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Bei Cochleaimplantat-Therapie denkt man meist an Übungen zu Hause wie Bücherlesen oder direkte Gespräche. Aber im Freien Spaß zu haben und neue Erfahrungen zu sammeln, ist für die Cochleaimplantat-Therapie Ihres Kindes nicht weniger wichtig.

Das Wochenende ist eine perfekte Gelegenheit, um mit Ihrem Kind etwas Besonderes zu unternehmen: ein Besuch im Zoo, ein Ausflug zum Strand oder der Besuch bei der Oma. Bei diesen Unternehmungen kann Ihr Kind neue Wörter lernen und den sozialen Austausch in ganz unterschiedlichen Umgebungen einüben. Wir haben ein paar Tipps zusammengestellt, wie Sie die Cochleaimplantat-Therapie am Wochenende so gestalten können, dass Ihr Kind noch lange davon zehrt.

 

1: Üben Sie neues Vokabular schon vorher ein.

Wenn Sie die neuen Wörter noch vor dem Ausflug mit Ihrem Kind einüben, kann es sie in der realen Situation viel leichter verstehen und auch selbst anwenden. Wenn zum Beispiel jemand zu Ihrem Kind sagt, es solle zum Elefanten schauen, dann weiß es, nach welcher Art von Tier es Ausschau halten muss. Wenn Sie Ihr Kind auffordern, das Strandlaken einzupacken, weiß es, dass es sich dabei nicht um ein Betttuch handelt, und kann gleich danach suchen. Neue Wörter und das so vermittelte Gefühl von Unabhängigkeit machen dieses Wochenende für Ihr Kind zu einem ganz besonderen Erlebnis. So können Sie neue Wörter spielerisch einführen:

  1. Suchen Sie Bücher, Filme, Bilder und entsprechende Webseiten heraus, damit Ihr Kind das neue Vokabular hören und Bilder sehen kann, die ihm helfen, die Begriffe mit Inhalten zu füllen.
  2. Legen Sie im Erfahrungsheft ein neues Kapitel mit Bildern von dem Ort und den Dingen an, die Sie dort zu sehen bekommen werden, um damit das Vokabular einzuüben, bevor es losgeht.
  3. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, wie Sie dorthin kommen. Werden Sie mit dem Auto fahren, zu Fuß gehen oder den Bus nehmen? Ist eine dieser Erfahrungen neu für Ihr Kind? Bereiten Sie es darauf vor, indem Sie ihm das zugehörige Vokabular beibringen und darüber sprechen, was sie beide auf dem Weg dorthin tun werden.

 

2: Spielen Sie mit Ihrem Kind die neuen Gesprächssituationen oder Möglichkeiten des zwischenmenschlichen Austauschs durch, die Ihnen auf dem geplanten Wochenendausflug begegnen könnten.

  1. Wenn Sie die Großmutter oder eine ältere Person besuchen, vermitteln Sie Ihrem Kind auch in praktischen Übungen, wie es dieser Person respektvoll begegnet.
  2. Wenn Sie ins Kino oder Theater gehen, machen Sie ihm klar, dass es während der Aufführung flüstern oder leise sprechen muss.
  3. Wenn Sie einen Zoobesuch planen, sprechen Sie darüber, dass man dort nicht schreien darf, um die Tiere nicht zu erschrecken oder zu verängstigen.
  4. Wenn Sie eine Sehenswürdigkeit besuchen, sprechen Sie darüber, wie man sich in Warteschlangen und in der Menschenmenge verhält und was zu tun ist, wenn Ihr Kind verloren geht. Dieses Gespräch ist ganz besonders wichtig, und Sie sollten mit Spielzeug im Rollenspiel einüben, wie sich Ihr Kind in einer solchen beängstigenden Situation verhalten soll.

 

3: Beziehen Sie die Hörhilfe in Ihre Planung mit ein.

  1. Erkundigen Sie sich, ob der Veranstaltungsort mit einer Hörschleife ausgestattet ist, damit die Hörhilfe Ihres Kindes die Signale direkt von dort abnehmen kann. Dies ist meist der Fall, wenn vor Ort Mikrofone (im Theater oder Zoo) oder Lautsprecher (im Kino) verwendet werden. Üben Sie zu Hause und bevor Sie losfahren, wie man diese Funktion aktiviert.
  2. Wenn Sie zum Strand oder ins Schwimmbad gehen, sollten Sie darüber sprechen, wie man mit der Hörhilfe in Nassbereichen oder beim Schwimmen umgeht. Kennt jeder in der Familie die WaterWear-Hüllen und weiß, wie sie anzuwenden sind?
  3. Wenn Ihr Kind woanders übernachten soll (z. B. bei der Großmutter oder einem Freund bzw. einer Freundin), hat es alles mit, was es braucht, um das Gerät im Falle eines Falles wieder zum Laufen zu bringen? Weiß die Aufsichtsperson vor Ort, wie man überprüft, ob das Gerät funktioniert, und wie man die Batterien wechselt? Haben Sie die Trockenbox für die Nacht eingepackt?

 

4: Arbeiten Sie das Vokabular hinterher nach.

Wenn Sie viel Arbeit in die Vorbereitung gesteckt haben, hat Ihr Kind das Vokabular während des Wochenendausflugs ganz selbstbewusst eingesetzt. Damit konnte es so viel wie möglich aus dieser Erfahrung ziehen. Jetzt ist es an der Zeit, das Gelernte in das Langzeitgedächtnis zu überführen.

  1. Legen Sie für diesen Ausflug einen neuen Eintrag im Erfahrungsheft an. Kleben Sie Faltblätter, Eintrittskarten und alle anderen Erinnerungsstücke ein. Erklären Sie dabei Ihrem Kind, warum Sie das alles aufbewahren.
  2. Dokumentieren Sie den Tagesablauf durch Fotos im Erfahrungsheft oder in einem neuen Fotoalbum. Verfassen Sie gemeinsam passende Texte zu den Bildern, und achten Sie darauf, dass das neue Vokabular dabei zum Einsatz kommt.Zeigen Sie das Ergebnis Besuchern, damit Ihr Kind die Geschichte noch einmal erzählen und das Vokabular weiter verfestigen kann. Wiederholung steigert den Lernerfolg!
  3. Überlegen Sie gemeinsam, wo Sie möglicherweise für den Ausflug neu angeschaffte Dinge verstauen können. Wenn Sie zum Beispiel Sandspielzeug für den Strand oder Schwimmhilfen für das Schwimmbad gekauft haben, richten Sie eine besondere Ecke in der Garage ein, wo Sie sie einlagern möchten, und bringen Sie sie gemeinsam dorthin. Wenn Sie als Erinnerung an den Ausflug ein Souvenir oder einen Dekoartikel besorgt haben, diskutieren Sie mit Ihrem Kind darüber, wo man es aufstellen könnte.

 

Ihr Kind kann bei jedem Abenteuer und jeder neuen Erfahrung etwas lernen.Wir hoffen, dass diese Tipps Ihnen helfen, das Wochenende optimal zu nutzen!Gerne würden wir Ihre Bilder sehen und Ihre Geschichten hören.

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