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Sie denken darüber nach, ob ein Knochenleitungshörgerät oder -implantat etwas für Sie sein könnte? Die Auswahl an unterschiedlichen Systemen kann im ersten Moment überfordernd wirken.

Wie bei jeder anderen medizinischen Entscheidung sollte Sie auch in diesem Fall ein Spezialist beraten. Um Ihnen den Einstieg in den Entscheidungsprozess zu erleichtern, haben wir für Sie sieben Fragen zusammengestellt, die Sie Ihrem Arzt stellen sollten, bevor Sie ein Knochenleitungshörgerät bekommen.

 

1. Wie funktioniert ein Knochenleitungshörgerät eigentlich?

Nun, das hängt davon ab, was für ein Sie Gerät verwenden. Es gibt verschiedene Arten, zum Beispiel aktive Knochenleitungsimplantate, knochenverankerte Hörgeräte (BAHAs) oder implantationsfreie Geräte. Alle funktionieren nach dem selben Grundprinzip: Schallvibrationen werden auf den Schädelknochen übertragen. Diese werden dann von der Cochlea aufgenommen und an Ihr Gehirn weitergeleitet.

Aber jedes Gerät überträgt diese Vibrationen auf eine etwas andere Art und Weise auf Ihren Knochen und diese kleinen Unterschiede können großen Einfluss auf Ihr Hörerlebnis haben. Es ist daher wichtig, Ihren Arzt zu fragen, wie die einzelnen Geräte funktionieren, bevor Sie eine Entscheidung treffen.

 

2. Ist eine Operation nötig?

Auch das hängt vom Gerät ab. Es gibt implantationsfreie Lösungen, die ideal sind, wenn Sie Schallleitungshörverlust haben und sich keiner Operation unterziehen wollen (oder können). Bei manchen der implantationsfreien Geräte ist es notwendig, ein spezielles Kopfband zu tragen, welches das Gerät fest gegen den Kopf drückt und so die Vibrationen durch die Haut zum Knochen sendet. Andere implantationsfreie Geräte, beispielsweise ADHEAR , ermöglichen es, das Hören ganz ohne schmerzhaften Druck zu erleichtern. ADHEAR wird einfach hinter das Ohr geklebt und versetzt den Knochen in Schwingung, ohne dass Sie das Gerät spüren.

Aber wenn Ihr Hörverlust schwerwiegender ist, brauchen Sie vielleicht doch ein Knochenleitungsimplantat. Das Implantat wird chirurgisch direkt hinter dem Ohr unter der Haut platziert. Die Operation ist sehr einfach: Sie dauert in der Regel weniger als eine Stunde und die meisten Patienten sind am nächsten Tag schon wieder auf den Beinen. Der Vorteil solcher aktiven Implantate besteht darin, dass die Vibrationen direkt auf den Knochen übertragen werden. Da die Vibrationen nicht zuerst durch die Haut gelangen müssen, sind sie viel stärker und ermöglichen besseres Hören.

 

3. Wird etwas aus meinem Kopf ragen?

Diese Frage mag auf den ersten Blick komisch erscheinen, aber wenn es um Knochenleitungshörgeräte geht, ist sie durchaus berechtigt! Manche Geräte, beispielsweise das knochenverankerte BAHA, benötigen eine Schraube, die in den Knochen gebohrt wird. Das andere Ende der Schraube, an dem eine sogenannte Schnappkupplung sitzt, ragt durch die Haut nach außen. Der Audioprozessor wird direkt auf diesen Teil der Schraube gesteckt. Er bringt die Schraube zum Vibrieren und der Schall erreicht schließlich über Knochenleitung das Innenohr. Das ist gut für’s Hören, aber nicht für die Haut. Die dauerhafte Wunde rund um die Schraube erfordert eine tägliche Reinigung und ist anfällig für Infektionen.

Aber dank der heutigen Technologie lässt sich vermeiden, dass eine Schraube aus Ihrem Kopf ragt. Es gibt zahlreiche Geräte, die keine solche Schraube mit Schnappkupplung haben und somit auch keine permanente Wunde verursachen. Wenn Ihr Arzt Ihnen ein Gerät mit Schnappkupplung vorschlägt, informieren Sie sich unbedingt über alternative Implantate, die vollständig unter der Haut platziert werden, wie zum Beispiel die BONEBRIDGE. Und wenn Ihre Klinik diese Implantate nicht anbietet, fragen Sie nach, warum das so ist. Denn wenn Sie keine dauerhafte Wunde haben, kann Ihr Arzt aufhören, sich um die Wundpflege zu sorgen, und kann sich stärker auf Ihre Hörergebnisse konzentrieren.

 

4. Wie wird sich mein Gerät anhören?

Diese Frage lässt sich schwer beantworten, da dasselbe Gerät für verschiedene Menschen unterschiedlich klingen kann. Aber einer der Vorteile von implantationsfreien Geräten ist, dass Sie diese einfach mal ausprobieren können, ohne sich vorher einer Operation zu unterziehen. Und auch wenn Sie über ein Implantat nachdenken, können Sie Ihren Arzt fragen, ob Sie nicht vorher ein implantationsfreies Gerät testen können. Auf diese Weise können Sie unkompliziert und rasch ausprobieren, ob Knochenleitung überhaupt die richtige Lösung für Sie ist.

 

5. Kann ich mit einem Knochenleitungshörgerät schwimmen gehen?

Leider sind die meisten Knochenleitungshörgeräte nicht wasserdicht, sodass man sie nicht im Pool oder am Strand tragen kann.

Es gibt jedoch eine Ausnahme: BONEBRIDGE. Das Implantat selbst ist kein Problem: Da die BONEBRIDGE vollständig implantiert wird und nichts aus dem Kopf herausragen lässt, dient die Haut als natürliche wasserdichte Barriere. Und der SAMBA Audioprozessor, der außen am Kopf getragen wird, ist mit WaterWear vollkommen wasserdicht. Die wiederverwendbaren WaterWear Schutzhüllen sind ideal zum Schwimmen oder Plantschen im Meer und sie machen die BONEBRIDGE zum einzigen wasserdichten Knochenleitungssystem am Markt.

 

6. Kann ich MRTs machen lassen?

Medizinische Geräte sind leider oft nicht mit der Magnetresonanztomographie (MRT) kompatibel. Sie enthalten oft Metall oder Magnete, die vom großen Magneten des MRT-Geräts angezogen werden, was zu schwerwiegenden Schäden führen kann. Glücklicherweise wurden die meisten Knochenleitungshörgeräte so entwickelt, dass Sie damit problemlos normale MRTs bei 1,5 Tesla machen lassen können. Aber wenn Sie kurz davor stehen, ein Implantat zu erhalten, ist es trotzdem eine gute Idee, Ihren Arzt auf dieses Thema anzusprechen.

 

7. Werden andere Leute sehen können, dass ich ein Knochenleitungshörgerät trage?

Manche Nutzer tragen ihre Hörhilfe gerne offen sichtbar, während andere sie lieber verstecken würden. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Arzt, welche Möglichkeiten das für Sie gewählte Gerät bietet. Viele Geräte lassen sich ganz einfach unter dem Haar verstecken, sodass sie nahezu unsichtbar sind. Andere können mithilfe von verschiedenen Design-Abdeckungen und Zubehör personalisiert und dem individuellen Stil angepasst werden. Es ist Ihr Gerät und Sie tragen es jeden Tag – daher ist es umso wichtiger, dass Sie sich beim Tragen wohlfühlen!

 

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