in Rehab at Home, Tipps & Tricks

Erlebnistagebücher sind eine unterhaltsame, einfache und kostengünstige Möglichkeit, die Hör-, Sprech- und Sprachfähigkeiten Ihres Kindes zu fördern. In diesem „Rehab at Home“-Beitrag schauen wir uns genauer an, was ein Erlebnistagebuch ist und erklären einige Möglichkeiten, wie Sie es zu Hause einsetzen können.

 

Ein Erlebnistagebuch ist ein personalisiertes Buch oder Heft, welches Sie gemeinsam mit Ihrem Kind erstellen. Inhalte können gemeinsame Aktivitäten, Erlebnisse, Urlaube oder andere Ausflüge sein. Erlebnistagebücher sind ein tolles Tool, um Ihrem Kind verschiedene Dinge beizubringen.

Erlebnistagebücher…

  • helfen dabei, das Interesse des Kindes für Bücher und Lesen zu wecken. Schließlich geht es im Erlebnistagebuch um sie selbst und ihr Leben!
  • erlauben es Ihrem Kind dieselben Fähigkeiten wiederholt zu üben, während Sie es gemeinsam oder mit Freunden und Familie lesen.
  • helfen Ihnen dabei, bestimmte Sprachfähigkeiten gezielt zu fördern.
  • können als Bindeglied zwischen dem wirklichen Leben und der Welt der Bücher fungieren.
  • helfen dem Kind dabei, sich an neue Wörter, die es während eines gemeinsamen Erlebnisses oder im Urlaub gelernt hat, zu erinnern.

 

Ein Erlebnistagebuch kann ein kurzes Buch/Heft über ein einzelnes Thema sein, z.B. „Lenas Ausflug in den Park“, oder ein längeres Buch/Heft über verschiedene Themen und Erfahrungen, welches Sie gemeinsam Stück für Stück erweitern. Es kann ein traditionelles Buch aus Papier sein, das Sie mit Ihrem Kind gestalten und kann durch Fotos, Eintrittskarten oder Zeichnungen ergänzt werden. Auf diese Art und Weise kann das Kind auch seine Feinmotorik trainieren, während es Bilder ausschneidet, einen Platz dafür im Buch sucht und einklebt, zeichnet oder Seiten umblättert. Ältere Kinder können dann auch Sätze zum Bild schreiben. Alternativ zu einem Buch oder Heft können Sie Erlebnistagebücher auch mithilfe von Apps (z.B. „StoryCreator“*) erstellen. Auch mit einer App können Sie Fotos und Text schnell und einfach einfügen.

 

Wie kann ich ein Erlebnistagebuch verwenden, um die Sprachfähigkeiten meines Kindes zu fördern?

Erlebnistagebücher können vielfältig eingesetzt werden. Fragen Sie auch den/die Logopäden/In oder Sprachtherapeuten/In des Kindes, welche Fähigkeiten Sie im Moment besonders fördern sollten und kreieren Sie dann ein Erlebnistagebuch, mit denen Sie diese Fähigkeiten gezielt üben können.

Im folgenden Video lesen Penny und ihre Mutter gemeinsam in Pennys Erlebnistagebuch. Während sie sich Pennys Lieblingsseiten genauer anschauen, nutzt ihre Mutter die Gelegenheit, um ihrer Tochter Verben in der Vergangenheitsform beizubringen, beispielsweise „Wir sind gehüpft“. Sie setzt dabei „akustische Highlights“ ein, um Pennys Aufmerksamkeit auf diese Wörter zu lenken.

Hinweis: Das folgende Video ist auf Englisch mit deutschen Untertiteln verfügbar.

Hier weitere Vorschläge, wie Sie Erlebnistagebücher nutzen können.

 

Ideen für jüngere Kinder

  • Familiennamen: Gestalten Sie Seiten über Ihre Familie und kleben Sie Fotos der einzelnen Familienmitglieder in das Erlebnistagebuch. Schreiben Sie deren Namen unter die Fotos. Üben Sie gemeinsam die Verwendung der Namen in kurzen Sätzen, z.B. „Hallo, Oma!“ wenn Sie das Foto von Oma anschauen.
  • Lieder: Suchen Sie sich Kinderlieder aus und gestalten Sie Seiten des Erlebnistagebuches passend dazu. Beispielsweise Bilder von Kuchen oder Backzutaten für „Backe Backe Kuchen“ oder einen Bauer mit Traktor für „Old MacDonald Hat Ne Farm“. Singen Sie jedes Mal, wenn Sie diese Seite anschauen, gemeinsam das passende Lied.
  • Wörter für Aktivitäten: Bringen Sie Ihrem Kind Wörter für bestimmte Aktivitäten bei und wie man diese einsetzt. Machen Sie dafür Fotos von Ihrem Kind bei verschiedenen Aktivitäten, z.B. beim Laufen, Springen, Schlafen, Fahrrad fahren, Spielen, Essen oder Trinken. Kleben Sie diese Fotos dann ins Erlebnistagebuch ein und ergänzen Sie passende Sätze, z.B. „Ich fahre Fahrrad“ oder „Papa schläft“.

 

Ideen für ältere Kinder

  • Bestimmte Sprachlaute: Kreieren Sie für bestimmte Laute eigene Seiten im Erlebnistagebuch. Wenn Ihr Kind beispielsweise gerade den Laut /t/ übt, gestalten Sie eine Seite mit vielen Bildern von Dingen, die mit „t“ beginnen, wie Tiger, Tee, Taxi. Sprechen Sie gemeinsam über die Bilder und üben Sie dabei die Aussprache des Ziellautes.
  • Reihenfolge und Nacherzählung von Geschichten: Bringen Sie Ihrem Kind die Reihenfolge von Geschichten bei und wie man Ereignisse nacherzählt. Machen Sie dafür Fotos vom Kind während eines Ausflugs oder bei der Erledigung einer täglichen Aufgabe, z.B. beim Fertigmachen für die Schule. Fügen Sie diese Fotos ins Erlebnisbuch ein und üben Sie gemeinsam das Erzählen der Geschichte. Bringen Sie Ihrem Kind bei, in ganzen Sätzen zu beschreiben, was auf den einzelnen Fotos passiert. Je nach Wissensstand Ihres Kindes, können Sie ihm bei dieser Gelegenheit auch Konjunktionen wie „nachher“ oder „dann“ beibringen. Ermutigen Sie das Kind dazu, das Erlebnistagebuch anderen Familienmitgliedern oder Freunden zu zeigen und dabei das Erzählen der Geschichte zu üben.
  • Neue und komplexe Wörter: Vermitteln Sie neue Wörter, in dem Sie Fotos von einer gemeinsamen Aktivität, z.B. Kuchen backen, einkleben. Fügen Sie zu den Bildern passende Sätze hinzu, die neue Wörter enthalten, die Sie dem Kind vermitteln wollen. Etwa: „Samuel hat alle Zutaten aus dem Kühlschrank genommen“ oder „Ich habe die Hälfte der Milch reingeschüttet“. Auf diese Art und Weise können Sie sich bestimmte Themen immer wieder anschauen und die neu gelernten Wörter mit Ihrem Kind wiederholen.
  • Neue Routinen: Erlebnistagebücher können auch dabei helfen, neue tägliche Routinen zu vermitteln, beispielsweise wenn Ihr Kind in die Schule kommt. Kleben Sie Fotos von Klassenzimmern, möglicherweise der zukünftigen Lehrperson oder von Kleidung, die man in die Schule anziehen kann, ein. Fügen Sie Zeichnungen hinzu, die zeigen, wie das Kind zur Schule kommt und was man in der Schule macht. So kann Ihr Kind neue Wörter wie „Klassenzimmer“ oder „Lehrerin“ lernen und erfährt gleichzeitig mehr über seine zukünftige tägliche Routine.

 

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