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„Ich dachte erst, ich würde nie erleben, wie sie Mama sagt.“

Christine freut sich auf ihr erstes Kind. Nach ihrer BilderbuchSchwangerschaft kommt Töchterchen Helena auf die Welt – und ist vollkommen taub. Eine Diagnose, die für die Eltern schlagartig alles ändert und dennoch irgendwie nichts.

Endlich ist Helena da und alles scheint perfekt – bis auf ihr Gehör. Bereits beim Neugeborenenscreening, vier Tage nach der Geburt im Krankenhaus, sind Helenas Werte auffällig und auch die nächsten Untersuchungen beim HNO geben Anlass zur Sorge. Aber nach einigen Monaten wird klar: Helena ist taub. Die endgültige Diagnose ist zuerst ein Schock für das Ehepaar. „In dieser Zeit habe ich viel geweint“, erzählt Christine. „Ich dachte erst, ich würde nie erleben, wie sie ‚Mama’ sagt oder mir etwas vorsingt.“ Helenas Mutter ist verzweifelt und sucht die Schuld bei sich. Heute sagt sie: „Man wächst in diese Situation rein und lernt damit umzugehen. Wichtig ist, dass man nicht den Mut verliert und das Beste daraus macht.“ Sie und ihr Mann überlegen schon Gebärdensprache zu lernen, als die Ärzte sie auf eine Alternative aufmerksam machen, die sie sofort begeistert. Mit zehn Monaten wird Helena operiert, bekommt zwei sogenannte
Cochlea-Implantate (CI) von MED-EL, die von nun an ihren Hörsinn ersetzen. So kann sie hören und sprechen lernen. Die Entscheidung für die risikoarme Operation ist der Mutter nicht schwergefallen.

„Ich will nicht, dass meine Tochter auf irgendetwas in ihrem Leben verzichten muss. Und mit den CIs kann Helena ein ganz normales Leben führen. “

Im Alltag müssen die Eltern nur in manchen Situationen etwas mehr auf die fast Zweijährige achten, damit die Hörhilfen beim Spielen nicht nass werdenoder verloren gehen. Wenn Helena müde ist, legt sie die CIs gerne ab, ansonsten hat das kleine Mädchen keine Probleme mit ihren Implantaten und erkundet zur Freude ihrer Eltern neugierig die Welt. Damit ihre Tochter ganz normal hören und sprechen lernt, unterstützten die Eltern sie mit spezieller Frühförderung und einer Logopädin. Christine und ihr Mann sind froh, dass sie Helena mit der Operation ein ganz normales Leben ermöglichen konnten. Später soll ihre Tochter auf eine Schule gehen, in der „Normalhörende“ mit CI- oder Hörgeräte-Trägern gemeinsam lernen. „Besonders mein Mann macht sich Sorgen, wie es für Helena wird, wenn sie größer ist. Ich will ihr einfach möglichst viel Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein mitgeben – und viel Liebe“. Durch das Hören ist Helena in der Lage, normale Beziehungen aufzubauen und das Leben mit allen Sinnen zu genießen.

Neugeborenenhörscreening
Fast alle Babys hören gut: Doch zwei bis drei von 1000 Neugeborenen* haben eine mittelgradige oder stärkere Hörstörung. Seit 2009 gibt es ein bundesweites Neugeborenenhörscreening (NGHS). So können Hörstörungen frühzeitig erkannt und behandelt werden. Das kann helfen, die sprachliche Entwicklung von Kindern mit Hörstörungen zu verbessern. Wenn Ihr Kind unter einer Hörstörung leidet und Sie erfahren wollen, ob ein Cochlea-Implantat für Ihr Kind auch eine Lösung sein könnte, klicken Sie:

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