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Elektroden sind unverzichtbarer Bestandteil jedes Cochlea-Implantats. Ohne diese elektrischen Leiter könnte eine geschädigte Cochlea nicht mit jenen Impulsen befeuert werden, die letztlich Höreindrücke hervorbringen. Wenn das kein Grund ist, sich Aufbau und Funktionsweise unserer MED-EL Elektroden genauer anzuschauen. Lassen Sie uns den Weg der elektrischen Klangimpulse vom Implantat zur Cochlea gemeinsam nachverfolgen. Los geht’s!

Die Elektrode ist das Herzstück des Cochlea-Implantats. Als Bindeglied zwischen dem Implantat und der Hörschnecke (Cochlea) im Innenohr ist die Elektrode dafür verantwortlich, dass die im Implantat erzeugten elektrischen Impulse an den jeweils richtigen Ort in der Cochlea gelangen. Unterschiedliche Tonhöhen befinden sich in der Cochlea an unterschiedlichen Stellen – ganz am Eingang der Schnecke werden die hohen Töne verarbeitet, in den inneren Windungen die tiefen. Ein möglichst natürlicher Höreindruck lässt sich nur dann erzielen, wenn etwa der für einen hohen Ton zuständige Elektrodenkontakt des Implantats auch wirklich in jener Region der Cochlea liegt, die für die Verarbeitung hoher Töne zuständig ist.

Wenn landläufig von der „Elektrode“ des Cochlea-Implantats die Rede ist, ist zumeist der „Elektrodenträger“ gemeint. Dieser besteht aus gebündelten Drähten mit einer Silikonummantelung. An mehreren Stellen des Trägers befinden sich Elektrodenkontakte, die dazu dienen, elektrische Impulse abzugeben.

Hier sehen Sie eine Cochlea-Implantat-Elektrode:

Ganz links stehen einzelne Drähte hervor, die direkt an das Elektronikteil des Cochlea-Implantats angeschlossen werden. Am anderen Ende befindet sich der eigentliche Elektrodenträger, der in die ca. erbsengroße Cochlea eingeführt wird. Während die Gesamt-Drahtlänge vom Implantat bis zur Spitze bei ca. 10 cm liegt, misst der Elektrodenträger selbst zwischen 2 und etwas mehr als 3 cm.

Damit der Elektrodenträger die empfindliche Hörschnecke schont und sie beim Einführen nicht schädigt, muss er flexibel sein. Die wellenförmige Anordnung der Drähte sorgt dafür, dass der Elektrodenträger stabil, aber biegsam ist und sich der natürlichen Form der Cochlea anpassen kann.

Das folgende Röntgenbild zeigt den Schädel eines beidseitig implantierten CI-Nutzers. Die Implantate sind in einigem Abstand zur Cochlea im Knochen eingebettet. Ebenfalls gut zu erkennen sind die in den Hörschnecken liegenden gewundenen Elektrodenträger mit den punktförmigen Stimulationskontakten.

 

Im Detail sieht der mit dem Implantat verbundene Teil des Elektrodenträgers so aus:

Jeder dieser Drähte transportiert Klangsignale von einem separaten Stimulationskanal zur Cochlea. Das Material der Drähte – eine Legierung aus Platin und Iridium – liefert die perfekte Kombination aus Stabilität und elektrischer Leitfähigkeit.

Weil jede Cochlea anders ist und das beste Hörergebnis nur mit einer optimal auf die Länge und Beschaffenheit der Cochlea abgestimmten Elektrode erzielt werden kann, bietet MED-EL von allen CI-Herstellern die größte Auswahl an unterschiedlichen Elektrodentypen und -längen. Das folgende Bild zeigt beispielhaft fünf unserer insgesamt mehr als zehn verschiedenen Elektrodenträger – die sogenannte FLEX Serie (von oben nach unten: FLEXSOFT, FLEX28, FLEX26, FLEX24, FLEX20).

Das sind die Elektrodenkontakte in Nahaufnahme:

Die einzelnen Kontakte bestehen aus Platin. Sie markieren die einzigen Stellen entlang des Elektrodenträgers, an denen elektrische Impulse nach außen abgegeben werden können.

Die Kontakte reichen bis ganz zur Spitze des Elektrodenträgers. Auf dem untenstehenden Foto sehen Sie die letzten beiden Kontakte. Sie stimulieren die Basstöne tief im Inneren der Cochlea. Dieses Ende ist zugleich der dünnste Teil des gesamten Elektrodenträgers. Um abschließend erneut vor Augen zu führen, wie viel Präzisionsarbeit in diesen handgefertigten High-Tech-Produkten steckt: der Elektrodenträger verjüngt sich zur Spitze hin auf einen Durchmesser von gerade einmal einem halben Millimeter.

Wir hoffen, die Reise ins Innere unserer Elektrodenträger hat Ihnen gefallen!
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