in Für Eltern, Tipps & Tricks

Eine Cochleaimplantation ist kein einsamer Vorgang. Wenn Sie oder ein Familienmitglied diesen Schritt erwägen, gibt es zahlreiche Ärzte, Audiologen und medizinische Fachkräfte, die Sie auf diesem Weg begleiten werden.

Jeder von ihnen hat einen anderen Hintergrund und ein eigenes Fachgebiet. Allen gemeinsam ist, dass sie mit den Betroffenen zusammenarbeiten und sich untereinander austauschen, damit jeder die bestmögliche Behandlung und ein optimales Ergebnis bekommt.

In diesem Beitrag möchten wir Ihnen die unterschiedlichen Spezialisten, denen Sie eventuell begegnen werden, vorstellen.

Bedenken Sie aber, dass jedes Land und jede Klinik seine Patienten anders behandelt, daher ist dies eher ein allgemeiner Leitfaden als eine Checkliste zum Abhaken.

Checkliste:

  • Audiologe. Der Audiologe ist für die Einstufung vor und nach der Implantation, die Beratung (auch in erzieherischer Hinsicht), die Rehabilitation und die Programmierung des Audioprozessors zuständig.
  • HNO-Chirurg. HNO steht für „Hals, Nase, Ohren“ und ein HNO-Chirurg ist auf eines dieser drei Gebiete spezialisiert. Für den Empfänger eines Cochleaimplantats stellt er sicher, dass dieser für das Implantat und den Eingriff bereit ist, und als Chirurg ist er auch für den Eingriff selbst verantwortlich.
  • Klinischer Psychologe. Der klinische Psychologe hilft dem künftigen Träger und seiner Familie dabei, die richtige Erwartungshaltung gegenüber dem Cochleaimplantat aufzubauen und steht ihnen auch nach der Implantation beratend zur Seite. Er kann auch im Zuge der Einstufung und der Nachbehandlung hinzugezogen werden, um die kognitiven Fähigkeiten des Trägers zu bewerten.
  • Logopäde/ Sprachtherapeut. Der Logopäde bewertet die Sprachkompetenz des Trägers vor der Implantation und arbeitet anschließend mit den Eltern und anderen Spezialisten an der Effektivität des Implantats nach dem Eingriff. Er beobachtet die langfristige Entwicklung und ist der Ansprechpartner für alle kommunikationsbezogenen Fragen.
  • Hörgeschädigten-Pädagoge. Ein Hörgeschädigten-Pädagoge arbeitet in der Regel mit größeren Kindern, Teenagern und Erwachsenen, nimmt eine Erstbewertung vor und spricht über mögliche Erwartungen. Nach der Implantation wird er außerdem beim Sprechtraining und der Rehabilitation unterstützend tätig.
  • Lehrer für Gehörgeschädigte. Ein Lehrer für Gehörgeschädigte arbeitet entweder in einem Cochleaimplantationsinstitut oder im Schulwesen. Seine Rolle umfasst die Bewertung, wie gut ein Kind mit einem Cochleaimplantat die Schulsituation meistert, und er fungiert als Schnittstelle zu Schulen und anderen Bildungseinrichtungen. Daher ist er oft während der Unterrichtszeiten erreichbar, macht aber auch gelegentlich Hausbesuche, um jedes Kind in seiner Alltagsumgebung kennenzulernen.
  • Audiologisch geschulter Arzt/Ärztin. Ein audiologisch geschulter Arzt ist ein Allgemeinmediziner oder medizinischer Berater, der eine Zusatzausbildung als Audiologe absolviert hat.
  • Audiotherapeut. Er arbeitet eng mit dem Implantatträger und seiner Familie am Aufbau der Hör-und Sprechfähigkeit. Ein Audiotherapeut ist ein Audiologe, ein Sprachtherapeut oder ein Lehrer für Gehörgeschädigte, der eine Zusatzausbildung für den Aufbau des Hörverständnisses und der Sprachkompetenz bei gehörgeschädigten Kindern absolviert hat. Gelegentlich gibt es Überschneidungen mit der Tätigkeit eines Logopäden.
  • Implantatprogramm-Manager. Der Manager des Implantatprogramms einer Klinik oder eines Cochleaimplantationsinstituts ist der Hauptansprechpartner für alle Fragen zu diesem Thema.

 

Beim Verfassen dieses Beitrags wurden wir von Salma Asim unterstützt.

 

 

Ziehen Sie die Einsetzung eines Cochleaimplantats in Erwägung und haben eine Frage? Dann schreiben Sie uns im Kommentarfeld unten! Wir helfen Ihnen gern weiter.

 

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