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Hörimplantate gehören zu den effektivsten Möglichkeiten, das Hörvermögen von Menschen mit einer signifikanten Schallempfindungsschwerhörigkeit teilweise wiederherzustellen. Aber das Ergebnis sieht bei jedem anders aus. Bei manchen Menschen braucht das Ohr Zeit, um sich an die neuen Klangstimulationen vom Hörimplantat zu gewöhnen, und auch das Gehirn muss diese Klänge und Empfindungen erst verstehen lernen. Außerdem ist die Cochlea bei jedem Menschen etwas anders geformt, was bedeutet, dass sie die Signale des Implantats anders aufnimmt. Es gibt zahlreiche Faktoren, die beeinflussen, inwieweit jemand, der das Implantat erst im Erwachsenenalter erhalten hat, davon profitieren kann. In diesem Post möchten wir sechs Möglichkeiten aufzeigen, wie die Geschichte Ihres Gehörs bis zur OP später Ihre Erfahrung mit dem Hörimplantat beeinflussen kann.

Die Vorgeschichte Ihres Hörverlusts hat Einfluss darauf, wie Sie nach Einsetzen des Cochleaimplantats hören. Hier stellen wir Ihnen sechs Faktoren vor, wie die Geschichte Ihres Gehörverlusts Einfluss auf das Hörerlebnis mit dem Implantat hat.

 

1:Alter beim ersten Auftreten des Hörverlusts.

Wenn Sie Ihr Gehör erst später im Leben verloren haben, ist Ihr Gehirn bereits ans Hören gewöhnt. In Ihrem Gehirn haben sich bereits neuronale Pfade für den Klang ausgebildet. Über diese Pfade wird jedem Klang eine bestimmte Bedeutung zugeordnet. Das gilt für Umgebungslaute ebenso wie für gesprochene Sprache. Nach Erhalt eines Hörimplantats können diese Pfade die Entwicklung unterstützen, wenn Sie mit Ihrem Implantat das Hören neu erlernen.

 

2: Alter zum Zeitpunkt der Implantation.

Für das Einsetzen eines Hörimplantats gibt es keine Altersbeschränkung. Es gibt Menschen, die noch im stolzen Alter von 90 Jahren mit einer OP über ein Implantat in den Genuss von Klängen gekommen sind. Die 80-jährige Barbara ist ein gutes Beispiel hierfür! Die meisten Erwachsenen erhalten ein Implantat, wenn sie „postlingual ertaubt“ sind, was bedeutet, dass ihr Hörverlust nach dem Spracherwerb eingetreten ist.Für sie kommt es in der Reha darauf an, dass das Gehirn lernt, die Verbindung zwischen den Klängen und Wörtern wiederherzustellen, die bereits vor dem Implantat bekannt waren.

 

3: Zeit zwischen Hörverlust und Implantation

Auch wenn der Hörverlust schon lange besteht, ist das kein Grund, auf ein Hörimplantat zu verzichten.Allerdings kann die Eingewöhnungsphase länger dauern, wenn zwischen dem Beginn des signifikanten Hörverlusts und der Implantation ein größerer Zeitraum verstrichen ist.

 

4:Restgehör.

Von Restgehör spricht man, wenn einige der Zellen in der Cochlea noch intakt sind und Klänge aufnehmen können. Je mehr Restgehör Sie haben, desto mehr Möglichkeiten hat das Gehirn zu hören, zu lernen und dem Gehörten eine Bedeutung zuzuordnen. Dieses Gehör hilft Ihrem Gehirn, die mit einem Hörimplantat aufgenommenen Klänge zu interpretieren und zu verstehen. Deshalb ist es so wichtig, das Restgehör zu erhalten, und das ist auch der Grund, weshalb MED-EL Elektrodenträger verwendet, die so unvergleichlich weich und flexibel sind.

 

5:Grund des Hörverlusts.

Die Ursache eines Hörverlusts lässt sich nicht immer nachvollziehen. Wenn man sie allerdings kennt, kann diese Information für Ihren Spezialisten ein wesentlicher Hinweis darauf sein, wie er für Sie das beste Hörerlebnis mit Ihrem Implantat entwickeln kann.

 

6:Gebrauch von Hörhilfen vor dem Implantat.

Insbesondere bei Personen mit einem guten Restgehör können Hörhilfen trotz Gehörverlust dem Gehirn bei der Wahrnehmung von Klängen helfen. Damit werden die Hörnervenbahnen im Gehirn aufrechterhalten, was in der Übergangsphase zum Hören mit einem Hörimplantat sehr hilfreich sein kann.

 

Beim Verfassen dieses Blog-Beitrags wurden wir von R. Sheetal, Sprachtherapeut, -pathologe und klinischer Spezialist bei MED-EL, unterstützt. 

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