in Schaufenster

„Übung macht den Meister“ – In der Musik UND beim Hören lernen mit CI 

Aufgewachsen im südösterreichischen Kärnten, eroberte der Spitzenmusiker Walter Auer mit Talent, Beharrlichkeit und harter Arbeit den Olymp der österreichischen Musikwelt und ist heute Soloflötist der Wiener Philharmoniker, einem der berühmtesten Klangkörper der Welt. In folgendem Beitrag lesen Sie, was Erfolg für ihn ausmacht.

 

„Früh übt sich…“

Die Entscheidung, Profimusiker in einem renommierten Orchester zu werden, traf Walter Auer bereits als Jugendlicher nach den ersten Erfolgen mit der Flöte auf der Bühne. Da er wegen Proben, Auftritten und Konzerten oft in der Schule fehlte, zeigten seine Lehrer glücklicherweise sehr viel Verständnis für seinen Berufswunsch.

Auch heute, in seinem Alltag als Soloflötist bei den Wiener Philharmonikern, verlangt ihm sein Alltag einiges ab: allein vier bis fünf Monate im Jahr ist er mit dem Orchester auf Reisen rund um den Globus, neben den vielen Proben und Auftritten lehrt er an der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien und spielt als Solist bei mehreren Ensembles: sein Arbeitstag endet selten vor 23 Uhr.

 

 

„Stets das Optimum herausholen“ – ob aus einem Instrument oder dem „neuen Hören mit CI“

Wie erreicht man diesen Grad an Perfektion? Ob im Spitzensport, in der Musik oder in der Rehabilitation: ohne Arbeit und Disziplin geht es nicht. Walter Auer war schon in jungen Jahren bereit, diesen Aufwand zu leisten und unzählige Stunden zu üben, da er ein klares Ziel vor Augen hatte.

Hier lassen sich Parallelen für das Hören lernen mit einem Cochlea-Implantat (CI) ziehen, ist Walter Auer überzeugt: „Immer wieder die Grundlagen wiederholen, nichts als selbstverständlich ansehen und das Üben ernst nehmen“, betont er. Was für ihn bedeutet, einen perfekten Dreiklang zu gestalten oder besonders schwierige Passagen einwandfrei zu meistern, bedeutet für Menschen mit CI, auch bei Hintergrundlärm zu verstehen, mit unbekannten Personen telefonieren oder Musik genießen zu können. Gerade Nutzer von Hörimplantaten, die vor ihrer Ertaubung musizierten, haben den Ansporn, Musik auch mit CI wieder zu genießen. Mit entsprechendem Übungs- bzw. Rehabilitationsmaterial, Fleiß und Disziplin stellt sich der gewünschte Erfolg meist bald ein und dann sagen Musikanten mit Hörimplantat das gleiche wie einer der besten Flötisten der Welt: „Musik macht einfach Spaß“.

 

„Das Gehör ist das Allerwichtigste für meinen Beruf“

Hören ist für jeden Mensch wichtig, für einen Musiker ist es essenziell. Aus diesem Grund müssen Angehörige dieser Berufsgruppe besonders auf ihr Gehör achten. Die große Bedeutung des Hörsinns für sein Leben fasst Walter Auer wie folgt in Worte: „Mein Gehör ist das Allerwichtigste, noch wichtiger als meine Lippen oder Finger. Ich muss auf die Zehntelsekunde genau reagieren können, konkret hören. Allein der Gedanke, meinen Beruf aufgrund von Hörverlust nicht mehr ausüben zu können, trifft mich bis ins Mark meines Daseins“.

In einem Orchester kann es sehr laut werden, deshalb findet Gehörschutz bei Musikern eine immer größere Akzeptanz, was vor 20 Jahren noch nicht der Fall war. Wenn ein Musiker eine leise Stelle aufgrund eines beginnenden Hörverlusts nicht mehr hört, kann ihm das die Ausübung seines Berufs unmöglich machen und die Existenzgrundlage entziehen. Auch Walter Auer schützt seine Ohren wann immer möglich, um sein exaktes Hörvermögen keiner Gefahr auszusetzen und so lange wie möglich zu bewahren: „Ich passe auf, spiele gewisse Passagen mit Gehörschutz oder halte mir bei Stellen, die auch von der Frequenz unangenehm werden, nach Möglichkeit die Ohren unauffällig zu…“, gesteht er schmunzelnd.

 

Comments

comments

Weitere Artikel