimension der Musik gefehlt. Es h\u00f6rte sich alles platt an und ich konnte die Tiefe der Musik nicht mehr h\u00f6ren. Jetzt mit CI bin ich zum Gl\u00fcck wieder in der Lage, das volle Klangspektrum wahrzunehmen\u201c, so Josephine zufrieden. Heute ist die Cellistin Teil eines Orchester-Ensembles, auch zwei Werke von Beethoven hat sie schon gespielt. \u201eEs ist sehr bewundernswert, dass er trotz seines schlechten Geh\u00f6rs die Musik nicht aufgeben hat\u201c, sagt Josephine \u00fcber den ber\u00fchmten Komponisten mit dem sie nicht nur die Leidenschaft f\u00fcr Musik teilt, sondern auch eine gemeinsame Erkrankung. Neben dem Musik machen und h\u00f6ren, ist auch im Alltag f\u00fcr sie vieles einfacher geworden: \u201eWenn ich jetzt an einer Bahnschranke stehe, kann ich wieder h\u00f6ren, aus welcher Richtung der Zug kommt. An lauten Orten, wie zum Beispiel auf Feiern mit Freunden, habe ich keine Probleme mehr, Gespr\u00e4che mit mehreren Menschen zu verfolgen und vom Hintergrundl\u00e4rm zu unterscheiden. Das macht es f\u00fcr mich auch einfacher, auf Leute zuzugehen. Das Implantat gibt mir jeden Tag Lebensqualit\u00e4t zur\u00fcck\u201c, so die junge Frau gl\u00fccklich.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-19926 size-medium\" title=\"Christian Lilienweihs\" src=\"https:\/\/blog.medel.com\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/christian-lilienweihs-medel-232x300.jpg\" alt=\"Christian Lilienweihs\" width=\"232\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Als Christian Lilienweihs das erste Mal seinen Sohn Klavier spielen h\u00f6ren konnte, hat er vor Freude geweint, denn mehr als 40 Jahre war der Familienvater praktisch taub. \u201eF\u00fcr mich war das ein unbeschreibliches Gl\u00fccksgef\u00fchl\u201c, erinnert sich der 51-j\u00e4hrige an diesen besonderen Moment zur\u00fcck. Seit seinem siebten Lebensjahr litt Christian infolge von Komplikationen nach einer Mandeloperation unter H\u00f6rverlust, erst schleichend, dann immer st\u00e4rker. Die verordneten H\u00f6rger\u00e4te halfen nur eine kurze Zeit und bald schon musste sich der damalige Sch\u00fcler mit Lippenlesen behelfen. Auch wenn er so sein H\u00f6rdefizit etwas ausgleichen konnte, gab es immer wieder Situationen, in denen der studierte Kommunikationswissenschaftler an seine Grenzen stie\u00df, etwa bei st\u00f6renden Nebenger\u00e4uschen oder wenn er seinen Gespr\u00e4chspartnerin nicht sehen konnte. Am schlimmsten war jedoch, dass die Musik, die er so sehr liebte, aufgrund seines abnehmenden H\u00f6rverm\u00f6gens, ihm immer mehr entschwand.<\/p>\n<p>Seit seiner Kindheit spielte Christian, der aus einer hochmusikalischen Familie stammt, begeistert Klavier und Posaune. Eine Leidenschaft, die er zum Beruf machen wollte. Doch seine angestrebte musikalische Karriere musste er bereits als Teenager mit Beginn seines beidseitigen H\u00f6rverlustes aufgeben. Auch das Musikh\u00f6ren war mit H\u00f6rger\u00e4ten nur noch eingeschr\u00e4nkt m\u00f6glich. Mit 50 Jahren entschied sich der Software-Designer f\u00fcr ein Cochlea-Implantat und \u00e4nderte damit sein Leben schlagartig &#8211; zum besseren, wie er selber sagt. Innerhalb k\u00fcrzester Zeit gewann Christian ein fast 100-prozentiges Sprachverstehen zur\u00fcck. F\u00fcr den Vater eines Sohnes ist mit dem CI vieles leichter geworden, etwa die Kommunikation im Alltag oder das Telefonieren mit seiner Frau. Das Beste jedoch: \u201eIch kann wieder Musik h\u00f6ren und musizieren. Mit meinen Implantaten steht mir die Welt der Musik wieder offen\u201c, so der passionierte Musiker gl\u00fccklich. Heute spielt Christian in seiner Freizeit wieder begeistert Schlagzeug, Klavier und seit kurzem auch Bass \u2013 wenn er nicht gerade auf Konzerten oder Festivals klassische oder moderne Musik genie\u00dft. \u201eIch h\u00e4tte nie gedacht, dass ich jemals wieder so gut Musik h\u00f6ren und auch mit anderen zusammen musizieren kann. Das ist ein wundervolles Geschenk, f\u00fcr das ich unendlich dankbar bin.\u201c<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-19933 size-medium\" title=\"Hildegard Stoll\" src=\"https:\/\/blog.medel.com\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/hildegard-stoll-medel-300x201.jpg\" alt=\"Hildegard Stoll\" width=\"300\" height=\"201\" \/><\/p>\n<p>F\u00fcr Hildegard Stoll ist Musik mehr als nur ein Hobby. \u201eSie ist f\u00fcr mich zum Leben notwendig! Die Musik hilft mir in vielen Lebenssituationen und tr\u00e4gt mich durch schwierige Zeiten\u201c, betont die Frankfurterin. Die Musikerin beherrscht insgesamt sechs Instrumente, n\u00e4mlich Blockfl\u00f6te, Violine, Klarinette, Gitarre, Raffele und Okarina. \u201eZither lerne ich gerade\u201c, sagt Hildegard ganz selbstverst\u00e4ndlich. Dass sie ihrer Leidenschaft so ungehindert nachgehen kann, verdankt sie ihrem H\u00f6rimplantat. Seit ihrer Kindheit leidet die heutige stolze Gro\u00dfmutter eines Enkelkindes unter H\u00f6rverlust auf dem rechten Ohr. Doch erst im Erwachsenenalter wurde das H\u00f6rdefizit zu einem Problem f\u00fcr Hildegard. \u201eNachdem ich meine Kollegen nicht mehr verstehen konnte, wenn ich das Headset aufgezogen hatte, obwohl es nur einseitig war, beobachtete ich mich selbst sehr genau. Und kam zu dem Schluss, dass ich einen H\u00f6rtest machen musste\u201c, gestand sich die medizinisch-technische Laborassistentin ihren H\u00f6rverlust ein. Eine plastische Operation des Mittelohrs verschaffte eine kurzfristige Linderung, doch erst ein Knochenleitungsimplantat brachte eine echte Verbesserung. Seitdem kann Hildegard wieder r\u00e4umlich h\u00f6ren, sich wieder viel besser mit den Arbeitskollegen unterhalten und ihre Enkeltochter deutlicher verstehen. Auch in Bezug auf die Musik hilft Hildegard ihr H\u00f6rimplantat enorm: \u201eFr\u00fcher musste ich mich immer mit meinem gut h\u00f6renden Ohr meinen Mitspielerinnen und Mitspielern zuwenden. Auch das Singen im Chor war ohne die H\u00f6rhilfe m\u00fchsam. Mit meinem H\u00f6rimplantat kann ich meine verschiedenen Musikgruppen (unterschiedliche Blockfl\u00f6tenensemble) heute viel besser leiten, da ich genau h\u00f6ren kann, in welcher Stimme es ein Problem gibt und wo es nicht gut klingt. Auch das Geige- und Klarinette\u00fcben ist mit dem besseren H\u00f6ren sehr viel effektiver und macht deshalb auch viel mehr Freude\u201c, beschreibt sie ihre neugewonnene Lebensqualit\u00e4t.<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-size: 14pt;\">Halte durch!<\/span><\/strong><br \/>\nDie Geschichten von Josephine, Hildegard und Chris zeigen eindrucksvoll, wie wichtig ein gutes Geh\u00f6r f\u00fcr ein gl\u00fcckliches und erf\u00fclltes Leben ist. Und genau darauf macht die Weltgesundheitsorganisation jedes Jahr am 3. M\u00e4rz aufmerksam. 2020 steht der Welttag des H\u00f6rens unter dem Motto \u201eHearing for life: Don\u2019t let hearing loss limit you\u201c1 \u2013 die Aufforderung der WHO, H\u00f6rverlust nicht \u00fcber das eigene Leben bestimmen zu lassen. Denn Betroffene wissen, es geht es um weit mehr, als \u201enur\u201c darum, gut zu h\u00f6ren. Wer an H\u00f6rverlust leidet, kann nur noch eingeschr\u00e4nkt mit seiner Umwelt kommunizieren. Oft ziehen sich die Betroffenen auch in sich selbst zur\u00fcck und nehmen immer weniger am gesellschaftlichen Leben teil. Nicht selten sind aufgrund von Vereinsamung und Isolation psychische Erkrankungen, wie beispielsweise Depressionen, die weitreichenden Konsequenzen. Dar\u00fcber hinaus lassen Studien der letzten Jahre auch den R\u00fcckschluss zu, dass schlechtes H\u00f6ren, Demenz, St\u00fcrze und Sicherheit im Stra\u00dfenverkehr miteinander korrelieren. Die WHO empfiehlt daher Menschen mit H\u00f6rbeeintr\u00e4chtigung, ihren H\u00f6rverlust so fr\u00fch wie m\u00f6glich \u00e4rztlich abkl\u00e4ren zu lassen. Denn regelm\u00e4\u00dfige H\u00f6rtests und eine zeitnahe Versorgung mit der passenden Technologie sind essenziell, um die unangenehmen Folgen von H\u00f6rverlust zu verhindern oder zu mindern.<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-size: 14pt;\">Mehr als jeder zehnte Deutsche vermutet bei sich einen H\u00f6rverlust<br \/>\n<\/span><\/strong>Dass H\u00f6rverlust auch hierzulande immer noch ein weitverbreitetes und vielfach unbehandeltes Problem darstellt, zeigen auch die neuesten Ergebnisse einer repr\u00e4sentativen Online-Umfrage, die MED-EL anl\u00e4sslich des Welttags des H\u00f6rens unter 1.002 M\u00e4nner und Frauen im Alter von 18 bis 65+ Jahren in Deutschland durchf\u00fchrte. So gaben 48 Prozent an, in ihrem famili\u00e4ren Umfeld oder engeren Freundeskreis, jemanden mit einem vermuteten H\u00f6rverlust zu kennen. Besonders alarmierend: Mehr als jeder zehnte Befragte (14 Prozent) vermutet dar\u00fcber hinaus bei sich selbst einen H\u00f6rverlust. Gleichzeitig haben rund 27 Prozent der Studienteilnehmer ihr Geh\u00f6r noch nie untersuchen lassen, bei nahezu jedem dritten Studienteilnehmer (26 Prozent) liegt der letzte H\u00f6rtest mehr als f\u00fcnf bis zehn Jahre zur\u00fcck. Dabei w\u00e4re ein solcher dringend ratsam, wie weitere Zahlen der Studie belegen: So best\u00e4tigen 32 Prozent, im Alltag ihren Gespr\u00e4chspartner regelm\u00e4\u00dfig zu bitten, das Gesagte zu wiederholen, 23 Prozent stellen das Radio oder den Fernseher regelm\u00e4\u00dfig lauter und immerhin fast jeder F\u00fcnfte (16 Prozent) wird immer wieder dazu angehalten, die Lautst\u00e4rke eines Audio-Signals zu drosseln oder selbst leiser zu sprechen. Die Studienergebnisse lassen den R\u00fcckschluss zu, dass es vielen Betroffenen schwer f\u00e4llt, sich einzugestehen, dass ihr Geh\u00f6r nicht mehr so gut funktioniert wie fr\u00fcher. Oft ignorieren sie das Problem oder versuchen dieses mit verschiedenen Strategien im Alltag zu kompensieren, anstatt den Haus- oder HNO-Facharzt aufzusuchen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 10pt;\">1 Informationen unter https:\/\/www.who.int\/deafness\/world-hearing-day\/whd-2020\/en\u00a0<\/span><\/p>\n<p><strong><span style=\"font-size: 14pt;\">Sie wollen mehr erfahren?<\/span><\/strong><br \/>\nSie wollen regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber die neuesten MED-EL H\u00f6rl\u00f6sungen informiert werden? Dann\u00a0<a href=\"\/?page_id=4960\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">abonnieren Sie den MED-EL Blog<\/a>\u00a0und erhalten Sie die neuesten Technologie-Infos und Gastbeitr\u00e4ge direkt in Ihren Posteingang!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ob saftige Beats als Motivationshilfe beim t\u00e4glichen Workout, das Lieblingslied aus dem Autoradio auf dem Weg zur Arbeit oder zur dezenten Loungeplaylist mit Freunden in der Lieblingsbar den Tag ausklingen lassen: Musik begleitet uns in nahezu allen Lebenslagen. Sie ist nicht nur etwas Allt\u00e4gliches, sondern vor allem f\u00fcr die meisten Menschen die nat\u00fcrlichste Sache der Welt. Und trotzdem gilt diese Selbstverst\u00e4ndlichkeit nicht f\u00fcr jeden: Denn Menschen mit H\u00f6rverlust k\u00f6nnen oftmals weder Gespr\u00e4che noch Musik richtig genie\u00dfen, gerade dann, wenn H\u00f6rger\u00e4te an ihre Grenzen sto\u00dfen oder diese aufgrund des Krankheitsbildes keine ausreichende Therapiema\u00dfnahme darstellen.<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":65709,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2881],"tags":[],"class_list":["post-46940","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-gastartikel"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.3 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>MED-EL macht Musik \u2013 die Themenwoche zum Deutschen Tag der Musik - The MED-EL Blog<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"MED-EL zur Themenwoche der Musik\" \/>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/blog.medel.com\/de\/gastartikel\/med-el-macht-musik-die-themenwoche-zum-deutschen-tag-der-musik-am-21-06-2021\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"MED-EL macht Musik \u2013 die Themenwoche zum Deutschen Tag der Musik - 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