in Schaufenster

Von Kristian Erickson, 11. Februar 2019

Als ich in der High School eine Fremdsprache wählen musste, entschied ich mich wegen meiner Leidenschaften Wandern, Bergsteigen und Skifahren für Deutsch, die Sprache der Alpen. Leicht war Deutsch gerade nicht, aber mit Geduld und viel Lernen ist es mir gelungen, dieses Idiom zu erlernen. Natürlich stellte ich auch fest, dass mein Schuldeutsch nicht unbedingt die Version der Sprache war, die in abgelegenen Alpentälern gesprochen wird. So musste ich mich sehr bemühen, um irgendwann nur eine einzige Mundart ein bisschen zu verstehen.
Die Begeisterung für Deutsch wuchs, im Lauf der Jahre auch für andere Sprachen, wie z.B. Spanisch und Französisch.  Wegen seiner Mannigfaltigkeit und Präzision ist Deutsch jedoch bis heute meine Lieblingssprache.

Mein Interesse sowohl für die Berge als auch für mehrere akademische Fächer wurde immer größer. Ich habe studiert und schrieb meine Magisterarbeit über das Lautsystem des Zürichdeutschen. Und viel später begann ich, in meiner geliebten Heimat Alaska Yup’ik, eine Sprache der Eskimos, zu erlernen. Aber dabei ereignete sich etwas Schlimmes:
Allmählich fiel es mir schwer, die ,,Hintergaumenreibelaute“, jene Frikative (wie der ,,Ich Laut“ und der „Ach Laut“ im Deutschen), zu hören. Damals konnte ich den Yup’ik Lehrer kaum mehr verstehen. In jüngeren Jahren war dies im Schweizerdeutschen kein Problem. (Damals konnte ich die Frikative im „Züritüütsch“ immer noch deutlich hören.) Traurig gab ich den Unterricht in Yup’ik mit zunehmendem Hörverlust wieder auf.
In den darauffolgenden Jahren ging es mit meiner Hörfähigkeit immer mehr bergab. Irgendwann erklärte mir ein Chirurg in Alaska, dass eine CI-Operation die einzige Möglichkeit für mich wäre, in die Welt der Hörenden zurückzukehren. Das war vor drei Jahren.
Vor beiden Operationen wurde ich sehr oft untersucht und besprach auch die Produkte der verschiedenen Hersteller am Markt mit ihm. Da ich mich auch sehr für klassische Musik interessiere, empfahl der Chirurg die Firma MED-EL. Und als ich herausfand, dass gerade diese Implantate in Innsbruck, also im „Herz der Alpen“ hergestellt werden, wuchs meine Begeisterung nur noch.
Ich gewöhne mich immer noch an die neue Welt des Hörens mit CIs und meinen beiden RONDO Audioprozessoren. Jeden Monat geht es mir ein bisschen besser.

Frikative kann ich wieder nicht nur gut, sondern sogar ausgezeichnet verstehen.

Und im Oktober letzten Jahres habe ich etwas Wichtiges für mich persönlich getan – ich flog von Alaska nach Innsbruck, um die Menschen zu treffen, die meine CIs hergestellt haben.

Zu ihnen habe ich aus tiefstem Herzen gesagt:

„DANKE! SIE HABEN MIR MEIN LEBEN ZURÜCKGEGEBEN!“

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