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Wenn bei Ihnen die Kommunikationsfähigkeit bereits vor dem Hörverlust gut ausgebildet war, fragen Sie sich vielleicht, warum Sie bei den therapeutischen Übungen zu Hause noch Unterstützung brauchen. Ein Übungspartner oder Therapiepartner ist aber für den Erfolg der Übungen, die Ihnen Ihr Therapeut aufgegeben hat, äußerst hilfreich.

Ein Übungspartner ist jemand, der beim gemeinsamen Training Ihre Fortschritte beim Hören und Kommunizieren mit Ihnen analysiert. Da Sie bestimmte Fähigkeiten nur durch tägliches Üben erlangen, kommt es bei der Auswahl des richtigen Übungspartners darauf an, dass er ein paar wesentliche Eigenschaften mitbringt:

1: Aktiv: Ihr Übungspartner sollte aktiv in den gesamten Therapieverlauf eingebunden sein. Das bedeutet auch, dass er ganz offen mit Ihnen darüber spricht, wie gut Ihre Übungen zu Hause gelingen. Dazu muss er Gelegenheit haben, sowohl mit Ihnen als auch Ihrem Therapeuten zu sprechen.

2: Positiv: Der Lernprozess mit einem Cochleaimplantat ist langwierig und gelegentlich sogar frustrierend. Deshalb sollten Sie unbedingt mit jemandem arbeiten, der Sie motiviert. Er sollte Sie in Ihren Bemühungen ermutigen und aufzeigen können, welche Fortschritte Sie bereits gemacht haben.

3: Verfügbar: Sie sollten sich jemanden suchen, der genügend Zeit hat, um Sie auf Ihrem Weg zum besseren Hören zu begleiten. Sie und Ihr Übungspartner sollten sich pro Woche rund 4 bis 8 Stunden zusammensetzen, um konzentriert an Ihrem Hörvermögen zu arbeiten.

4: Vertraut: Die Chemie zwischen Ihnen und Ihrem Übungspartner muss stimmen – idealerweise sollte es sich um jemanden handeln, den Sie gut kennen. Wenn man sich gut versteht, kann man auch offen und ehrlich darüber sprechen, ob und wie sich Ihre Hör- und Kommunikationsfähigkeit entwickelt.

5: Vertrauenswürdig: Ihr Übungspartner sollte jemand sein, dem Sie vertrauen, da er Sie durch alle Höhen und Tiefen des Lernprozesses begleitet. Es sollte jemand sein, mit dem Sie lachen, aber auch ganz offen über Ihre Gefühle sprechen können.

6: Flexibel: Ihr Übungspartner sollte genügend Zeit haben und flexibel sein, wenn es darum geht, die nächsten Termine mit Ihnen zu vereinbaren. Er muss sowohl mit Ihnen als auch mit Ihrem Therapeuten arbeiten, um Strategien zu entwickeln, mit denen der Lernprozess beschleunigt werden kann. Unter Umständen sind mehrere Anläufe und Gespräche erforderlich, bis die für Sie passende Methode gefunden ist.

7: Einfühlsam: Versuchen Sie, einen Partner zu finden, der auf Ihre speziellen Kommunikationsbedürfnisse eingeht. Er muss zum Beispiel in der Lage sein, die Hörumgebung beurteilen zu können, und die Sitzordnung oder den Ort entsprechend anpassen, damit Sie optimal hören und kommunizieren können. Wenn Sie zum Beispiel gerade an Hörübungen arbeiten, sollte er sich der vorherrschenden Umgebungs- und Hintergrundgeräusche bewusst sein, und was sie für Sie bedeuten.

8: Interessiert: Es ist immer hilfreich, einen Übungspartner zu haben, der sich persönlich dafür interessiert, wie man Ihre Kommunikations- und Hörfähigkeit verbessern könnte. Suchen Sie sich einen Partner, der bei Bedarf keine Hemmungen davor hat, Ihren Therapeuten um Rat zu bitten.

 

Besprechen Sie diese Punkte mit Ihrem Therapeuten, wenn Sie noch auf der Suche nach einem geeigneten Übungspartner sind. Wenn Sie sich bereits für jemanden entschieden haben, sollte diese Person über einen Großteil der genannten Eigenschaften verfügen. Gibt es in dieser Hinsicht bei Ihrem Partner einen gewissen Optimierungsbedarf, können Sie Ihren Therapeuten zu Rate ziehen, um gemeinsam an den wichtigen Punkten zu arbeiten.

Viel Erfolg!

 

Haben Sie einen Übungspartner? Inwiefern unterstützt er Sie bei Ihrer Therapie?

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