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Mit einem frisch implantierten CI eröffnet sich Ihrem Kind eine völlig neue Welt von wundersamen Klängen. Ihre Aufgabe besteht darin, ihm zu erklären, welchen Kontext oder welche Bedeutung diese neuen Klänge haben.

Ihr Kind versteht sicherlich sofort, dass Mama „Aua“ sagt, wenn sie sich weh tut, oder „tooollll“, wenn ihr etwas gefällt. Kurz nach der Implantation wird Ihrem Kind zunächst bewusst, wann es etwas hören kann und wann nicht. Als nächstes wird es Unterschiede zwischen dem Gehörten feststellen, und dass unterschiedliche Klänge unterschiedliche Bedeutungen haben.

Es fängt an, verschiedene Klänge zu erkennen und nachzuahmen. Unter Umständen beginnt es, einzelne Wörter oder ganze Phrasen nach Länge, Tonfall, Lautstärke oder Rhythmus unterscheiden. So kann Ihr Kind eventuell schon Klangunterschiede erkennen wie:

  • ein Ball im Gegensatz zu einer Banane,
  • Mamas Stimme, wenn sie wütend ist, und Mamas Stimme, wenn sie zufrieden ist,
  • wenn Papa Tschüss sagt, im Gegensatz zu Mama, wenn sie Tschüss sagt.

 

Wir haben für Sie fünf Tipps zusammengestellt, wie Sie Ihrem Kind helfen können, das Gehörte mit einer Bedeutung zu verknüpfen.

1: Nutzen Sie jede Gelegenheit, um bei den Routinen des Alltags mit Ihrem Kind zu sprechen. So hört Ihr Kind tagtäglich immer wieder dieselben inhaltlich bedeutsamen Wörter und Phrasen.

2: Sprechen Sie mit Ihrem Kind in einer variantenreichen, singenden Stimme mit unterschiedlichem Rhythmus und Tonfall. Passen Sie Ihren Gesichtsausdruck natürlich dem Gesagten an, und setzen Sie reale Gegenstände und Spielzeuge ein, um die Hörübungen für das Kind erlebbar zu machen.

3: Binden Sie Ihr Kind aktiv in die Interaktion mit ein. Sehen Sie es erwartungsvoll an, um ihm zu zeigen, dass es jetzt an ihm ist, zu reden, und ermutigen Sie es, Klänge oder Wörter zu wiederholen.

4: Nutzen Sie akustische Unterstreichungen, um wichtige Wörter oder Klänge hervorzuheben.

5: Stellen Sie Ihr Kind vor die Wahl, damit es sich in den Alltagsroutinen für etwas entscheiden und verbal ausdrücken muss, was es möchte. Zum Beispiel:„Möchtest du Orangensaft oder Milch“, wenn Sie Ihr Kind beim Frühstück auffordern, zu wählen.

 

Im Folgenden finden Sie noch zwei tolle Übungen, mit denen Ihr Kind die Bedeutung unterschiedlicher Klänge verstehen lernt.

1: Saft auspressen

Während Sie den Saft machen, können Sie einfache Begriffe immer wieder verwenden und wichtige Wörter durch akustische Unterstreichungen hervorheben.Bauen Sie den Wortschatz Ihre Kindes aus, indem Sie aktive Begriffe (schneiden, auspressen, drücken), Benennungen und Hinweise auf den Ort (in, auf, unter) verwenden.

  • „Jetzt preeeessssen wir die Zitrone in der Schüssel aus.“
  • „Jetzt schneiden wir die Zitrone auf dem Brett. Schneiden, schneiden, schneiden.“

 

2: Gemeinsam Kinderlieder singen

Bringen Sie im Zusammenhang mit unterschiedlichen Spielzeugen oder Gegenständen Reime und Lieder mit unterschiedlichen Rhythmen ein.Singen Sie zum Beispiel „Der Kuckuck und der Esel“ oder „Fuchs du hast die Gans gestohlen“, um die Namen der Tiere einzuführen, und zeigen Sie Ihrem Kinde ANSCHLIESSEND das zugehörige Spielzeugtier und spielen Sie damit.

  • „Der Kuckuck und der Esel, die hatten einen Streit“.Ermutigen Sie Ihr Kind, mitzusingen oder mitzusummen!

 

Vergessen Sie aber nicht, dass die Assoziierung von Klängen mit Objekten oder Tätigkeiten bei Kindern von kurzer Dauer sind. Erst bei ständiger Wiederholung prägen sie sich ein.Sprechen Sie so viel wie möglich mit Ihrem Kind, und gebrauchen Sie dabei wichtige Schlüsselbegriffe immer wieder!

Viel Spaß beim Hören!

 

Hat Ihnen dieser Beitrag zu Hörübungen mit kleinen Kindern gefallen?Helfen Sie mit diesem Beitrag Ihrem Kind dabei, Stimmen zu erkennen und zu unterscheiden.

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