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Ein Cochlea-Implantat ist eine Art von Hörimplantat, das hunderttausenden Menschen jeden Tag hilft zu hören. Aber wie genau funktionieren Cochlea-Implantate? Lesen Sie weiter und erfahren Sie mehr über Cochlea-Implantate: was diese sind, wie sie funktionieren und wer davon profitieren kann.

Cochlea-Implantatesind für Menschen mit schwerer bis hochgradiger Innenohrschwerhörigkeit gedacht. Bei dieser Art des Hörverlusts sind die Haarzellen in dem Teil des Innenohrs, der auch Cochlea oder Hörschnecke genannt wird, beschädigt oder fehlen komplett.

Beschädigte oder fehlende Haarzellen können Schallinformationen nicht richtig verarbeiten und weiterleiten. Denn funktionierende Haarzellen sind die Voraussetzung, um Schallschwingungen in elektrische Signale umzuwandeln, die über den Hörnerv zum Gehirn gelangen können.

Wenn Haarzellen beschädigt sind, können Schallschwingungen nicht in eletrische Signale umgewandelt werden. Mit einem Cochlea-Implantat können trotz beschädigter oder fehlender Haarzellen elektrische Signale zum Gehirn geschickt und dort als Geräusche verarbeitet werden.

Was ist ein Cochlea-Implantat?

Ein Cochlea-Implantat besteht aus zwei Hauptkomponenten:

  1. Die erste Komponente eines Cochlea-Implantats ist das Implantat selbst, welches hinter dem Ohr eingesetzt wird. Ein Implantat besteht aus einem Empfänger, Magneten, Gehäuse und Elektrodenträger. Der Elektrodenträger ist der Teil des Implantats, der elektrische Signale vom Implantatgehäuse weiterleitet, um die Cochlea zu stimulieren.
  2. Die zweite Komponente ist der Audioprozessor, der extern getragen wird. Er sitzt entweder hinter dem Ohr (Hinter-dem-Ohr-Audioprozessor) oder seitlich am Kopf (Single-Unit-Audioprozessor). Der Audioprozessor wird mithilfe eines Magneten mit dem Implantat verbunden.

Wie funktioniert ein Cochlea-Implantat ?

Die Funktionsweise eines Cochlea-Implantats (CI) Schritt für Schritt erklärt:

  1. Zuerst treffen Schallwellen auf Ihr Ohr und den Audioprozessor.
  2. Der extern getragene Audioprozessor erkennt die Schallwellen, wandelt sie in elektrische Signale um und überträgt sie durch die Haut zum Implantat.
  3. Das Implantat wandelt die elektrischen Signale in elektrische Impulse um, die über den Elektrodenträger zur Cochlea geschickt werden. Der Elektrodenträger stimuliert bestimmte Regionen in der Cochlea, die für unterschiedliche Frequenzen (oder Tonhöhen) zuständig sind. Die apikale Region der Cochlea ist für die Verarbeitung tiefer Töne zuständig, während die Basis der Hörschnecke hohe Töne verarbeitet.
  4. In der gesamten Cochlea umgehen die elektrischen Impulse des Cochlea-Implantats die nicht funktionsfähigen Haarzellen, indem direkt die mit den Haarzellen verbundenen Nervenfasern stimuliert werden.
  5. Zu guter Letzt senden diese Nervenfasern elektrische Signale über den Hörnerv ans Gehirn, wo die elektrischen Signale als Geräusche wahrgenommen und verarbeitet werden.

Wem kann ein Hörimplantat helfen?

Wer von einem Hörimplantat profitieren kann, hängt von der Art und dem Grad des Hörverlusts ab. Cochlea-Implantate können Menschen helfen, die unter schwerer bis hochgradiger Innenohrschwerhörigkeit leiden. Also Menschen, bei denen die Haarzellen im Innenohr beschädigt sind und deshalb Schallinformationen nicht richtig verarbeitet und weitergeleitet werden können. Beschädigte oder fehlenden Haarzellen können verschiedene Ursachen haben: Genetische Ursachen, Kopftraumata, übermäßiger Lärm oder andere Umwelteinflüsse. Innenohrschwerhörigkeit ist die häufigste Art von Hörverlust.

Es gibt allerdings auch andere Arten von Hörverlust, bei denen ein Cochlea-Implantat nicht die richtige Hörlösung ist. Ein Cochlea-Implantat ist beispielsweise dann nicht geeignet, wenn das Außen- oder Mittelohr Schall nicht richtig weiterleiten kann. Man spricht dann von Schallleitungsschwerhörigkeit. Cochlea-Implantate können in der Regel auch jenen Menschen nicht helfen, die gleichzeitig an Schallleitungs- und Innenohrschwerhörigkeit leiden oder bei denen der Hörnerv beschädigt ist. Auf unserer Website finden Sie mehr Informationen zu den verschiedenen Arten von Hörverlust und passenden Hörlösungen.

Denken Sie daran, dass es immer am besten ist, einen Hörspezialisten zu konsultieren, wenn Sie oder jemand, der Ihnen nahe steht, möglicherweise an Hörverlust leiden.

Cochlea-Implantate, Älterwerden und Lebensqualität

Innenohrschwerhörigkeit ist nicht nur die häufigste Art von Hörverlust, sondern häufig auch Teil des Älterwerdens. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist weltweit etwa ein Drittel der Menschen über 65 Jahren von Hörverlust betroffen, was ihren Alltag negativ beeinflusst. Viele Menschen mit einseitiger schwerer bis hochgradiger Innenohrschwerhörigkeit berichten – unabhängig von ihrem Alter – drei Monate nach Versorgung mit einem Cochlea-Implantat von einer deutlichen Verbesserung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität.

Ein Cochlea-Implantat ist eine Entscheidung fürs Leben. Das Hörimplantat wird viele Jahre lang Teil Ihres Lebens oder des Lebens einer Ihnen nahestehenden Person sein. Daher ist es wichtig, sich der Auswirkungen, welche die Auswahl des Implantat auf das tägliche Leben haben wird, bewusst zu sein – jetzt und in der Zukunft. Im Gegensatz dazu kann der Audioprozessor einfach und immer wieder auf die neueste Technologien aufgerüstet werden.

Für mehr Informationen zu Hörtests, Cochlea-Implantaten und Audioprozessoren kontaktieren Sie Ihren lokalen MED-EL Vertreter.

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